Britta Nijhof
06.02.2013
Audi.torium
Reine Spukulation

Walter von Lucadou ist Deutschlands bekanntester Spukforscher und bereits seit 40 Jahren den Geistern auf der Spur. Am Dienstagabend berichtete der Parapsychologe im Audi.torium über Spuk, Geisterjagd und übersinnliche Begegnungen.

Audi.torium Walter von Lucadou

Walter von Lucadou stellt sich den Fragen der Moderatorin

Gänsehautstimmung, der Atem stockt: Die Zuschauer des Audi.toriums im Audi Forum Ingolstadt hören gebannt auf die Stimmen – nicht aus dem Jenseits, sondern aus den Lautsprechern. Es berichten Betroffene: Ich sehe Gespenster! Ich erhalte Botschaften aus dem Jenseits! Warum verschwinden regelmäßig Gegenstände? Ich höre Stimmen und fühle mich beobachtet!

Sind Menschen, die von solchen übersinnlichen Erfahrungen berichten, einfach nur verrückt? Walter von Lucadou ist vom Gegenteil überzeugt. Er nimmt Esoterik, Geister, Telepathie und paranormale Wahrnehmungen ernst. Zwei Stunden lang stellte er sich am Dienstagabend im Rahmen des ausverkauften Audi.torium den Fragen von Moderatorin und Audi Mitarbeiterin Eva Backes.

Seit 40 Jahren ist der Parapsychologe dem Spuk auf der Spur und sucht nach natürlichen Erklärungen für das Unnatürliche: „Echter Spuk wird nicht gemacht, er passiert einfach“, stellt Lucadou gleich zu Beginn klar.

Audi.torium Walter von Lucadou

Walter von Lucadou im Gespräch mit Moderatorin Eva Backes

Für den promovierten Physiker und Psychologen ist Spuk eine psychosomatische Reaktion. Diese äußert sich aber nicht körperlich, wie etwa beim Erröten in einer peinlichen Situation. „Menschen, bei denen es spukt, sind nicht verrückt. Sie haben die Fähigkeit, eine psychosomatische Reaktionen nach außen zu tragen.“ Indem etwa Steine durch die Wohnung fliegen oder Büroräume in Flammen aufgehen.

Letzteres Beispiel stammt aus einem Industriebetrieb. Dort habe es laut Lucadou gespukt, denn ständig sei ohne Zutun der Mitarbeiter Feuer ausgebrochen. Vor allem Kalender hätten gebrannt. Brandschutz-Experten konnten hierfür keine Ursache finden. Lucadou ging dem Phänomen auf die Spur und fand heraus, dass das Feuer immer dann ausbrach, wenn eine bestimmte Büroangestellte unter Stress stand. Der Rat des Wissenschaftlers in solchen Fällen: „Man muss sich die psychosomatische Reaktion bewusst machen und sich über starke Gefühle, die Hass oder Eifersucht hervorrufen können, im Klaren sein. Dann hört der Spuk auf.“

Audi.torium Walter von Lucadou

Walter von Lucadou berichtet von paranormalen Erlebnissen

Die Büroangestellte als Einzelfall? Nicht laut Lucadou. Etwa 3.000 Anrufe gehen pro Jahr in seiner Parapsychologischen Beratungsstelle ein. Die staatlich geförderte Einrichtung hat er 1989 in Freiburg gegründet – als erste in Deutschland. Mit seinen Theorien bewegt er sich zwischen den Stühlen der Wissenschaft, die um das Phänomen einen großen Bogen macht.

„Ich weiß selbst, dass die Parapsychologie ein Stiefkind der Wissenschaft ist“, sagt Lucadou. Doch er nimmt paranormale Erlebnisse ernst, will sie dingfest machen und wissenschaftlich belegen. Denn: „Auf dem Esoterik-Markt gibt es viele Scharlatane, die nichts liefern und den Leuten Geld aus der Tasche ziehen. Menschen haben das Recht, dass Wissenschaft sie ernst nimmt.“

Gleichgültig, ob diese Phänomene nun wirklich existieren oder nicht, ob jemand daran glaubt oder nicht – es gibt Menschen, die unter paranormalen Erlebnissen leiden. Und für diejenigen findet Walter von Lucadou Erklärungen, sowohl als Berater in okkulten Fragen, als auch als Wissenschaftler. Doch wie überall, gibt es auch in der Parapsychologie immer wieder Fälle, an denen sich selbst die Geister scheiden.


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