Thomas Tacke
29.11.2012
Modellautobörse
Kleine Autos für große Sammler

Einige tausend Modellautos, rund 3.000 Sammler und 100 Aussteller: Bei der 19. Modellautobörse in Ingolstadt kamen die kleinsten Autos groß heraus. Bei den Fans war vor allem die limitierte Auflage des Audi A3 in Pink heiß begehrt.

Modellauto-Börse in Ingolstadt

Alexander, Reinhard und Markus Reichel fanden schnell schöne Autos

Mit einem Lachen im Gesicht schaut Markus Reichel auf sein neues Auto: ein silberner Audi R8 GT, spendiert von Vater Reinhard. Leider nicht für die Straße: „Der kommt in meinen Schrank im Zimmer“, erklärt der Dachauer. Denn noch hat der 10-Jährige keinen Führerschein und der Supersportwagen misst nur wenige Zentimeter – ein Modellauto eben.

Bei der 19. Modellautobörse in Ingolstadt kamen am vergangenen Wochenende die kleinsten Autos ganz groß raus: Rund 100 Aussteller zeigten mehrere tausend Fahrzeuge verschiedenster Marken und Jahrgänge, allesamt im Miniaturformat. Rund 3.000 Sammler stöberten am Sonntag im Audi Forum zwischen Autos, Fachliteratur und Pins. Die Audi Tradition richtete das Treffen wieder zusammen mit dem Audi Modellautoclub Ingolstadt aus.

Die Fans hatten es vor allem auf ein limitiertes Exemplar abgesehen: Das diesjährige Sondermodell des Audi Modellautoclubs, ein Audi A3 im Maßstab 1:87 und in der auffallenden Farbe Pink, ging in wenigen Stunden genau 777 Mal über den Ladentisch. Schon vor der Eröffnung standen viele Sammler dafür Schlange. Der Erlös des Verkaufs ging an den Ingolstädter Förderverein zur Unterstützung Krebskranker.

Modellauto-Börse in Ingolstadt

Das Sondermodell des Audi Modellautoclubs: ein Audi A3 in Pink

„Viele kommen jedes Jahr, um unser Sondermodell zu ergattern und keine Lücke in der Sammlung zu haben. Die meisten Besucher sind schon Stammgäste“, sagte Jürgen Reibel vom Modellautoclub, privat selbst stolzer Besitzer von ca. 9.800 Modellautos. Zu den Käufern des pinken Audi A3 gehörte auch Karl-Heinz Thalhofer. „Mit den Modellautos ist es wie mit den Briefmarken: Fängt man einmal an zu sammeln, hört man nicht wieder auf“, erklärt der Ingolstädter.

Einen frisch gekrönten Hingucker hatte die Audi Tradition zu bieten: Das NSU Quickly Moped im Maßstab 1:10 räumte bei der Leserwahl der Fachzeitschrift „Modell Fahrzeug“ kürzlich den ersten Preis in der Kategorie „Zweiräder“ ab. Dem prämierten Modell stellte die Traditionsabteilung das Original-Moped aus dem Jahr 1955 zur Seite.

Modellauto-Börse in Ingolstadt

Michel Ottenwaelder kam extra aus Straßburg

Die Ingolstädter Modellautobörse gehört mittlerweile zu den größten ihrer Art in Deutschland und zieht selbst Publikum aus dem Ausland an: Michel Ottenwaelder reiste aus dem französischen Straßburg an und verkaufte Bugatti-Bausätze aus Kunstharz. „Ich wollte mal etwas anderes probieren und bin ganz begeistert von dem Ambiente hier. Meine Produkte kommen gut an“, sagt der Händler.

Die Audi Tradition richtet jährlich zwei Modellautobörsen aus, eine in Ingolstadt und eine in Neckarsulm. Das Geschäft mit den Miniaturautos betreibt Audi schon seit Anfang der 90er Jahre und hat seitdem über 1.000 verschiedene Modelle auf den Markt gebracht. Über das Internet, im Audi Shop oder bei den Händlern kann jeder Interessierte die Modelle kaufen. Für Marc Hufenbecher, Produktmanager für Modellautos bei Audi, hat die Sammlerleidenschaft zwei Gründe: „Das Besondere an den Modellautos ist sicherlich, dass man sich so ein Auto leisten kann, das man früher mal gefahren hat – oder von dem man schon immer geträumt hat.“ Letzteres galt in jedem Fall auch für Markus Reichel aus Dachau, der als Besitzer eines Audi R8 GT nach Hause ging.


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