Regina Brand
12.11.2012
50 Jahre Kultur bei Audi
Eine Industriehalle als Opernbühne

Audi feiert 50 Jahre Kultur und hat am Sonntag zu einem außergewöhnlichen Festakt unter der Regie von Katharina Wagner ins Presswerk eingeladen. Über 150 Künstler aus Klassik, Pop, Jazz und Theater gestalteten den Jubiläumsfestakt.

Jubiläumsfestakt 50 Jahre Kultur bei Audi

Die Audi-Jugendchorakademie und das Georgische Kammerorchester

Rote Lichtsäulen und dezente Beleuchtung für gestapelte Großpressen: Wo vor drei Tagen noch ganz normaler Schichtbetrieb herrschte, stehen am Sonntagabend rund 500 geladene Gäste im Herzen einer außergewöhnlichen Szenerie aus Industrie und Technik. Eine große Bühne, das Gerüst der Lichttechnik und zahlreiche Scheinwerfer verschmelzen mit der Atmosphäre des Ingolstädter Audi-Presswerks. Festlich gedeckte Tische und ein Klavierflügel wirken neben überdimensionalen Rohren an der Decke, Containern und verschiedensten Schaltanlagen fast surreal.

Zur Feier des 50-jährigen Jubiläums des Kulturengagements bei Audi hat das Unternehmen zu einem außergewöhnlichen Festakt eingeladen und inszeniert Kultur in der Werkshalle. Gestaltet wurde der Abend von Wagner-Urenkelin Katharina Wagner.

„Mich hat das Ambiente sofort fasziniert. Es war mir wichtig eine Symbiose der technischen Umgebung und der künstlerischen Werke zu schaffen“, erklärt die Leiterin der Bayreuther Festspiele. Sie hat die einzigartige Inszenierung mit über 150 Künstlern gestaltet und eine Szenerie aus überwältigenden Lichtspielen, akustischen Klängen und spielerischer Nutzung des Bühnengerüsts entstehen lassen.

Die Audi-Bläserphilharmonie eröffnet den Abend und spielt anschließend gemeinsam mit der Pianistin Olga Scheps den ersten Satz von Sergej Rachmaninows zweitem Klavierkonzert. Es folgt eine fünfstündige Reise durch die Vielfalt der Kultur bei Audi – auch über die deutschen Standortgrenzen hinaus bis nach Györ und Brüssel. Opernsängerin Angela Brower singt eine Arie aus Hoffmanns Erzählungen von Offenbach, Kabarettistin Marianne Sägebrecht liest in Begleitung eines Trompeters aus „Mitten ins Herz“.

Das belgische Bläser-Oktett beschwingt mit Haydn, der chinesische Solist Wu Wei improvisiert auf seiner Sheng-Mundorgel, das Georgische Kammerorchester Ingolstadt begleitet die Audi Jugendchorakademie mit „Tönet ihr Pauken“ von Johann Sebastian Bach und Pop-Musiker Andreas Bourani singt seinen Hit „Nur in meinem Kopf“.

Als Gastgeschenk des ungarischen Produktionsstandortes tanzt das Györer Ballett zur Musik von Queen. Jazzstar Till Brönner und Percussionist Martin Grubinger runden die Reise durch die weite Bandbreite der Audi-Kulturförderung ab. Die Auftritte reihen sich in die rückblickenden Gespräche zu Erinnerungen an die Anfänge vor 50 Jahren, als hier in der Produktion die Idee zu einem Werksorchester entstand.

„Wir würdigen mit dieser Inszenierung das kulturelle Engagement vieler Mitarbeiter. Mit der nachhaltigen Förderung von Künstlern können wir unseren Teil an die Gesellschaft zurückgeben“, sagt Audi-Chef Rupert Stadler. Den Grundstein für das mittlerweile halbe Jahrhundert Kulturförderung bei dem Automobilhersteller legte die Audi-Bläserphilharmonie. Das 1962 gegründete Werksorchester besteht bis heute zu zwei Dritteln aus Audi-Mitarbeitern und feiert mittlerweile über die Werksgrenzen hinaus Erfolge. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Peter Mosch ehrte die Mitglieder für dieses Engagement.

Jubiläumsfestakt 50 Jahre Kultur bei Audi

Das Györer Ballett tanzte zur Musik von Queen

„Ich habe es akustisch derartig genießen können. Das zusätzliche Farbenlichtspiel war sensationell“, zeigt sich Rupert Stadler von dem gelungenen Festakt begeistert. „Großes Kompliment an alle: Es war ein fantastischer Abend. Der Aufbau und die Bildregie waren großartig“, beschreibt eine begeisterte Helga Rabl-Stadler. Und die Präsidentin der Salzburger Festspiele, die Audi ebenfalls unterstützt, ergänzt: „Es hat mich bestätigt, dass Audi der richtige Partner für Kultur ist. Durch seinen unternehmerischen Erfolg verschafft Audi künstlerische Freiheit.“

Mit dem letzten Trommelschlag auf der Bühne öffnen sich schließlich die Hallentore des Presswerks. „Morgen geht es hier wieder rund“, erklärt Produktionsvorstand Frank Dreves. Noch über Nacht verwandelt sich der zwölf Meter hohe Klangraum zurück in eine Produktionsstätte: Die Großpressen werden wieder an ihren Platz gerückt, um im Drei-Schichten-Betrieb die Karosserien der Autos zu formen.

Audi unterhält das umfangreiche Kulturprogramm Audi Art Experience, welches neben lokalen und nationalen Kulturprojekten langjährige Partnerschaften mit renommierten internationalen Kulturinstitutionen pflegt. Lesen Sie im Interview mit Katharina Wagner im Audi Blog, was die besonderen Herausforderungen der Inszenierung waren.


Kein Kommentar bisher.

Schreibe einen Kommentar

Benötigte Felder sind markiert. *

Nach dem Absenden Ihres Kommentars wird dieser durch die Redaktion überprüft und freigegeben.

Wenn Sie zum ersten Mal im Blog kommentieren, müssen Sie einmalig Ihre Identität bestätigen. Dazu erhalten Sie eine E-Mail mit einem personalisierten Link, den Sie für die Verifizierung Ihrer Angaben bitte aufrufen. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.