Britta Meyer
11.07.2013
Audi Urban Future Initiative
Urbane Mobilität der Zukunft

Die Zukunft liegt in der Stadt – ein Trend, der Architekten und Stadtplaner vor große Herausforderungen stellt. Über Lösungen diskutierten sie am Donnerstagabend im Rahmen der Audi Urban Future Initiative in der Münchner Schaustelle.

"Urban Mobility"

Eric Höweler, Andreas Lepik, Heinrich Wefing, Dirk Wittowsky und Jürgen Mayer H. diskutierten im Rahmen der Audi Urban Future Initiative

„Ich fahre mit meinem Auto zur Arbeit.“ Eine Aussage, die heute völlig normal ist und eine breite Mehrheit definiert. Schon unsere Enkel werden ihn nicht mehr verstehen, sind sich die Experten sicher, denn die Konzepte von Mobilität und Arbeit verändern sich. Das Auto fährt in Zukunft selbst, ich besitze es nicht mehr, sondern teile es mit anderen Nutzern und die Arbeit ist in einer digitalen Welt dort, wo ich gerade bin und nicht mehr an einem festen Ort wie einem Büro.

Diese Bilder einer veränderten mobilen Zukunft skizzierten am Donnerstagabend Architekten, Stadtplaner und Verkehrsforscher im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Urban Mobility“ in der Schaustelle der Pinakothek der Moderne in München. Moderiert wurde die Runde von dem Journalisten Heinrich Wefing.

Die Architekten Eric Höweler und Jürgen Mayer H. sind beide Preisträger des Audi Urban Future Award. Im Rahmen des Architekturwettbewerbs haben sie ihre Visionen der Zukunft der Mobilität vorgestellt und damit die Jury überzeugt. Während der Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Audi Urban Future Initiative haben sie diese den Zuhörern noch einmal näher gebracht.

Audi Urban Future Award 2012

Eine Animation der städtebaulichen Idee von Höweler + Yoon

Für den Amerikaner Eric Höweler lässt sich aus den aktuellen Trends ein Bild der Zukunft zeichnen. Soziale Netzwerke oder Big Data sind für ihn dabei zwei Stichworte, das Thema Sharing ein weiteres. Nicht das Besitzen, sondern das Teilen seien gefragt. „Hier gibt es eine kulturelle Verschiebung: Junge Menschen fühlen sich mit dem Zugang zu Mobilitätslösungen viel wohler als mit dem Besitz.“ Die sozialen Medien sind hier ein Treiber, den auch sein Kollege Jürgen Mayer H. sieht.

Mayers Vision für die Zukunft: Das Auto fährt von selbst und interagiert und kommuniziert dabei mit der Stadt. Augmented Reality hält dann im Fahrzeug Einzug. Autos gibt es hier weiterhin, sie werden aber von verschiedenen Nutzern geteilt. „Dahinter steht dann ein anderes Business-Modell“, erklärt der Berliner Architekt und ist sicher, dass auch das Sharing-Modell beispielsweise Automobilherstellern einen ökonomischen Vorteil bringt, da die Nutzer im Kollektiv mehr zahlen als heute.

Auch Verkehrsforscher Dirk Wittowsky ist überzeugt, dass die Mobilitätslösungen in den Städten der Zukunft anders aussehen als heute. Die digitale Mobilität sei für junge Menschen bereits deutlich wichtiger als das eigene Auto. Der Dortmunder Wissenschaftler entwirft das Modell einer „Mobilitätskarte“, mit der ihr Besitzer den öffentlichen Nahverkehr, das Leihfahrrad oder das Carsharing-Auto genauso nutzen kann wie die Bahn. Für ihn ist es bei der Einführung neuer Angebote wichtig, die Bedürfnisse der Nutzer abzufragen und ihre Akzeptanz zu sichern.

"Urban Mobility"

Architekten und Stadtforscher diskutierten in der Schaustelle der Pinakothek der Moderne über „Urban Mobility“

Andreas Lepik kennt einige dieser Konzepte aus dem Alltag. Der Direktor des Architekturmuseums der TU München hat vier Jahre in New York gelebt und dort die veränderte Mobilität in einer modernen Großstadt selbst erlebt. Auf Grund des Platzmangels werden in der Stadt am Hudson River verschiedenste Strategien gefahren, um die vorhandenen Angebote effizienter zu machen. Car- und Bike-Sharing oder Radwege wären vor 20 Jahren im Big Apple noch nicht denkbar gewesen, gehören heute aber wie selbstverständlich zum Stadtbild.

Und dieses Stadtbild wird sich der neuen Mobilität anpassen und wieder mehr als Lebensraum etablieren. Dort, wo weniger Autos fahren, entsteht Platz für Neues. „Die Stadt profitiert in Sachen Lebensqualität“, glaubt Jürgen Mayer H. Und Eric Höweler ergänzt: „Die Stadt existierte vor dem Auto und wird auch nach dem Auto existieren.“ Und wie sie dann aussehen könnte, diese Planungen und Entwürfe urbaner Mobilität stehen weiter im Fokus der Audi Urban Future Initiative.

Mehr über die Audi Urban Future Initiative und den Audi Urban Future Award erfahren Sie unter www.audi-urban-future-initiative.com.


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