Don Dahlmann
05.11.2012
Gastbeitrag
Mit dem Audi R8 durchs sonnige Italien

Zwei Wochen lang konnten Journalisten und Blogger in Italien den neuen Audi R8 testen. In seinem Gastbeitrag für das Audi Blog beschreibt Racingblog-Gründer Don Dahlmann seine Erlebnisse mit dem Hochleistungssportwagen.

Audi R8 Fahrveranstaltung

Gastautor und Racingblog-Gründer Don Dahlmann mit dem Audi R8

Ich werfe einen Blick auf das Meer, das sich vor mir zwischen Pesaro und Rimini entlang streckt. Hier, an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Emilia Romagna und Marken, habe ich eine kurze Pause eingelegt, um nach einer Stunde Fahrspaß ein wenig Luft zu holen. Hinter mir knackt und knistert es. Schuld an den Geräuschen ist der neue Audi R8 Spyder, den ich eben noch über eine schmale Bergstraße getrieben habe. Jetzt seufzt der V10-Motor leise und die Carbonbremsen flüstern, dass sie mehr diesen Straßen und Kurven sehen wollen.

Also wieder rein ins Auto, den Schlüssel gedreht und mit einem dumpfen Grollen erwacht der V10 erneut zu Leben, bereit weitere Kilometer durch die schmalen Gassen halb verlassener Dörfer zu entdecken. Es ist gerade Mittagszeit, die wenigen Restaurants und Cafés, die außerhalb der Saison noch auf haben, sind gut besucht. Rollt man mit dem Audi R8 vorbei, heben sich die Blicke, Freunde werden an gestupst.

Der R8 Spyder fällt auf, keine Frage. Nicht nur weil man, etwas provokativ, die rote Farbe ausgesucht hat, sondern auch, weil Aussehen und Motorsound für Aufmerksamkeit sorgen. Im Drehzahlbereich bis 3.000 Umdrehungen pro Minute min klingt der R8 fast zahm, dann folgt ein dröhnendes Grollen, das klar macht, dass da noch einiges an Leistung zu erwarten ist. Ab 4.500 Umdrehungen pro Minute, besonders im Sportmodus, bricht dann ein wahrhaftiger Sturm los, der erst bei über 8.500 Umdrehungen pro Minute durch den Schaltvorgang des Doppelkupplungsgetriebes unterbrochen wird.

Audi R8 Fahrveranstaltung

Don Dahlmann testet den Audi R8 auf der Rennstrecke in Misano

Es gibt kaum einen Wagen, der so schnell süchtig macht. Der Sound, die warmen Sonnenstrahlen, der Fahrtwind, der kräftige V10 – am liebsten würde man gar nicht mehr aussteigen, sondern einfach nur noch weiterfahren, bis die Sonne weg ist und der Tank leer.

Doch es wartet noch eine andere Aufgabe. Der Audi R8 ist nicht nur für schmale Landstraßen gebaut worden, sondern auch und vor allem für die Rennstrecke. Im Falle des neuen R8 V10 plus stehen immerhin 550 PS zur Verfügung, deren komplette Leistung man eigentlich nur auf abgesperrten Geläuf erfahren kann. Dafür hatte Audi die Rennstrecke in Misano in der Nähe von Rimini gemietet, die eine schöne Mischung aus schnellen und langsamen Passagen vereint.

Audi hat den R8 einer gründlichen Renovierung unterzogen. Der Rahmen wurden leichter gestaltet, die Motoren leicht überarbeitet, ebenso das Interieur. Den größten Schritt nach vorne stellt aber das Getriebe dar. Das von der quattro GmbH entwickelte Sieben-Gang-Getriebe löst das bisherige sequentielle Getriebe ab, dass etwas in die Jahre gekommen war.

Das neue Doppelkupplungsgetriebe schaltet nun auch ohne Zugkraftunterbrechung, was den Wagen grundsätzlich ruhiger auf der Hinterachse macht. Schön ist, dass man den Fahrer nicht gänzlich entmündigt. Ist man im manuellen Modus, verhält sich das Getriebe auch so. Wenn man das Schalten vergisst, macht man mit dem Begrenzer Bekanntschaft, ein automatisches Hochschalten gibt es nicht.

Audi R8 Fahrveranstaltung

Das Safety Car fährt die ersten Testrunden vorweg

Genug der Technik, lieber den Helm auf und rein in den Audi R8 und auf die Strecke. Erst gibt es zwei Runden hinter einem Instruktionsfahrzeug, die Strecke will ja kennen gelernt werden. Doch dann geht es los und ich kann den R8 an seine Grenzen bringen. Die, wie es sich für einen Supersportwagen gehört, ziemlich schwer zu erreichen sind. Auf der Bremse bleibt der Wagen stabil, die Carbonscheiben liefern auch nach mehreren Runden noch ihre volle Leistung.

In der Kurve neigt der Wagen erst zu einem leichten, sehr harmlosen Untersteuern, tritt man am Scheitelpunkt auf das Gaspedal, folgt ein hübsches, nie unangenehm wirkendes Übersteuern. Da hilft natürlich das ESP, das sich aber sehr zurückhält. Ein kurzer Drift ist immer drin und zaubert dann das Lächeln ins Gesicht des Fahrers.

Und das hält sich auch bis in den Abend. An der Bar des Hotels tauscht man mit Journalisten aus der ganzen Welt die Erfahrungen des Tages aus. „Awesome“ und „Incredible“ hört man. Ich drehe das Glas mit meinen Drink in der Hand herum und denke: „Ja, stimmt alles.“ Die Erinnerung an die Fahrt durch Italien und an die kleine Pause, mit dem knisternden R8 hinter mir, wird mich noch lange begleiten.

Mehr von Don Dahlmann können Sie im Racingblog und bei Racingcarz lesen.

 

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R8 V10

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 11,4**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 272**

R8 V10 Plus

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 12,3**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 287**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.


6 Antworten auf Mit dem Audi R8 durchs sonnige Italien

  1. WINMAN 05.11.2012 um 16:54 #

    netter Bericht, aber mir fehlt ein wenig die emotionale Komponente im Detail. Etwas weniger Umgebungsbeschreibung und mehr von den Fahrzeugen wäre nett gewesen. z.B. der Unterschied zwischen Coupe und Spyder und welche Vorzüge bietet der Plus wirklich?

  2. DonDahlmann 06.11.2012 um 22:08 #

    Hallo, ich denke, dass die technischen Details von Audi zur Veröffentlichung noch kommuniziert werden. Ganz allgemein war mein Ansatz in diesem Fall, den Wagen von seiner emotionalen Seite zu zeigen. Ob nun diese Variante 50 PS mehr, oder jene etwas anderes hat, war mir nicht so wichtig. In der Preiskategorie geht es um Emotionen, nicht um Preis- oder Ausstattungsvergleiche. Ich werde aber noch in meinem Blogeintrag auf andere Dinge eingehen, dafür reichte hier dann auch der Platz nicht.

  3. Enrico 09.11.2012 um 07:19 #

    so eine Tour würde ich auch gern mal machen. Wer kommt mit?
    🙂

  4. Philipp 06.02.2013 um 13:49 #

    Den hätte ich auch gerne bei mir in der Garage stehen. Aber zu der Tour würde ich auch nicht nein sagen 🙂

  5. Richard 13.05.2013 um 20:38 #

    Ein guter Bekannter der Autos verkauft hatte den vor einen Monat für ne kurze Zeit, nach langem Betteln durfte ich den mal kurz fahren – ein Traum sag ich nur… 😀

Reaktionen aus dem Netz (Trackbacks)

  1. Audi R8 Modellbausatz für Gelegenheitsbastler – Neuheit 2015 | Revell Blog - 21.01.2015

    […] schönen Audi R8 Fahrbericht in und um Misano hat Blogger Don Dahlmann hier auf dem Audi-Blog […]

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