Marlon Matthäus
09.08.2013
ERC Ingolstadt
Geballte Kraft beim Segeln

Auf dem Eis ist das Team des ERC Ingolstadt ein eingespieltes Team. Dass sie sich auch auf dem Wasser aufeinander verlassen können, haben die Spieler beim Segeln am Donnerstag am Starnberger See unter Beweis gestellt.

Geballte Kraft: Fast alle Spieler des ERC Ingolstadt kamen zum Bayerischen Yacht-Club in Starnberg.

Wasser ist ihr Element. Zumindest dann, wenn es gefroren ist und sie Schlittschuhe unter den Füßen haben. Dass sie auch auf dem glasklaren Wasser des Starnberger Sees als Team funktionieren, konnten die Eishockeyspieler des ERC Ingolstadt am Donnerstag unter Beweis stellen. Kurz vor Saisonbeginn hat sich Trainer Niklas Sundblad etwas Besonderes ausgedacht: Raus aus der Eishalle und rauf aufs Schiff, Teambuilding am Bayerischen Yacht-Club. Dort vor Anker: Sechs Audi B/one Sportboote.

Es ist kurz nach 14 Uhr, der Mannschaftsbus aus Ingolstadt kommt an. Fast alle Spieler sind dabei. Statt Schulterpolster und Mundschutz tragen sie kurze Hosen und Turnschuhe. Alles in den Mannschaftsfarben weiß-blau. „Wir hatten heute Morgen schon Training. Zuerst im Kraftraum, dann auf dem Eis“, sagt Trainer Sundblad. „Jetzt sollen die Jungs einfach nur Spaß haben.“ Natürlich geht es auch darum, die Mannschaft auf die bevorstehende Saison einzustimmen. Bevor sie am 13. September gegen die Eisbären Berlin antreten, will Sundblad das Team zusammenschweißen. „Wir haben einige Neuzugänge bei uns. Das Team ist beim Hockey das Ein und Alles. Ich will, dass sich die Spieler nicht nur auf dem Eis und in der Kabine kennen lernen.“

Startbereit: Vor der Regatta sammeln sich die Boote.

Gesagt, getan, alle Mann an Bord. Pro Segelboot vier Spieler und ein erfahrener Skipper vom Audi Sailing Team Germany. Nach einer kurzen Einweisung geht es aufs offene Gewässer. Eine halbe Stunde üben sie zu wenden, zu halsen und zu kreuzen. Vor traumhafter Kulisse und bei leichter Brise geben die Spieler alles. „Es ist doch richtig kompliziert, die ganzen Seile zur richtigen Zeit zu ziehen. Ich dachte, wir machen hier eine gemütliche Segeltour“, keucht Patrick Hager. Normalerweise spielt der 24-Jährige im Sturm, jetzt kämpft er mit dem Großsegel.

Als der Wind noch einmal auffrischt, geben die Skipper das Signal zum Wettkampf. Zwei kurze Pfiffe, eine Fahne wird geschwenkt. Die Regatta ist eröffnet. Jetzt geht es darum, am schnellsten um die schwimmenden Bojen zu kommen. Jeder ist auf seinem Posten. Fünf Segler pro Boot und ein gemeinsames Ziel: Besser zu sein, als der Gegner. Nur wenn sie Hand in Hand arbeiten, haben sie eine Chance. Bereits nach wenigen Minuten setzt sich ein B/one Boot ab. Die jüngsten Spieler des ERC Ingolstadt lassen die alten Hasen hinter sich und kommen als erste ins Ziel. Jubel an Deck. Dominik Patocka, Korbinian Schütz, Nicolas Sochatsky und Tim Katzer können ihr Glück kaum fassen. „Wir sind alle das erste Mal auf einem Boot und haben gewonnen. Vielleicht lag es aber auch an unserem super Skipper“, sagt Nicolas und klopft Philipp Müller, dem deutschen Meister in der 29er Klasse, auf die Schulter.

Siegerlächeln: Die jüngsten Spieler des ERC Ingolstadt kommen als erste ins Ziel.

Zurück im Yacht-Club folgen die ersten Analysen. „Für das Teambuilding war das eine tolle Erfahrung. Auf dem Eis sind wir auch zu fünft im Team. Da muss alles passen. An Deck haben wir alles gut hinbekommen“, freut sich Björn Barta, der seit einem Jahr bei den Panthern spielt. Neuzugang Timo Pielmeier ist der gleichen Meinung: „Ich kenne meine Kollegen erst seit wenigen Wochen. So ein kleiner Wettbewerb macht Spaß und pusht. Es ist ein tolles Event.“

Noch lange sitzen die Spieler zusammen und diskutieren ihre verschiedenen Taktiken. Auch wenn sie auf dem Wasser gegeneinander gesegelt sind, so sind sie doch ein Team. „Ich habe es doch gewusst, Wasser ist ihr Element. Ob gefroren oder flüssig. Wenn sie am 13. September so in die Saison starten, wie sie hier gesegelt sind, dann kann nichts mehr schiefgehen“, freut sich Trainer Niklas Sundblad. Über dem Starnberger See geht langsam die Sonne unter.


Eine Antwort auf Geballte Kraft beim Segeln

  1. 12seemeilen 18.12.2013 um 10:16 #

    So ist es richtig! Egal ob Eishockey, Fußball oder Ballett – jede Mannschaft kann davon profitieren Segeln zu gehen. Es ist grandios, wie eine Gruppe innerhalb von wenigen Stunden noch mehr zusammenwachsen kann, wenn gemeinsam ein Boot gelenkt wird.

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