Stefanie Lang
17.06.2012
Le Mans 2012
Live in der Audi Box

Das Herzstück des Autos ist der Motor und das Herzstück der Motorsportteams ist die Box. Die Boxen sind eines der am besten gehüteten Geheimnisse während des Rennens. Stefanie Kern durfte einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen.

Le Mans Boxenstopp

Der Audi R18 e-tron quattro #2 beim Boxenstopp

Zehn Minuten bekomme ich für meine Streiftour durch die Audi Box und das Fahrerlager, nicht mehr. Denn die Männer (und einige Frauen) hier müssen 24 Stunden lang Vollgas geben. Doch als ich die große Halle betrete, die der eigentlichen Box vorgelagert ist, ist es erstaunlich ruhig. Fast zu ruhig!

Ich hatte mit viel mehr Hektik gerechnet und vor Stress und Anstrengung schnaufend hin und her rennenden Menschen. Schließlich ist das Rennen auf der Strecke im vollen Gange. Stattdessen geht jeder im Raum seiner Arbeit nach, jeder Handgriff sitzt perfekt. Nicht nur die Fahrer trainieren ein Jahr lang auf dieses Langstreckenrennen, sondern auch die Mechaniker in den Boxen.

Zeit, sich ein bisschen umzuschauen: Auf den ersten Blick wirkt die Halle wie eine ganz normale Autowerkstatt. An der Wand lehnen Ersatzteile, in der Mitte stehen Reifenstapel. Es ist sauber und vor allem ordentlich. In einer Ecke stehen Schränke, deren Schubladen feinsäuberlich beschriftet sind: Gewindeschneider, Bohrmaschine oder Werkzeug Drehmoment ist darauf zu lesen. Alle sind geschlossen, nicht eine Schraube liegt auf dem Boden.

Le Mans Boxenstopp

Beim Boxenstopp sitzen alle Handgriffe

Als ein Audi R18 e-tron quattro vor der Box Halt macht, weiß ich warum. Jetzt ist von der Ruhe nichts mehr zu spüren, alles geht blitzschnell: Reifenwechsel, Tanken, Scheibensäubern und Abfahrt.  Geschafft, alles hat geklappt. Die Mechaniker in der Box können sich wieder in ihre Klappstühle fallen lassen und das Renngeschehen beobachten, live vor ihrer Nase in der Boxengasse oder auf den Monitoren, die über ihren Köpfen hängen.

Über diese Monitore werden zahlreiche Daten ins Ingenieursbüro übertragen. Das liegt ein paar Meter entfernt von der Boxengasse und dort sitzen rund 30 Ingenieure, die über Laptops gebeugt gebannt Diagramme, Datensätze und Zahlenreihen verfolgen. Während des Rennens werden unzählige Informationen rund um das Auto (Stimmt der Reifendruck noch?), die Strecke (Wie ist die Temperatur?) und die Umgebung (Ab wann regnet es?) erhoben. In diesem Büro läuft alles zusammen und wird gefiltert. Nur die wirklich wichtigen Informationen werden an die Fahrer weitergegeben. Wenn etwa nach einem Ausflug ins Kiesbett Steine auf die Straße gerollt sind. Oder wenn der nächste Boxenstopp ansteht. Dann ist es auch in der Audi Box wieder vorbei mit der Ruhe.


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