Annika Jochheim
12.07.2013
Elektromobilität
Mit Sonnenkraft durchs Alpenvorland

Audi will in Garmisch-Partenkirchen testen, wie Autos mit Sonnenenergie intelligent geladen werden können. Im Herbst startet das Projekt Sun2car@GAP. Am Freitag überreichte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil den Förderbescheid.

Schaufenster Elektromobilität

Brian Rampp und Martin Zeil mit dem Audi A1 e-tron

Schwarz-glänzende Platten zieren die Dächer der Häuser. Hier sind sie der Sonne am nächsten, können deren Strahlen aufnehmen und die Energie an die Speicher oder direkt an die Verbraucher weitergeben. Solche Photovoltaik-Anlagen sind mittlerweile an vielen Orten zu sehen. Nicht nur Firmen setzen Solarmodule ein, auch viele Privathaushalte profitieren vom selbst erzeugten Solarstrom, nutzen ihn für Mikrowelle, Lampe oder Fernseher.

Auch Autofahren ist mit Solarstrom möglich – und sogar mit selbst erzeugtem. Wie das funktionieren kann, wird Audi im Rahmen der Initiative „Schaufenster Elektromobilität“ der Bundesregierung im bayerischen Garmisch Partenkirchen testen. Das Unternehmen stellt zehn Versuchsteilnehmern jeweils einen Audi A1 e-tron zu Verfügung, den sie über die so genannte Wallbox in der Garage mit selbst erzeugten Solarstrom speisen können.

Was genau dabei passiert, weiß Audi-Ingenieur Frank Dieminger: „Die Versuchsteilnehmer haben eigene Photovoltaik-Anlagen, die mit den von Audi gestellten intelligenten Wallboxen verbunden werden. Die A1 e-tron können dann je nach Sonnenscheinintensität und -dauer, Uhrzeit und Priorität des Nutzers über die Wallbox aufgeladen werden.“

Schaufenster Elektromobilität

In Garmisch-Partenkirchen fährt der Audi A1 e-tron bald mit Solarstrom

Sun2car@GAP heißt das Projekt. Ziel ist, die Akzeptanz der Nutzer für Ladesystemen wie die Wallbox zu erproben. „Wir möchten herausfinden, inwiefern der Kunde bereit ist, sein Ladeverhalten an die Einspeisung seiner eigenen Photovoltaik-Anlage anzupassen“, so Audi-Experte Dieminger. „Die ökologische und ökonomische Effizienz und das Annahmeverhalten nachhaltiger Elektromobilität stehen Fokus.“

In Garmisch-Partenkirchen hat sich die Modellkommune Elektromobilität e-GAP der Bundesregierung angesiedelt, die sich zum Ziel gesetzt hat, verschiedene Elektromobilitätsprojekte in der Alpenstadt anzusiedeln. Sun2car@GAP ist eins von sechs Projekten, mit denen sich Audi in der Initiative „Schaufenster Elektromobilität“ der Bundesregierung engagiert.

„Insgesamt setzen wir 80 A1 e-tron in sechs urbanen BallungsräumenDeutschlands ein“, so Dieminger. „In Berlin untersuchen wir beispielsweise das Pendel- und Ladeverhalten von Anwohnern in einer Großstadt. In Ingolstadt setzen wir den Fokus auf ein System zur Steuerung der Lade- und Kommunikationsinfrastruktur.“

Um das Potenzial der Elektromobilität realistisch untersuchen zu können, arbeitet Audi in den Regionen mit Partnern vor Ort zusammen. „Um zukünftige Mobilitätskonzepte entwickeln und anbieten zu können, müssen wir die Partner ins Boot holen“, so Dieminger. „Als Automobilhersteller reicht es nicht mehr, allein das Fahrzeug zu stellen. Auch die Stromanbieter und Kommunen müssen ihren Teil dazu beitragen.“ In Ingolstadt sind deshalb die Stadtwerke in das Projekt involviert, in Nürnberg die N-ERGIE Aktiengesellschaft. In Garmisch-Partenkirchen arbeitet Audi mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft und der Technischen Universität München zusammen.

Schaufenster Elektromobilität

Eine kleine Flotte von Audi A1 e-tron unterwegs in Garmisch-Partenkirchen

Im Herbst soll der Startschuss für Sun2car@GAP fallen, das zur Hälfte vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert wird. Den Förderbescheid dazu hat Minister Martin Zeil am Freitag Brian Rampp, Leiter Politik und Verbände bei Audi, übergeben. Laut Rampp ist die Elektrifizierung der Antriebe ein klarer Baustein zur Erreichung der CO2-Ziele. Er bedankte sich bei der Politik, die die Schaufenster und Modellregionen ins Leben gerufen zu hat: „Sie helfen, diese komplexe Thematik gemeinsam mit kompetenten Partnern zu analysieren und zu erproben.“

Für Garmisch-Partenkirchen erhofft sich Rampp Erkenntnisse, welche Anforderungen der Kunde an ein Elektrofahrzeug und speziell an  ein intelligentes Lademanagement stellt. „Interessant wird sein, ob sich dabei die Einbindung der eigenen Photovoltaik-Anlage als sinnvoll und praktikabel erweist.“ Für Sun2car@GAP ist der A1 e-tron dabei das perfekte Auto: Seine Batterie kann innerhalb von drei Stunden an einer 220-Volt-Haushaltssteckdose aufgeladen werden – auch mit Solarstrom. Für den Nutzer ist das Besondere, dass er unabhängig von steigenden Sprit- und Strompreisen ist. Und für Audi ist das ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur CO2 neutralen Mobilität.


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