Franziska Queling
23.11.2012
Audi Design UNIverse
Talentschmiede für Designer

Eine Modellhalle und viele innovative Köpfe: Im Rahmen des „Audi Design UNIverse“ hat das Unternehmen erstmals Designstudenten aus ganz Europa zur Präsentation nach Ingolstadt eingeladen. Das Ergebnis: die kreativen Autodesigns von morgen.

Audi Design UNIverse

Autodesigner von heute und morgen im Gespräch: Studenten präsentieren ihr Modell beim Audi Design UNIverse

Eine Modellhalle in Ingolstadt, fernab von überfüllten Hörsälen, trockenem Studentenfutter und langweiligen Vorlesungen, in der es von Kreativität nur so wimmelt. Der hell beleuchtete Raum ist gefüllt mit Zukunftsideen und Visionen. Die Halle, die das Audi Design normalerweise für Vorstandspräsentationen nutzt, dient an diesem Donnerstag als Campus.

Die Audi-Designabteilung hat erstmals die Werkstore für Designstudenten geöffnet – junge Kreative, die die Zukunft des Designs bestimmen könnten. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen aus der ganzen Welt hat jahrzehntelange Tradition im Unternehmen. Und doch ist es eine Premiere: Noch nie zuvor waren der Nachwuchs nach Ingolstadt eingeladen, um die Kooperationsprojekte den Audi-Designern vorzustellen. Normalerweise passiert das direkt an den Hochschulen selbst.

Und so ist die Designhalle heute sehr voll: Voll mit 42 Designstudenten von vier europäischen Hochschulen, ihren 46 Modellen und über 100 Audi-Designern, die sich im Rahmen des „Audi Design UNIverse“ mit den Nachwuchstalenten austauschen – darunter auch die Designleiter und der Designchef Wolfgang Egger.

Kreativität steht hier merkbar im Mittelpunkt: Nach der Begrüßung werden alle Modelle der Studenten in einer Werkschau vorgestellt und im Rundgang diskutiert. In einer anschließenden gemischten Runde werden Inspirationen und Arbeitsweisen gemeinsam besprochen.

Ob an den Modellen direkt oder an Skizzen tauschen sich Profigestalter, Designstudenten und Professoren aus. Gemeinsam sind sie in ihre Welt der Gestaltung vertieft. So entstehen Perspektivwechsel, neue Impulse und Denkansätze, wie die Themen zukünftiger Mobilität gestaltet werden können.

Jede Hochschule hatte zuvor ein anderes Thema bearbeitet. Das Royal College of Arts in London und die Academy of Fine Arts and Design aus Bratislava setzten Inspirationen aus der Natur in den Autodesigns um. Eigenschaften von Holz, Wasser, aber auch Früchte wurden zu Baumaterial für Autos umgewandelt. Die Scuola Politecnica di Design aus Mailand beschäftigte sich mit konkreten Lösungsansätzen zur Verkehrsführung während der Expo Milan im Jahr 2015.

Die Aussicht, dass manche der Ideen bereits in zwei Jahren umgesetzt werden könnten, motiviert die Studenten Victor Diemer und Kentaro Tamamushi ganz besonders. Sie haben das Projekt einer neuartig chauffierenden Limousine entworfen: „Wir durften mit echten Parametern designen. Durch diese Wirklichkeit kann man besser denken: was brauchen die Leute, wie werden sie das Auto benutzen?“

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach hatte das Thema „Traum wagen“. Hier spielten zukünftige Werte der Gesellschaft eine große Rolle, denn was uns dann begehrenswert erscheint, kann man heute gerade mal erahnen. Und doch sind es eben diese Träume von morgen, mit denen sich die Designer bereits heute in ihrer Gestaltung befassen.

Audi Design UNIverse

Studentin Vanessa Woznik aus Offenbach diskutiert mit ihrem Professor und den Audi-Designern Frank Rimili und Achim Badstübner ihr „Traum wagen“-Konzept

Ziel der Veranstaltung: Die kreativen Köpfe von morgen finden. Schon oft kam ein Audi-Designer über eine solche Kooperation ins Team. „Es schlummern viele Talente in diesen Hochschulen für Design, die wir entdecken und fördern wollen“, sagt Klemens Rossnagel, der das Projekt Hochschulkooperationen betreut. „Diese Kooperationsprojekte eigenen sich besser als jedes Portfolio, um Studierende kennenzulernen.“

Und so mancher Student kann im Anschluss direkt über ein Praktikum oder seine Abschlussarbeit ins Team einsteigen und aktiv die Serienmodelle oder Concept Cars von übermorgen formen. Lässt sich nach dem kreativen Campustag schon sagen, wie die aussehen könnten?

Achim Badstübner, Leiter für Exterieurdesign meint: „Ja, der Trend geht weg vom Auto als Gebrauchsgegenstand und hin zu personalisiertem Design. An den Studentenarbeiten zeigt sich die individuelle Faszination für Autos, die auch in Zukunft andauern wird. Die Ästhetik scheint als Grundbedürfnis zu bleiben.“ Mehr soll aber noch nicht verraten werden. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude – auch in Sachen Autodesign.


Eine Antwort auf Talentschmiede für Designer

  1. Scott 20.03.2017 um 01:23 #

    Alles schön und gut, aber was hat Ihre Firma für unser Umwelt gemacht? Unser Luft, die Klima?

    Vergiftung, Aussterben und Klimakatastrophen – aber immer mit feines Design!

    Ihre Kinder und Enkeln werde dafür auch dankbar sein.

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