Annika Jochheim
13.04.2012
Audi e-tron
Die alternativen Antriebe im Test

Was unterscheidet alternativ angetriebene Autos von Benzinern oder Dieselfahrzeugen und worin unterscheiden sich die alternativen Antriebe untereinander? Auf der i-Mobility hat sich unsere Bloggerin Annika Jochheim selbst hinters Steuer gesetzt.

Geräuschlos und energieeffizient Fahren – im A1 e-tron schon Realität

Geräuschlos und energieeffizient Fahren – im A1 e-tron schon Realität

Dass Elektrofahrzeuge leise sind, ist bekannt. Und doch überrascht die Stille, wenn man ein batteriebetriebenes Auto startet. Einzig die aufleuchtenden Symbole in der Anzeige weisen darauf hin, dass das Auto im Fahrbetrieb ist. Auch ich bin überrascht, als ich am Steuer des A1 e-tron sitze und diesen über das Messegelände lenke. „Wenn du jetzt den Fuß vom Gaspedal nimmst, rekuperiert das Auto. Das bedeutet, es gewinnt Energie zurück“, erklärt mir der Audi Ingenieur, Patrick Daniel. „So kann die Leistung der Batterie optimal genutzt werden.“ Wie viel Energie von der Batterie beansprucht wird, zeigt das Parameter. Das ist an Stelle des Drehzahlmessers im Display des A1 e-tron eingebaut. „Am Parameter kannst du auch erkennen, wenn das Auto rekuperiert“, sagt Patrick Daniel, „das unterstützt das energieeffiziente Fahren.“

Fasziniert lerne ich die Funktionen des kleinen elektrischen Audi kennen. Beschleunigung und Rekuperation – für mich steht schnell fest, dass Fahrspaß mit dem A1 e-tron garantiert ist. Meine Begeisterung teilen viele Messebesucher und als ich das Auto parke, warten schon viele weitere interessierte Testfahrer.

Das Motorengeräusch, das ertönt als ich den Schlüssel im Zündschloss des A3 TCNG drehe, klingt nach Audi: sportlich, progressiv, hochwertig. Das sollte in einem Audi natürlich nicht sonderlich überraschen. Dennoch hätte ich erwartet, dass sich ein mit Erdgas betriebenes Auto anders anhört, wenn man es startet. Wieso das aber nicht so ist, erklärt mir mein Beifahrer, der Audi Entwickler Reinhold Felber: „Bei dem im Fahrzeug verbauten 1.4 TFSI handelt es sich um einen für den e-Gasbetrieb optimierten Motor, der sowohl mit Ottokraftstoff als auch mit e-Gas fährt. Der Motor ist also im Grunde vergleichbar mit dem serienmäßigen 1.4 TFSI, weshalb er sich auch genau so anhört.“ Es deutet also nichts darauf hin, dass sich das Auto mit e-Gas fortbewegt. Nur im Display gibt es neben der Benzintankanzeige auch eine für den Gastank.

Der A3 TCNG garantiert Fahren ohne Leistungsverlust - mit einem e-Gas- und einem Benzintank

Der A3 TCNG garantiert Fahren ohne Leistungsverlust – mit einem e-Gas- und einem Benzintank

Doch warum gibt es im A3 TCNG eigentlich zwei Tanks? Auch hier antwortet Reinhold Felber gern: „Die zwei Tanks dienen zur Sicherheit. Mit einem gefüllten Gastank kann das Auto rund 400 Kilometer fahren. Wenn der Gastank leer ist und keine CNG-Tankstelle in Reichweite ist, fährt das Auto ohne Leistungsverlust mit Benzin weiter.“ Das Umschalten während der Fahrt merkt man nicht, versichert mir Reinhold Felber. Bei meiner Testfahrt sind die Gastanks gut gefüllt und so fährt der A3 TCNG, ohne Nutzung des Benzintanks, rein alternativ angetrieben zur Messe zurück.

Ich starte den Motor des Q5 HFC. Ein leises, hochfrequentiertes Summen ertönt. Was das Geräusch erzeugt, möchte ich von Jörg Launer, meinem Beifahrer, wissen. Der Ingenieur lächelt und fragt: „Erinnerst du dich noch an deinen Schulunterricht? Bei der Elektrolyse entsteht Wasserstoff und Sauerstoff. Aber das funktioniert auch umgekehrt und genau dieses Prinzip macht sich der Q5 HFC zu Nutzen. So stellt das Auto den Strom her, den es zum Fahren benötigt. Was übrig bleibt ist Wasser, das aus den dünnen „Auspuffrohren“ tropft.

Der Q5 HFC fährt also mit selbst erzeugtem Strom. Aber wie fühlt sich das Fahren mit der Technikstudie an? Wenn ich auf das Gaspedal drücke, bleibt das leise Summen bestehen. Überraschend für mich: Selbst bei einem Tempo von 50 km/h wird dieses nicht merklich lauter. Auffällig ist der Bildschirm, auf dem die Umwandlung des Wasserstoffs in Strom über die Brennstoffzelle graphisch zu sehen ist. Jörg Launer erklärt mir, dass der Fahrer über dieses Energieflussdiagramm über den Systemstatus informiert wird.

Der Audi Q5 HFC erreicht bei „Silvretta E-Auto Rallye 2011“ den 6. Platz, bester Teilnehmer mit Brennstoffzelle

Der Audi Q5 HFC erreicht bei „Silvretta E-Auto Rallye 2011“ den 6. Platz, bester Teilnehmer mit Brennstoffzelle

Ganz leicht lässt sich der Q5 HFC über das Messegelände der i-Mobility lenken und so gestaltet sich die Testfahrt als angenehme und lehrreiche Erfahrung und schnell sind die zehn Minuten vorbei. Nach dem Parken zeigt mir Jörg Launer noch den Tankdeckel. Anders als bei einem Benziner oder Diesel tankt der Q5 HFC Wasserstoff und dieser wird in flüssiger Form in die recht kleine Düse eingefüllt. In Deutschland gibt es bisher nur sehr wenige Tankstellen, an denen Wasserstoff getankt werden kann. Zufälligerweise befindet sich eine davon am Stuttgarter Flughafen – also in praktischer Nähe zur i-Mobility und so können noch viele weitere Besucher der Messe den Q5 HFC testfahren.


5 Antworten auf Die alternativen Antriebe im Test

  1. Reiner Doberschütz 17.08.2012 um 12:05 #

    Zum A3 TCNG stellt sich für mich die Frage, ob dieses Fahrzeug auch CNG, also Erdgas tanken kann. Und ob man dann mit dem neuen Gas, mit dem e-Gas, weiterfahren kann?

    Die zweite Frage ist, ob auch normales Benzin getankt werden kann?

    Und dritte Frage: Wann das Fahrzeug schlussendlich auf den Markt kommt?

    Vielen Dank!

    • Annika Jochheim 30.08.2012 um 13:24 #

      Hallo Herr Doberschütz,
      vielen Dank für Ihre Nachricht. Gern beantworte ich Ihnen Ihre Fragen zum A3 TCNG.
      Erstens: Der A3 TCNG kann auch mit CNG betankt werden. Das Prinzip ist: Audi speist das klimafreundlich erzeugte e-gas in das öffentliche Gasnetz ein, von dort aus gelangt es in die Haushalte und zu den Tankstellen. Der Audi-Kunde tankt also einen Mix aus e-Gas und fossilem Erdgas. Das gleicht Prinzip gibt es heute schon beim Ökostrom, der Strom im Leitungsnetz setzt sich ja auch aus verschiedenen Quellen (Ökostrom, Kraftwerke usw) zusammen. Zum Projektstart wird die Anlage so viel e-Gas erzeugen, dass pro Jahr etwa 1.500 A3 TCNG mit einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern nahezu CO₂-neutral fahren können.
      Zweitens: Außer den CNG-Tanks wird der A3 TCNG einen vollwertigen Benzintank an Bord haben. Somit ergibt sich eine enorme Gesamtreichweite von über 1.300 Kilometern bei entsprechender Fahrweise.
      Drittens: Die Weltpremiere des A3 TCNG findet noch in diesem Jahr statt. Erhältlich wird das Auto dann in der zweiten Hälfte 2013 sein. Die e-Gas-Anlage befindet sich gerade im Aufbau und wird ebenfalls 2013 ans Netz gehen.

  2. Peter Lang 10.09.2012 um 21:30 #

    Hallo Frau Jochheim
    Vielen Dank für Ihre informativen Fahrberichte.
    Als langjähriger TT-Fan und -Fahrer würde mich interessieren, ob
    in nächster Zeit für diese Baureihe auch ein TCNG-Modell vorgesehen ist?

    • Annika Jochheim 11.09.2012 um 09:25 #

      Hallo Herr Lang,
      wir werden noch in diesem Jahr eine TCNG-Version in der A3-Baureihe vorstellen, die in der zweiten Jahreshälfte 2013 in den Markt eingeführt wird.
      Natürlich denken wir daran, in Zukunft den TCNG-Antrieb auch für andere Baureihen auszubieten. Genaueres steht aber nicht fest.

  3. B. 13.06.2013 um 23:03 #

    Sehr geehrte Frau Jochheim,

    ich lasse mich gern eines besseren belehren, aber: der Audi Q5 HFC tankt wohl Wasserstoff, soweit gehe ich konform – allerdings würde es mich stark wundern, wenn dieser flüssig wäre…

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