Susanne Herr
02.10.2013
Audi-Terminals
Die Haus-Meister

Rund 400 Audi-Terminals gibt es weltweit, Tendenz steigend. Was diese Art Autohaus so erfolgreich macht? Ein Team von Architekten sorgt dafür, dass jedes Gebäude einzigartig ist – und doch unverwechselbar Audi.

Audi Terminals

Enorme Gegensätze: das kleinste und größte Audi-Terminal weltweit im direkten Vergleich

So klein? Willkommen in Wagga Wagga, Australien. Mit 23 mal 14 Metern misst er nicht viel mehr als ein typisches Einfamilienhaus. Nur ein Stockwerk ist er hoch, gerade mal acht Neuwagen passen hinein. Ganz anders 8.600 Kilometer Luftlinie entfernt. Im chinesischen Chengdu entsteht derzeit sein größter Bruder: auf einer Fläche von 74 mal 34 Metern, acht Stockwerke hoch, mit Platz für bis zu 115 Neu- und Gebrauchtwagen.

Rund 400 Audi-Terminals gibt es weltweit, doch keines ist wie das andere. „Das Terminal-Konzept lässt sich in jeder Größe, auf jeder Fläche und in jeder Umgebung umsetzen“, sagt Audi-Architekt Georg Plasczymonka. Zusammengerechnet sind auf insgesamt etwa 200.000 Quadratmetern Terminal-Schauraumfläche weltweit mehr als 6.600 Autos ausgestellt. So kam das Konzept auch nach Wagga Wagga, in die 50.000-Einwohner-Stadt der „vielen Krähen“ im australischen Busch.

„Die Besitzer Susan und Neville Jacobs sind so stolz auf Audi, dass sie unbedingt einen Terminal wollten. Für die beiden ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen“, erinnert sich der zuständige Architekt Jens Niemann. Größe spielt dabei keine Rolle – doch ein echter Audi-Terminal muss natürlich einigen Grundregeln folgen. Dazu zählt zum einen die Fassade mit ihren schrägen Glasausschnitten. „Diese Ausschnitte sind immer so gewählt, dass man die Autos im Innenraum gut sehen kann“, erklärt Plasczymonka. „Die Fahrzeuge werden Innen entlang so genannter Audi-Kurven präsentiert. Wo diese Kurven auf die Fassade treffen, entstehen die gläsernen Ausschnitte.“

Audi Terminals

Architekt Georg Plasczymonka überprüft die Umsetzung

Ein weiteres Merkmal ist die Außenhaut mit ihrer Wabenstruktur aus Aluminium. „Das Material steht zum einen für unsere Leichtbaukompetenz“, erläutert der Architekt, „zum anderen ist das Material voll recycelbar und damit nachhaltig.“ Jedes Jahr legen acht Audi-Architekten rund 800.000 Kilometer zurück, um Händler auf der ganzen Welt bei der Umsetzung dieser Vorgaben zu unterstützen.

So geschehen auch in Singapur: Der Platz ist äußerst begrenzt in dem südostasiatischen Stadtstaat. Deshalb galt es, ein kleines, ovales Grundstück direkt neben einer Hochbahn voll auszunutzen. „Weil wir hier nicht in die Fläche gehen konnten, sind wir in die Höhe ausgewichen“, sagt Architekt Jens Niemann, der auch das Projekt in Singapur betreut hat.

Entstanden ist so der mit 52 Metern höchste Audi-Terminal der Welt, mit acht Ober- und drei Untergeschossen. Das Projekt war aber nicht nur deshalb so herausfordernd. Wie in Singapur üblich, engagierte der Investor vor Ort einen Feng-Shui-Meister, der den optimalen Energiefluss bestimmte. „Zum Beispiel musste die Lage des Eingangs mehrfach verschoben werden“, erzählt Niemann.

Audi Terminals

In London hat 2012 die erste Audi City ihre Pforten geöffnet

Das erste Audi Terminal wurde 2008 in Sydney eröffnet. Ergänzt wird das Vertriebssystem seit 2012 durch Audi City: In den Innenstädten großer Metropolen präsentiert Audi die komplette Modellpalette auf kompaktem Raum – dank moderner Medientechnik. „Der Autokauf ist eine hochemotionale Angelegenheit“, sagt Sven Schuwirth, Leiter Marken- und Vertriebsentwicklung. „Diesem Anspruch werden wir in Audi City durch eine hochwertige digitale Produktpräsentationen gerecht.“

Die erste Audi City eröffnete 2012 in London, seit Anfang 2013 steht die zweite in Peking, Berlin folgt demnächst. „Architektonisch“, sagt Plasczymonka, „richten wir uns dabei nach den Gegebenheiten vor Ort.“ So blieb in London die Fassade des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert unverändert, in Peking hingegen ist die Audi-Wabenstruktur zu sehen. Maximale Wiedererkennung bei maximaler Flexibilität – das sind die Zutaten der so erfolgreichen Audi-Markenarchitektur.


Eine Antwort auf Die Haus-Meister

  1. Henning Z. 02.10.2013 um 14:29 #

    Immer wieder beeindruckend, was die Architekten auf die Beine stellen. Ich bin auch sehr gespannt auf die Audi City in Berlin, Peking und London sind schon einen Besuch wert. Beste Grüße und einen angenehmen Feiertag

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