Britta Meyer
17.08.2012
Hinter den Kulissen
Tiefgekühlt durch den Hochsommer

Minusgrade mitten im Sommer? Was völlig verrückt klingt, ist für die Kollegen in der Klimakammer der Qualiätssicherung in Neckarsulm Alltag: Hier gibt’s jeden Tag den Spagat zwischen Sibirien und Amazonas.

Klimakammer Neckarsulm

In der Klimakammer gibt’s auch mitten im Hochsommer sibirische Temperaturen

Ein ganz normaler Sommernachmittag in Neckarsulm: Das Thermometer zeigt 26 Grad und wer nicht arbeiten muss, liegt im Freibad oder schleckt ein Eis. Bei den Audi Kollegen in der Qualitätssicherung zeigt das Thermometer ebenfalls 26 Grad – allerdings im Minus. In der so genannten Klimakammer werden die Autos das ganze Jahr über auf Herz und Nieren geprüft – und zwar zu allen Wetterbedingungen rund um den Globus.

„Die Kunden fahren unsere Autos bei minus 40 Grad in Sibirien und bei über 50 Grad in Abu Dhabi – und natürlich soll dabei immer alles einwandfrei funktionieren“, erklärt Gerhard Lutze. Er leitet bei Audi in Neckarsulm den Bereich Funktions- und Dauerprüfung der Qualitätssicherung und ist gemeinsam mit seinem Team dafür verantwortlich, dass beispielsweise ein Panoramaschiebedach bei Temperaturen, die man in Mitteleuropa nur aus dem Eisfach kennt, im Norden Russlands selbst im tiefsten Winter noch funktioniert.

Klimakammer Neckarsulm

Gerhard Lutze und sein Team prüfen die Fahrzeuge auf Herz und Nieren

„Klimabetrieb“ steht auf einem Hinweisschild am Eingang des Raums, in dem gleichzeitig zwei Fahrzeuge unter Dauerprüfung genommen werden können. Eine weitere Tafel zeigt die Bandbreite der 2009 in Betrieb genommenen Anlage an: Von minus 40 bis plus 90 Grad ist hier alles möglich. „Wir können quasi den Amazonas nachstellen“, erläutert Lutze – hohe Luftfeuchtigkeit inklusive.

Für einen schwarzen A6 Avant wird es in der Testkammer trotz sommerlicher Außentemperaturen die nächsten zwei Tage eher kühl. Das Panoramaschiebedach wird unter Extrembedingungen auf mögliche Verschleißerscheinungen getestet. Dazu sind verschiedene Sensoren am Dach befestigt, Kabel laufen an einem Messgerät im Kofferraum zusammen. Bis zu 15.000 Mal wird sich das Dach während der Testphase öffnen und wieder schließen.

Auf einem Schreibtisch vor der Klimakammer stehen verschiedene technische Geräte und auf einem Computer laufen die gesammelten Daten zusammen. Temperatur, Feuchte und Kammerdruck werden hier gerade protokolliert.

„In etwa zwei Wochen stellen wir hier das nach, was ein Ausstattungsteil im Fahrzeug sonst vielleicht in 15 Jahren mitmachen müsste“, erläutert Ingenieur Lutze. Er prüft seit mehr als 30 Jahren bei Audi Teile und Modelle, bei denen die Entwicklung bereits abgeschlossen ist, bevor sie in die Produktion gehen auf Herz und Nieren. „Die Materialien verhalten sich bei Wärme, Kälte oder hoher Luftfeuchtigkeit völlig unterschiedlich – funktionieren sollten die Geräte aber immer.“ Und so schafft Audi Vorsprung durch Technik – egal ob im ewigen Eis oder kurz vor dem Äquator.

 

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A8 L 4.2 TFSI

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,5-7,3**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 197-190**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.


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