27.08.2013
Audi Tradition
Revival beim gefährlichsten Motorradrennen der Welt

Als erster Deutscher hat Ewald Kluge 1938 das schwierigste Motorradrennen der Welt gewonnen. 75 Jahre später war sein Sohn Peter auf der Isle of Man dabei und hat die Jubiläumsfahrt von Vize-Weltmeister Ralf Waldmann verfolgt.

Audi Tradition bei der Classic TT

Der Lärm beim Starten der Maschine ist ohrenbetäubend

Es kracht, dann folgt ein lautes, schepperndes Geräusch. Die umstehenden Menschen pressen sich die Hände auf die Ohren. Es ist eine DKW-Maschine, die diesen Lärm macht. Ähnlich wie sie vor 75 Jahren schon einmal hier im Fahrerlager der gefährlichsten Motorradrennstrecke der Welt stand, der Tourist Trophy auf der Isle of Man. Zwischen Schottland, England und Irland liegt diese beschauliche kleine Insel mit ihren knapp 83.000 Einwohnern. Und ein Deutscher ist hier ganz groß geworden: Ewald Kluge. Der DKW-Pilot gewann 1938 als erster Deutscher. Heute geht Audi Tradition mit einer 250 Kubikzentimeter-Maschine von 1938 wieder an den Start – und Kluges Sohn Peter schaut vom Seitenstreifen aus zu.

Eigentlich klingt es simpel: 60 Kilometer, eine Runde und der schnellste Fahrer gewinnt. Doch der Schein trügt. Seit das Rennen 1908 zum ersten Mal ausgetragen wurde, sind über 200 Fahrer tödlich verunglückt. Grund dafür ist die Streckenführung: Es gibt keine Auslaufzone, kein Kiesbett, keine Reifenstapel, die den Sturz abprallen. Die engen Straßen sind umzäunt von Mauern und Laternenpfählen. Nirgendwo auf der Welt wäre so eine Rennstrecke erlaubt. Nur auf der Isle of Man, da geht das. Für Ewald Kluge war dieser Nervenkitzel damals kein Hindernis. „Als ich ein kleiner Junge war, kannte ich meinen Vater als ganz normalen Papa, der nach der Arbeit nach Hause kam“, erzählt Kluges Sohn Peter. „Erst jetzt verstehe ich, wie tapfer er damals bei dem Rennen war.“ Heute ist Peter Kluge selbst schon 70 Jahre alt und hat einen Sohn, den er nach seinem Vater benannt hat.

Audi Tradition bei der Classic TT

Ewald Kluges Sohn Peter ist bereits 70 Jahre alt und fährt privat auch Motorrad

Ewald Kluge war 29 Jahre alt, als er im Juni 1938 die Tourist Trophy gewann und damit zur Legende wurde. Für die stolzen Engländer war sein Sieg wie das Ende eines Mythos. Auf seiner 250er DKW fuhr Kluge mit 3.21.56 Stunden nicht nur einen neuen Strecken-, sondern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 125,56 Stundenkilometern auch Rundenrekord. Damit demütigte der Dresdener DKW-Fahrer die Konkurrenz. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Ginger Wood betrug unglaubliche elf Minuten. Der Isle-of-Man-Sieg 1938 war Kluges größter Erfolg. Von den 14 Rennen des Jahres gewann der DKW-Pilot zwölf, zwei Mal wurde er Zweiter. Die einmalige Ausbeute: Europameister, Deutscher Meister, Deutscher Bergmeister und der höchst seltene Ehrentitel “Meister der Meister“.

Statt Kluge sitzt heute der zweifache Vize-Weltmeister Ralf Waldmann auf der DKW SS 250. Gemeinsam mit Audi Tradition ist er hier angereist, um eine Paraderunde auf der „Classic TT“ zu fahren. „Es ist ein tolles Gefühl auf der DKW zu sitzen, auch wenn es leider nicht das Original von Kluge ist“, so Waldmann. Denn die Originalmaschine existiert nicht mehr, die damaligen Werk-Motorräder DKW ULD 250 mit Ladepumpe und Drehschiebersteuerung sind verschollen. Ralf Waldmann ist zum ersten Mal auf der Isle of Man. Und das Gefühl so kurz vor dem Start? „Diese Strecke ist ultragefährlich, so etwas habe ich noch nie gesehen“, schildert er seine Eindrücke. „Aber ich wollte unbedingt einmal in meinem Leben hierher um das Ding zu fahren.“ Dann gibt er Gas.

Audi Tradition bei der Classic TT

Waldmann testet die DKW SS 250

Ralf Waldmann ergeht es allerdings wie zuvor Ewald Kluge: 1937 schied der DKW-Pilot wegen eines technischen Defekts aus. Und auch Waldmann muss seine Ehrenrunde wegen Flüssigkeitsverlustes seiner Maschine abbrechen. Als er das Visier nach oben schiebt, grinst er trotzdem breit: „Schade, dass es nicht bis zum Ende ging, aber das Erlebnis war trotzdem unvergesslich.“

Peter Kluge hingegen blickt ein wenig wehmütig auf die Rennstrecke. Er fährt selbst Motorrad, allerdings nur privat und nicht auf der Rennstrecke. Der Tag auf der Isle of Man ist für ihn wie eine neue Erinnerung an seinen Vater Ewald, der wegen seiner exakten Fahrweise auch „Der Panther“ genannt wurde. Die Rennlegende starb 1964 mit 55 Jahren. „Es ist schön, dass ich mit Audi nochmal erleben konnte, wie das Rennen für meinen Vater gewesen sein muss. Ich bin sehr dankbar hier dabei gewesen sein zu dürfen.“So hat sich Ewald Kluges größter Wunsch, noch einmal auf der Isle of Man zu fahren, zwar nicht ganz erfüllt. Aber dafür konnte sein Sohn Peter in der Erinnerung an seinen Vater eine neue Seite aufschlagen.


2 Antworten auf Revival beim gefährlichsten Motorradrennen der Welt

  1. Hansi 12.09.2013 um 13:20 #

    Der Waldi …. einfach ein super Typ ! Ich würde mir noch mehrere Rennen mit Waldi auf DKW , NSU oder auf einer Classic DUCATI wünschen. Vielen dank an Audi für diesen SUPER Einsatz !!!!

    • Alexandra 12.09.2013 um 18:52 #

      Waldmann und Ducati ein Dream Team !!!

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