Stefanie Lang
18.03.2013
Sebring
Audi verabschiedet sich mit Doppelsieg

Beim 12-Stunden-Rennen in Sebring ging am Wochenende eine Ära zu Ende: Zum vorerst letzten Mal startete ein Audi Le-Mans-Prototyp auf dem legendären Kurs in Florida. Audi verabschiedete sich mit dem R18 e-tron quattro und einem Doppelsieg.

12-Stunden-Rennen Sebring

Audi konnte am Wochenende in Sebring einen Doppelsieg feiern

Sechs Kilometer ist der Kurs von Sebring lang – sechs Kilometer, die Kultstatus haben. Mit dem 12-Stunden-Rennen in Florida ist am Samstag traditionell die amerikanische Sportwagenrennserie ALMS (American Le Mans Series) gestartet. Audi gelang dabei ein denkwürdiger Doppelsieg: Marcel Fässler, Oliver Jarvis und Benoit Tréluyer fuhren mit dem Audi R18 e-tron quattro den ersten Erfolg eines Hybrid-Sportwagens in Sebring ein. Ihre Teamkollegen Tom Kristensen, Lucas di Grassi und Allan McNish folgten auf dem zweiten Platz – noch vor Formel-1-Pilot Nick Heidfeld.

Es dürfte der vorerst letzte Sieg eines Audi LMP1-Sportwagens in Sebring sein. Aufgrund eines neuen Reglements dürfen dort ab 2014 keine Le-Mans-Prototypen der Top-Kategorie mehr an den Start gehen.

Seit 1950 finden auf der Strecke Rennen statt, selbst der Formel-1-Zirkus war schon einmal zu Gast. Das ehemalige Flughafengelände versprüht – anders als die modern ausgebauten Rennstrecken in Europa – den Charme der 1960er-Jahre: Betonplatten wechseln sich mit Asphalt ab, die Fahrer spüren jede Fuge in den Zwischenräumen, wenn sie mit Hochgeschwindigkeit durch die 17 Kurven jagen. Schon die erste Kurve gilt als Mutprobe, da sie nicht einsehbar ist.

12-Stunden-Rennen Sebring

Tom Kristensen ist der Rekordsieger von Sebring

Rekordsieger von Sebring ist Audi-Werksfahrer Tom Kristensen. Sechs Mal stand er in Florida auf dem Siegerpodest ganz oben. Für den Dänen ging deshalb am Samstag eine Ära zu Ende: „Motorsport in den USA ist schon grundsätzlich etwas ganz Besonderes – wegen der Atmosphäre, den vielen Teams und den begeisterungsfähigen Fans. Sebring ist in all diesen Disziplinen der Spitzenreiter: Die ganze Stadt lebt dieses Rennen, die Fans reisen schon eine Woche vorher an, das Rennen hat eine lange Tradition.“ Die Atmosphäre beschreibt er auch in diesem Jahr als „außergewöhnlich“, das Rennen selbst als „denkwürdig, hart und schnell“.

Für Kristensen, der bereits seine 14. Saison für Audi bestreitet, und seine Teamkollegen ist es das ideale Training für die 24-Stunden von Le Mans im Juni: „Die Strecke in Sebring stellt Mensch und Material auf eine harte Probe – ideal also, um sich auf das härteste Rennen der Welt vorzubereiten.“ Neben Sebring zählt der Kurs in Frankreich zu Kristensens Lieblingsstrecken.

12-Stunden-Rennen Sebring

Sebring in der Dämmerung

Auch in Le Mans hält er den Rekord: Acht Siege gehen auf das Konto des 45-Jährigen. Kein Wunder, dass er im Februar von der englischen Fachzeitschrift „Motor Sport“ in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Eine „große Ehre“ für ihn, doch er fügt auch hinzu: „Langstrecken-Rennsport ist ein Teamsport und ich hatte das Glück, für die besten Teams fahren zu dürfen und exzellente Teamkollegen zu haben. Deshalb gilt ihnen der Preis genauso wie mir.“

Dass es in Sebring nur zum zweiten Platz gereicht hat, nimmt Kristensen daher mit Gelassenheit und als echter Teamplayer: „Wir hatten selbst die Chance zu gewinnen – aber wir haben es nicht geschafft. Gratulation also an die Jungs aus dem Schwesterauto.“ Für den Rest der Saison ist die Marschroute jedoch klar: „Das Ziel ist vor jeder Saison das gleiche wie vor jedem Rennen und jedem Qualifying: Ich möchte der Schnellste sein.“


Kein Kommentar bisher.

Schreibe einen Kommentar

Benötigte Felder sind markiert. *

Nach dem Absenden Ihres Kommentars wird dieser durch die Redaktion überprüft und freigegeben.

Wenn Sie zum ersten Mal im Blog kommentieren, müssen Sie einmalig Ihre Identität bestätigen. Dazu erhalten Sie eine E-Mail mit einem personalisierten Link, den Sie für die Verifizierung Ihrer Angaben bitte aufrufen. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.