Regina Brand
28.01.2013
Bernd Rosemeyer
Erinnerungen an den Nebelmeister

Vor 75 Jahren verunglückte Auto Union-Fahrer Bernd Rosemeyer, einer der besten Rennfahrer in der Geschichte des deutschen Motorsports. 1936 war sein Jahr gewesen: Europameister, Deutscher Meister und Deutscher Bergmeister. Ein Rückblick.

Bernd Rosemeyer

Start seiner Schicksalsfahrt: Am 28. Januar 1938 verunglückte Rosemeyer bei einem Weltrekordversuch

Es ist der 28. Januar 1938: Der damals 28-jährige Bernd Rosemeyer verunglückt bei einem Weltrekordversuch auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt. Er fährt 440 Stundenkilometer als er sich mit einem Auto Union Typ C Stromlinien-Rennwagen mehrmals überschlägt – der Tod für den bis heute legendären Rennfahrer.

Seine größten Erfolge hat Rosemeyer zwei Jahre zuvor gefeiert: 1936 wird er Europameister, Deutscher Meister und Deutscher Bergmeister. Zu jener Zeit pilotierte er den Auto Union Rennwagen Typ C, dessen hoch entwickelte Technik der Zeit weit voraus war. Doch erst das Zusammenspiel dieser technischen Präzision mit der herausragenden fahrerischen Leistung eines Rosemeyers garantierte den Erfolg.

Beim legendären Eifelrennen am 14. Juni 1936 demonstrierte er bei dichtem Nebel sein intuitives Fahrkönnen. Bei dem internationalen Wettbewerb auf dem Nürburgring sollte die Grand-Prix-Saison mit dem neu eingeführten Auto Union C-Typ 16-Zylinder Rennwagen zum vollen Erfolg werden. Die Werksteams von Mercedes Benz und Alfa Romeo waren die größten Kontrahenten der Auto Union.

Ein Jahr zuvor, am 26. Mai 1935, war Rosemeyer als ehemaliger Motorradrennfahrer beim Avus-Rennen in Berlin zum ersten Mal für die Auto Union gestartet und zählte am Ende der Saison gemeinsam mit Auto Union-Fahrer Hans Stuck zu den besten Piloten des Werksteams. Hundertausende Zuschauer drängten sich in den 30er Jahren an die Rennstrecken, um die Wettfahrten ihrer Idole auf den magischen Grand-Prix-Wagen zu verfolgen.

Bernd Rosemeyer

Die Start-Szenerie beim Internationalen Eifel-Rennen 1936 mit der Nürburg im Hintergrund

Beim Eifelrennen 1936 überraschte Rosemeyer die Massen und besiegte Tazio Nuvolari, den Weltklassefahrer von Alfa Romeo. Zu Beginn des Rennens lag Nuvolari vorne, Rosemeyer schaffte es allerdings dicht an ihn ranzukommen und überholte ihn in der sechsten Runde. Trotz des plötzlich einsetzenden Nebels gelang es dem Deutschen als einzigem Fahrer, die Rundenzeiten beizubehalten und wie bei klarer Sicht zu fahren. Am Ende überfuhr er mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor Nuvolari die Zielgerade – und die Renngemeinde feierte ihn seitdem als Nebelmeister.

„Noch heute gilt das Eifelrennen 1936 als Paradebeispiel für das Ausnahmetalent Rosemeyers und sein unglaubliches fahrerisches Können. Er hatte sich trotz dichten Nebels vollkommen auf seine Intuition verlassen“, so Automobilhistoriker Peter Kirchberg.

Mehr über Rosemeyers Eifelrennen können Sie in Peter Kirchbergs Buch „Bernd Rosemeyer – Die Schicksalsfahrt“ (Delius Klasing Verlag „Edition Audi Tradition“) lesen. Weitere Informationen zu seinem 75. Todestag finden Sie in den Audi MediaServices.


Reaktionen aus dem Netz (Trackbacks)

  1. Vor 75 Jahren starb Bernd Rosemeyer - 1300ccm.de - 06.10.2014

    […] auch die Titel eines Deutschen Straßenmeisters und des Deutschen Bergmeisters. Sein Auftritt bei Eifel Rennen gilt bis heute als […]

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