Lena Bösch
29.06.2012
Streif Attack
Ab durch die Mausefalle

Golfschläger statt Ski: Die Streif Attack war wieder die Krönung des Golf-Festivals in Kitzbühel. Bei dem Turnier wird die berühmt-berüchtigte Hahnenkamm-Strecke statt auf Skiern mit dem Golfschläger gemeistert – und Audi war Sponsor.

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Grandioses Panorma: Didier Cuche am 1. Abschlag

Vom Hausberg in Kitzbühel schallen mehrstimmig „Fore“-Rufe, vor der traditionellen Jausenstation Seidlalm reihen sich königsblaue und rosafarbene Golfbags aneinander und immer wieder liegt halb versteckt im dichten Gras ein kleiner weißer Golfball. Wer als unbeteiligter Wanderer am Donnerstag am Hahnenkamm unterwegs war, staunte nicht schlecht über die Vierergrüppchen, die mit Golfschlägern bewaffnet die steilen Wiesen hinunter spielten.

Die Streif Attack war wie in jedem Jahr die Krönung des Kitzbühler Golf-Festivals – und Audi war als Sponsor mit vor Ort. Bei dem Turnier wird die berühmt-berüchtigte Hahnenkamm-Strecke statt auf Skiern mit dem Golfschläger gemeistert. Das Event in der österreichischen Sportstadt gehört längst zu einer festen Institution und feiert 2012 sein zehnjähriges Jubiläum.

Die rund 600 Teilnehmer genossen eine Woche Golfen pur auf vier Plätzen in und um Kitzbühel. Zu den insgesamt elf Turnieren waren viele Kitzbüheler Promi-Sternchen eingeladen – darunter die ehemaligen Skiprofis Didier Cuche und Marc Girardelli, aber auch Deutschlands erfolgreichste Proette, Caroline Masson, die sich bei der Streif Attack beweisen wollten.

Den ersten Abschlag auf 1.665 Metern erreichten die Spieler noch bequem mit der Gondel. Direkt neben dem Starthäuschen vom Hahnenkamm-Rennen ging es dann los, 860 Höhenmeter den Berg hinunter. Jedes Loch hatte einen eigenen Namen, der auch Programm war: Mausefalle, Steilhang, Seidlalmsee, Super G Start, Lärchenschuss. Gab es keinen Feldweg oder Trampelpfad, ging es quer über die Wiesen durch das hüfthohe Gras mit dem Golfbag auf dem Rücken – vorbei an weidenden Kühen und dunklen Wäldchen, Butterblumen, schroffen Felsen und kristallklaren Bergseen. Immer hinunter ins Tal.

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Geballte Frauenpower: Natalie Geisenberger, Caro Masson, Sybille Beckenbauer und Katharina Gutensohn

Mit diesen extremen Gefällen hatten viele zu kämpfen – darunter Natalie Geisenberger, Rennrodlerin und Deutsche Meisterin 2011: „Die größte Herausforderung waren die steilen Hänge“, erzählt sie nach dem Spiel: „Einmal bin ich mit meinem Ball mitten in einem Kuhfladen gelandet.“ Es war eindeutig nicht der Tag für lange Hölzer, sondern der für kurze Eisen. Über die Auswahl der Schläger wurde über alle Teams hinweg gerätselt: „Man kann sehr schlecht die Entfernung zwischen Abschlag und Loch einschätzen, wenn man 20 Meter oberhalb steht“, erklärte ein Teilnehmer. Der Tipp vom österreichischen Weltmeister 2011 im Schanzenspringen, David Kreiner: Kopf ausschalten und einfach runter spielen.

Einen Mittagssnack gab es auf der Seidlalm – eine typische Tiroler Jausen: Kaspressknödel. Danach ging es für die Flights weiter auf den letzten 300 Höhenmetern ins Tal. Abschluss der Golfrunde war der „Longest Drive auf der Streif“ – das einzige Loch mit einem echten Fairway, nämlich vom Golfclub Rasmushof. Gewonnen hat bei den Herren übrigens Didier Cuche mit 285 Metern, Caro Masson lag mit 260 Metern bei den Damen vorne. Sybille Beckenbauer und ihr Flight schnitten mit Platz 5 bei den Promis am besten ab.

Skirennläufer Didier Cuche erzählt im Interview, wie es ist, auf der berühmten Streif mit dem Golfschläger statt mit Skiern unterwegs zu sein.


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