Stefanie Lang
19.10.2012
Audi Urban Future Award
Amerikanische Zukunftsvision überzeugt

Das Bostoner Architekturbüro Höweler + Yoon hat mit seinem Konzept „New American Dream“ den Audi Urban Future Award 2012 gewonnen. Wir waren bei der Preisverleihung des mit 100.000 Euro dotierten Architekturpreises in Istanbul dabei.

Audi Urban Future Award 2012

Architekt Eric Höweler mit Audi-Chef Rupert Stadler bei der Preisverleihung

Die Sonne geht gerade über Istanbul unter. Die letzten Strahlen bringen die Lebensader der türkischen Metropole, den Bosporus, märchenhaft zum glitzern. Hier auf der Suada, einer künstlichen Insel mitten auf dem Wasser zwischen Asien und Europa, findet am Donnerstagabend im Rahmen der ersten Istanbul Design Biennale die Preisverleihung des Audi Urban Future Award 2012 statt.

Hier überreicht Audi-Chef Rupert Stadler den mit 100.000 Euro dotierten Preis: „Die Gewinner sind Höweler & Yoon Architecture. Wir waren beeindruckt von ihrer Vision für die BoshWash Region im Jahr 2030. Sie führen den amerikanischen Traum fort: Freiheit und Individualität. Ein Traum, der auch Mobilität einschließt.“

Jeder, der viel Zeit auf der Straße oder im Zug verbringt, weiß: Nichts ist anstrengender als Zeitverlust. Wäre es nicht toll, diese Zeit als Pendler noch individueller und sinnvoller nutzen zu können? Wäre es nicht revolutionär, wenn wir individuellen und öffentlichen Verkehr durch eine neuartige Mobilitätsplattform verschmelzen? Mit solch einer städtebaulich und architektonisch anspruchsvollen Idee des so genannten „Shareway“ wollen die US-Architekten den „American Dream“ und das Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnung revolutionieren.

Sichtlich gerührt nimmt Eric Höweler den Preis entgegen, der wie ein futuristischer Wolkenkratzer aussieht. „Trotz all der Arbeit habe ich den Austausch mit Audi und den anderen Architekten im Wettbewerb sehr genossen. Danke an die Initiative und Herrn Stadler, die das ermöglicht haben“, bedankt er sich.

Höweler & Yoon ist eines der fünf teilnehmenden Architektenteams beim Audi Urban Future Award. Eine Fachjury unter dem Vorsitz des Designtheoretikers John Thackara hatte die Konzepte bewertet. Die Aufgabe für die Teilnehmer: Für ihre Megacity eine Vision für das Jahr 2030 zu erarbeiten, die sich auch auf den Aspekt der Mobilität bezieht: Mumbai, Sao Paulo, Boston/ Washington, das chinesische Pearl River Delta und Istanbul.

Audi Urban Future Award 2012

Die Teilnehmer des Audi Urban Future Award 2012

Fünf pulsierende Metropolen, die sich nicht gleichen, aber doch etwas gemeinsam haben: Sie wachsen und wachsen. Seit 2010 leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Was heißt das für die Lebensqualität in den Städten und die Mobilität ihrer Bewohner? Haben wir bald noch mehr Smog, Verkehr und Lärm?

Rupert Stadler glaubt das nicht: „Eine Stadt soll nicht die Heimat von Problemen sein, sondern von Menschen.“ Das Unternehmen hat deshalb 2010 die Audi Urban Future Initiative gegründet und sucht in diesem Rahmen den Dialog mit Stadtplanern, Soziologen, Architekten und anderen Disziplinen. Im Mai gewährte das Unternehmen den teilnehmenden Architekten Einblicke in die Technische Entwicklung in Ingolstadt. „Ein Experiment“, wie Rupert Stadler findet: „Wer permanent nach Fortschritt sucht, muss auch den Mut haben, umzudenken und Bestehendes in Frage zu stellen.“

Bei der bloßen Vision des Bostoner Architekturbüros soll es aber nicht bleiben. Für die Region an der amerikanischen Ostküste wird ein City Dossier entwickelt, aus dem langfristige Praxisprojekte entstehen. Stadlers Resümee: „Suchen wir nicht nach der perfekten Stadt! Besinnen wir uns auf die Stärken unserer Städte.“

Weitere Informationen zur Audi Urban Future Initiative finden Sie im Internet unter wwww.mooove.com.


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