Britta Nijhof
09.07.2013
Audi Hochwasserhilfe
Spende für den Neuanfang

Die Hochwasserkatastrophe hat im Juni ganz Deutschland in Atem gehalten – und an vielen Orten sind die Folgen noch deutlich zu sehen. Audi unterstützt die Opfer mit einer Million Euro: Peter Tropschuh überreichte die Spende in Deggendorf.

Audi Hochwasserhilfe

Peter Tropschuh überreichte die Audi-Spende in Höhe von einer Million Euro an die Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes, der Städte und Landkreise Passau und Deggendorf sowie des Kreisjugendrings Deggendorf

Es ist noch nicht lange her, dass in Deggendorf der Katastrophenalarm ausgelöst wurde. In den Wohnsiedlungen stieg das Wasser während der Hochwasserkatastrophe im Juni bis zu drei Meter hoch. Grundwasser und Erdöl vermischten sich und schwemmten Möbel, Holz und Öltanks durch Häuser und Gärten. Fast vier Wochen später sind die Flüsse in ihr Bett zurückgekehrt, das Wasser ist gewichen. Doch was die Flut hinterlassen hat, sind immense Schäden und zerstörte Existenzen. Allein in Deggendorf gibt es 1.500 Betroffene.

Audi hat sich schnell engagiert und insgesamt eine Million Euro für die Opfer bereitgestellt. Peter Tropschuh, Leiter Corporate Responsibility, überreichte die Audi-Hochwasserhilfe am Montag im Rathaus von Deggendorf. In Deutschland gehen die Gelder an das Bayerische Rote Kreuz, die Städte und Landkreise Passau und Deggendorf sowie an den Kreisjugendring Deggendorf.

„Das Geld soll genau dort ankommen, wo es so dringend gebraucht wird. Als Unternehmen mit bayerischen Wurzeln sehen wir uns hier in der gesellschaftlichen Verantwortung, wir wollen gezielt helfen“, betonte Tropschuh bei der Scheckübergabe.

Die Spende wird bei Betroffenen wie Katja Treml ankommen. Sie ist alleinerziehende Mutter und von dem Hochwasser besonders schwer betroffen. Wo einst ihr Wohnhaus stand, zeigt sich heute nur noch ein frisch umgepflügter Erdfleck. Das Haus, das seit 1951 im Besitz der Familie war und in mühevoller Eigenarbeit von Tremels Opa gebaut wurde, ist mittlerweile Geschichte.

Das Hochwasser hat es komplett zerstört: Das Heizöl fraß sich in die alten Holzbalken und machte das Haus abbruchreif. „Es gab keinen anderen Ausweg, die Überschwemmung hat uns wirklich alles genommen“, erklärt Katja Treml. Doch Aufgeben kommt für sie und ihre achtjährige Tochter nicht in Frage: „Die Hilfsbereitschaft im Ort ist enorm, alle haben mit angepackt.“

Audi Hochwasserhilfe

Deggendorfs Zweiter Bürgermeister Peter Volkmer, Katja Treml und Peter Tropschuh stehen dort, wo vor dem Hochwasser das Haus der Familie stand

Geholfen hat ihr beispielsweise der Kreisjugendring, der ebenfalls einen Anteil der Audi-Unternehmensspende erhalten wird. Der Verein hatte in der Krisenzeit ein großes Sammellager aufgebaut und bis zu 500 Menschen am Tag mit Lebensmitteln, Elektrogeräten, Besen, Schaufeln und sogar Badewannen versorgt. „Die Hochwasser-Hotline war komplett überlastet, die Leute wollten handeln und mit Sachspenden Gutes tun. Dank der finanziellen Unterstützung von Audi können wir den Bedürftigen auch weiterhin helfen – denn die Katastrophe ist längst nicht vorbei“, sagte Martin Hohenberger, Geschäftsführer des Kreisjugendrings.

„Mit der Spende von Audi bekommen die Menschen wieder Mut und Zuversicht. Es ist genau das, was die Leute brauchen“, meinte Oberbürgermeister Christian Moser. Denn Hilfe wird in den Katastrophengebieten weiterhin benötigt, sei es durch Gelder oder konkrete Materialien wie Wandfarbe oder Werkzeug. Auch Katja Treml wird die Schaufel wieder in die Hand nehmen und auf dem Familiengrundstück ein neues Haus aufbauen. “Ich bin hier doch zu Hause“ sagt sie leise und arbeitet weiter.


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