Annika Jochheim
19.07.2012
Interview
Bernhard Jugel über das Stück „König der Vögel“

Im Rahmen der Audi Sommerkonzerte steht am 29. Juli das Singspiel der „König der Vögel“ im Ingolstädter Stadttheater auf dem Programm. Wir haben mit Regisseur Bernhard Jugel gesprochen.

Mit „König der Vögel“ lädt das Ingolstädter Stadttheater kleine und große Konzertbesucher ein, ein Singspiel der besonderen Art zu erleben. Am 29. Juli tritt im Rahmen der Audi Sommerkonzerte die Audi Bläserphilharmonie gemeinsam mit den Chören des Reuchlin-Gymnasiums sowie sechs Solisten auf und nimmt das Publikum mit auf die Suche nach dem Simurgh, dem König der Vögel. Dass diese Suche mit einer Überraschung endet, hat uns Regisseur Bernhard Jugel im Interview verraten.

Bernhard Jugel

Regisseur Bernhard Jugel

Herr Jugel, im Singspiel „König der Vögel“ machen sich eine Nachtigall, eine Fledermaus, ein Spatz und ein ganzer Vogelschwarm auf, ihren wunderbaren König Simurgh zu suchen. Wie endet die Reise?
Die Reise endet damit, dass die Vögel einen Palast finden. In diesem Palast wohnt aber niemand. Sie entdecken allerdings einen riesigen Spiegel. Und als sie alle zusammen in den Spiegel schauen, fällt der Nachtigall etwas auf. Sie hat die Suche nach dem Simurgh angezettelt – und sie erkennt am Ende im Spiegel auch, wer der Simurgh ist. Es sind die Vögel selbst. Alle zusammen, die den Simurgh gesucht haben. Sie haben also schließlich nicht nur den Simurgh gefunden, sie haben auch sich selbst gefunden.

Die Suche nach sich selbst – auf spielerische Weise verpackt das Singspiel damit ein wichtiges Thema. Was können Ihrer Meinung nach die Konzertbesucher vom „König der Vögel“ lernen?
Große wie kleine Konzertgänger können im Grunde drei Dinge lernen. Erstens: Wer sich nicht langweilen will, muss sich was trauen! Die Fledermaus will anfangs nicht weg von Zuhause. Wäre sie tatsächlich unter ihrer Straßenlaterne geblieben, hätte sie kein einziges Abenteuer erlebt. Zweitens: Wenn’s schwierig wird, gibt es immer jemanden, der einem helfen kann. Man muss sich nur zu fragen trauen. Ohne die Hilfe vom Steinhuhn und vom Schwan hätten die Vögel nie durch die Wüste und übers Meer gefunden. Und drittens: Man wächst mit jeder Aufgabe, die man sich stellt! Die Vögel erleben auf ihrer Suche nicht nur spannende Abenteuer, sie lernen auch die Welt kennen. Auf die Frage, wie man sich selbst findet, habe ich leider kein Patentrezept. Ich kann nur mit einem Sprichwort antworten: Wer suchet, der findet!

Dass die Audi Bläserphilharmonie gemeinsam mit den Chören des Ingolstädter Reuchlin-Gymnasiums und sechs weiteren Solisten auftritt, ist einzigartig. Wie erleben Sie die Proben? Was ist für Sie das Besondere daran?
Die Proben sind spannend, aber auch schwierig. Über 60 Musiker spielen bei der Bläserphilharmonie mit, an die 100 Sängerinnen und Sänger sind bei den Chören dabei – und für die Aufführung müssen sie zusammen mit den Solisten zu einer Einheit verschmelzen. Das erfordert hohe Konzentration, die Bereitschaft, immer wieder aufeinander einzugehen und eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen mir, dem Dirigenten der Bläserphilharmonie und der Chorleiterin. Dann gibt es organisatorische Hürden zu bewältigen. Auf der Bühne können beispielsweise die hinteren Reihen der Chorsänger den Dirigenten nicht sehen. Das müssen sie aber, damit sie nicht schneller oder langsamer werden. Auch die Proben sind also ein Abenteuer, eine mit vielen Hindernissen gespickte Reise, deren Ziel die möglichst perfekte Aufführung ist.

Sie möchten das ungewöhnliche Ensemble live erleben? Unter www.sommerkonzerte.de können Sie sich auch kurzfristig noch Karten für das Singspiel „König der Vögel“ am 29. Juli sichern.


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