Annika Jochheim
29.06.2012
R8 e-tron
Rekord am Nürburgring

Die „grüne Hölle“ in acht Minuten und neun Sekunden und das mit einem R8 e-tron: Audi beweist mit Rennfahrer Markus Winkelhock auf der Nordschleife des Nürburgrings, dass auch mit Elektromobilität Schnelligkeit und Fahrspaß möglich ist.

Das erfolgreiche Team mit dem Rekordwagen

Das erfolgreiche Team mit dem Rekordwagen

Einige kleine Wolken ziehen über den Himmel, ansonsten scheint am Nürburgring die Sonne. Von den umliegenden Straßen sind leise Motorengeräusche zu hören – aber hier, wo sonst die PS-starken Autos ihre Runden drehen, ist es ungewöhnlich ruhig. Eine Spannung liegt in der Luft, spürbar für jeden, der sich der kleinen Gruppe nähert, die an der Nordschleife wie gebannt abwechselnd Richtung Nordwest und auf die große Stoppuhr schaut.

Dann plötzlich das Quietschen der Reifen eines sich schnell nähernden Autos: Die großen Zahlen der Uhr zeigen acht Minuten an und ein roter Audi R8 e-tron schießt durch die Lichtschranke. Das Auto bremst ab und hält an, heraus steigt Markus Winkelhock. Der Rennfahrer wird mit tosendem Beifall begrüßt. Er lächelt, weiß bereits, dass die Zeit, die er gebraucht hat, um mit dem R8 e-tron die fast 21 Kilometer der Nordschleife zu fahren, überraschend kurz war. Das genaue Ergebnis verrät ihm Audi Entwicklungsvorstand Michael Dick, der als Erster gratuliert. Acht Minuten und neun Sekunden – für alle Anwesenden ist klar: Audi hat mit diesem Rekord einen Meilenstein gesetzt.

Rekordfahrt des R8 e-tron

Rekordfahrt auf der Nordschleife des Nürburgring mit Bestzeit

“Auf dem Nürburgring wollten wir zeigen, dass effizientes Fahren mit einem Elektroauto auch bei sehr schnellen Geschwindigkeiten möglich ist“, erklärt Projektleiter Ralf Schelchshorn: „Deshalb haben wir Markus Winkelhock und unseren R8 e-tron in den Wettlauf mit der Zeit geschickt.“ Unter notarieller Aufsicht setzte der erfahrene Rennfahrer gleich zwei Rekordergebnisse für Audi: In einem ersten Durchlauf legte er die Strecke der Nordschleife des Nürburgrings schnellstmöglich zurück: Winkelhock brauchte nur acht Minuten und neun Sekunden. Damit dauerte seine Runde nur knapp eine Minute länger als die bisher schnellste gefahrene Runde mit einem Benzinmotor.

Winkelhocks zweiter Rekordversuch bestand darin, mit dem elektrisch angetriebenen Sportwagen sogar zwei Runden um die Nordschleife – immerhin fast 42 Kilometer – mit hohen Geschwindigkeiten zu fahren. „Die Herausforderung dabei ist, die vorhandene Energie richtig einzuteilen und neue Energie durch die Rekuperation, also den Bremsvorgang, zu gewinnen“, erklärt Projektleiter Schelchshorn und ergänzt: „Wir haben also gezeigt, dass man trotz Batterieantrieb weder auf Schnelligkeit noch Fahrspaß verzichten muss – und das alles mit einem Kleinserienwagen.“

Kurz vor dem Start: Markus Winkelhock überprüft noch einmal alles genau

Kurz vor dem Start: Markus Winkelhock überprüft noch einmal alles genau

Markus Winkelhock bestätigt: „Es hat mich überrascht, dass ein elektrisch angetriebenes Auto so sportlich sein kann.“ Der Rennfahrer ist zum ersten Mal mit einem Elektroauto gefahren, die Begeisterung aber sieht man ihm an: „Der R8 e-tron ist faszinierend. Man erwartet zunächst nicht, dass er so schnell beschleunigt wie ein Benziner und dann ist man überrascht, wenn man doch die gleichen Geschwindigkeiten erzielt.“

Eigens für den Rekordversuch reiste auch Klaus Stich in die Eifel. Der Vertreter des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) beobachtete den Weltrekordversuch und zeigt sich begeistert: „Das besondere ist ja, dass der Audi R8 e-tron ein normales Straßenauto ist. Damit auf der Nordschleife Rekordzeiten zu fahren, ist einzigartig.“ Stich weiß, dass die Strecke ganz besondere Herausforderungen birgt: „Die ‚grüne Hölle‘, wie die Nordschleife auch genannt wird, ist die weltweit anspruchsvollste Rennstrecke. Wer hier erfolgreich sein will, benötigt zwei Dinge: Einen erfahrenen Fahrer und ein gutes Auto.“ Mit Markus Winkelhock und dem R8 e-tron hat Audi also ein Zeichen gesetzt – und der aufgestellte Weltrekord beweist: Elektromobilität kann auch schnell und sportlich sein.


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