Datum: 21.03.2013
Autor: Thomas Tacke
Kommentare: 2
Tags: Audi, Audi-Klick, e-Sound, Hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen
Horch mal!
21.03.2013

Wie klingt eigentlich ein Audi? Wer dieser Frage nachgeht, stößt auf verschiedene Sounds und doch auf eine ganz eigene Akustik. Was verbirgt sich hinter dem Audi-Klick und wie wird das Soundsystem optimiert? Ein Besuch im Audi-Soundlabor.

Der Klang eines Audi

Im Haptiklabor wird der typische Audi-Klick geprüft

Eine Marke, ein Auftritt – und das weltweit. Audi hat in den internationalen Märkten und Medienkanälen schon lange ein einheitliches visuelles Erscheinungsbild. Doch Optik ist nicht alles: „Audi soll auch mit geschlossenen Augen erkennbar sein“, sagt Sigrid Bründl. Sie arbeitet am Corporate Sound der Marke. Und der soll ihr einen eindeutigen akustischen Wiedererkennungswert geben – ganz gleich ob in Werbung, auf Internetseiten, bei Messeauftritten oder auf dem Smartphone.

Verschiedene Töne, Klänge, Instrumente, Musikstücke und Geräusche: „Die Sounds sollen emotional und überraschend sein und dabei authentisch und präzise klingen. An diesen Koordinaten orientieren wir uns“, erläutert Bründl. Bei der musikalischen Produktion arbeitet Audi mit Experten der Agentur s12/Klangerfinder zusammen. Alle neuen Klangabfolgen und Sounds, wie zum Beispiel Fahrzeugaufnahmen, werden im Audi Sound Portal gespeichert, einem virtuellen Tonstudio für Komponisten. Inzwischen lagern hier schon über 1.000 Tondateien.

Bekanntestes Stück des Corporate Sounds ist der Heartbeat – das akustische Markenzeichen von Audi. Mit ihrem Soundlogo wirbt die Marke bereits seit über 15 Jahren in audiovisuellen Medien und bei öffentlichen Auftritten. „Der Heartbeat macht Audi in Sekundenschnelle identifizierbar und den Vorsprung durch Technik hörbar“, fasst Bründl zusammen.

Fortschrittliche Technik hörbar zu machen – diesen Anspruch haben auch Ulrich Müller, Manfred Mittermeier und ihre Kollegen aus dem sogenannten Haptiklabor der Technischen Entwicklung. Beim Entstehungsprozess elektrischer Bedienelemente für das Interieur dirigieren sie das Zusammenspiel von Tasterlebnis und Akustik: „Wie beim Schalten müssen auch beim Betätigen von Bedienelementen Gefühl und Klang, Präzision und Solidität vermittelt werden“, sagt Müller.

Daher hat das Haptikteam den Audi-Klick entwickelt – das typische, nur wenige Millisekunden ertönende Klickgeräusch beim Betätigen der Schalter und Tasten: „Der Audi-Klick zeigt dem Fahrer an, dass die gewünschte Funktion aktiviert und vom Fahrzeug ausgeführt wurde. Der Fahrer genießt damit eine höhere Bediensicherheit und kann sich voll auf den Straßenverkehr konzentrieren.“

Ob Klimaanlage, Warnblinker oder Dreh-/Drücksteller: Das typische Geräusch ist bei der Betätigung aller Bedienelemente und in jedem Modell zu hören. Dabei ist sein Grundmechanismus so einfach wie präzise: Zwei kleine Metallfedern erzeugen den „Klick“ beim Einrasten in die neue Lücke eines Zahnrads. Mit Kraft-Weg-Verläufen messen Müller und seine Kollegen die Qualität des Anfassgefühls, die Akustik wird durch Frequenzanalysen erfasst: „Das Ergebnis kann jeder Audi-Fahrer hören und fühlen: Es ist die perfekte Intonation zwischen dem Tasten mit der Hand und der akustischen Wahrnehmung des Audi-Klicks. Wir wollen für eine homogene Akustik im ganzen Auto sorgen.“

Der Klang eines Audi

Kontrolle am Haptik-Akustik-Prüfstand

Natürlich dürfen in einem solchen Zusammenhang auch die Soundsysteme nicht fehlen – schließlich sollen aus den Lautsprechern sehr hochwertige Klänge kommen. Die entsprechenden Anlagen werden im sogenannten Soundlabor mithilfe des Sweeps getestet. „Dieses Signal verändert sich von einer hohen zu einer niedrigen Frequenz und misst die Übertragungsfunktionen einzelner Lautsprecher und des gesamten Soundsystems. Auf diese Weise wird die klangliche Abstimmung, das sogenannte Tuning, überprüft“, sagt Entwicklerin Martina Bellanova.

Ein auf dem Fahrersitz platzierter Dummy empfängt das Sweep-Signal über Mikrofone. Die Daten werden von einem Computer erfasst und ausgewertet. Zusätzlich hören sich speziell ausgebildete Spezialisten das Signal im Auto an und bewerten die subjektive Qualität der Ausgabe. Dabei geht es nicht nur um das einwandfreie Funktionieren der Soundsysteme, sondern auch um das Ausloten der Resonanz aller anderen im Auto verbauten Komponenten. Kein noch so kleines Detail, und sei es eine Fußmatte, soll den perfekten Klang trüben.

Der Artikel ist im aktuellen Dialoge Markenmagazin erschienen, in dem Sie spannende Beiträge rund um die Marke Audi finden.

2 Antworten auf Horch mal!

  1. Robert Walter 04.04.2013 at 01:21 #

    Wer sich mit Autos auskennt achtet auf so etwas.
    Allein das zuschlagen der Tür, ist für mich vom Klang her, ein Qualitätskriterium.
    Das ist aber für Audi sicher keine Herausforderung ;)

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  1. Der Klang eines Audi | hypesRus.com - Video - 21.03.2013

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