Johannes Hofsommer
22.06.2013
Le Mans 2013
Mensch und Maschine 24 Stunden unter Strom

Die legendären 24 Stunden von Le Mans sind mehr als nur ein Rennen, mehr als nur im Kreis fahrende Autos: Sie sind der Härtetest für Mensch und Maschine. Wir haben hinter die Kulissen geschaut und dabei wahre Grenzgänger getroffen.

Le Mans 2013

Audi-Teamarzt Christian John kümmert sich schon seit 30 Jahren um Motorsportler

Die Nacht bricht herein über Le Mans. Die Dämmerung verschluckt die Schutzzäune der legendären französischen Rennstrecke. Das Publikum drängt sich dicht an dicht und verschmilzt im Dunkeln der Nacht zu einer Einheit. Gespenstisch ist die Ruhe, die sich wie die Nacht über den Tag nun über die Menschen legt. Plötzlich nähert sich ein gleißendes Licht: Der Audi R18 e-tron quattro durchschneidet die Nacht und macht sie mit seiner LED-Technik für Bruchteile von Sekunden zum Tag.

Das ist Le Mans – und dieser „Wahnsinn“, der die Menschen zu hundertausenden seit 90 Jahren an diese Strecke lockt, bedeutet für die Protagonisten der „24 Heuers“, 24 Stunden Höchstleistung. Rennwagen, Rennfahrer und Mechaniker holen das letzte aus sich heraus, um ihr Team auf den Motorsportthron zu heben und das Publikum zu begeistern.

Le Mans 2013

André Lotterer fährt für Audi in Le Mans 24 Stunden lang am Limit

„Wir fahren immer am Limit, und das 24 Stunden lang idealerweise fehlerfrei“, erklärt André Lotterer. Der Audi-Pilot gehört seit mehreren Jahren schon zur Crew mit den Vier Ringen und konnte den Klassiker in den letzten beiden Jahren mit seinen Teamkollegen Marcel Fässler und Benoît Tréluyer gewinnen.

Gewonnen hat Lotterer aber auch die Erfahrung, dass der Erfolg nicht von ungefähr kommt. „Mit dem Team absolvieren wir viele Testkilometer. Für meine körperliche Fitness durchlaufe ich ein umfassendes Sportprogramm“, so der Le Mans-Sieger von 2012. Das Entscheidende bei solch einem 24-Stunden-Rennen ist zudem ein hohes Maß an Konzentration. „Die physische Fitness ist die beste Voraussetzung, um konzentriert zu sein“, verrät Lotterer.

Um die Konzentration hochhalten zu können, müssen sich die Piloten speziell ernähren. Vor allem während des Rennens, auch wenn die Pause zwischen den Fahrerwechseln nur 20 bis 30 Minuten dauern kann. „Das Gehirn benötigt ausschließlich Kohlehydrate. Langkettige Kohlehydrate wie in Vollkornspaghetti und Vollkornbrot sind daher für die Konzentrationsfähigkeit enorm wichtig“, erklärt Christian John.

Der Audi-Teamarzt spricht aus Erfahrung. Schon seit 30 Jahren kümmert er sich um Motorsportler. Daher weiß er auch, wie anspruchsvoll solch ein 24-Stunden-Rennen sein kann. „Es wird eine ähnliche Ausdauerleistung vollbracht wie bei einem Marathon, mit dem Unterschied, dass die Konzentration jede Sekunde hochgehalten werden muss.“

Le Mans 2013

Stefan Grimm, Crew Chief beim Audi-Team Joest, sorgt mit seinem Team dafür, dass beim Boxenstopp alles glatt läuft

Doch das gilt nicht nur für die Piloten auf der Strecke, sondern auch für die Mechaniker und Ingenieure in der Boxengasse. Stefan Grimm, Crew Chief beim Audi-Team Joest, steht wie seine Kollegen allzeit bereit. Etwa alle 45 Minuten sind er und seine Crew beim Boxenstopp gefordert. „Langsam ist schnell“ ist dabei Grimms Motto. „Es steht für Effizienz mit perfektem Ergebnis unter hohem Zeitdruck“, erklärt der 32-Jährige.

Damit er und sein Team sich auch entspannen können, haben die Audi-Mechaniker eine besondere Relax-Möglichkeit. „Es gibt spezielle Stühle in der Box, auf denen wir uns für zwischen den Boxenstopps  ein bisschen ausruhen“, erklärt Grimm. Doch die Ruhephase wird immer wieder unterbrochen. Über Funk verbunden, werden alle Crew-Mitglieder vor jedem Boxenstopp alarmiert und stehen bereit, um den R18 e-tron quattro zu tanken oder die Reifen zu wechseln.

Denn nicht nur Rennfahrer, Teamarzt und Mechaniker gehen beim Rennklassiker in Le Mans an ihre Grenzen – auch der R18 e-tron. 24 Stunden auf der 13, 629 Kilometer langen Strecke, 24 Stunden unter Strom. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Hybrid-Rennwagen lässt die Energie beim Bremsen nicht ungenutzt, wandelt sie in Strom um, und bringt sie wieder auf die Vorderachse. Eine technologische Meisterleistung. Und die absolvieren Mensch und Maschine gleichermaßen und gehen dabei an ihre Belastungsgrenzen, wenn sie in Le Mans die Nacht zum Tage machen und die Menge begeistern.

Verfolgen Sie das Renngeschehen bei Audi Sport auf Facebook. Alle Pressematerialien finden Sie unter www.audi-motorsport.info und weitere Informationen über das Motorsport-Engagement von Audi unter www.audi-motorsport.com. Und natürlich gibt’s die Highlights auch hier im Audi Blog.


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