04.11.2013
Audi A3
Alles Gute kommt von oben

Komfortables Autofahren ist kein Oberklasse-Privileg mehr: Voll-LED-Scheinwerfer, MMI-Bedienkonzept und eine Aeroakustik „Best in Class“ zeichnen die Audi A3-Modelle aus. Dafür haben die Entwickler große Herausforderungen gemeistert.

Audi A3-Modelle

Im Variablen Ergonomiemodell kann Jörg Wendrinsky feststellen, ob alle Bedienelemente bequem zu erreichen sind

Vor gut zehn Jahren präsentierte Audi das erste Serienmodell mit LED-Tagfahrlicht, die Oberklasse-Limousine Audi A8 W12. Die neue A3-Familie besitzt sämtliche Lichtfunktionen in LED-Ausführung und vollendet den Weg der Technologie in die Premium-Kompaktklasse. „Die tageslichtähnliche Lichtfarbe von 5.500 Kelvin ist ideal für das menschliche Auge. Nachtfahrten werden dadurch ermüdungsfreier“, erklärt Stephan Berlitz, Leiter Entwicklung Lichtfunktionen/Innovationen. Weil die LED-Heckleuchten nahezu verzögerungsfrei ansprechen, gewinnt der Hintermann wichtige Reaktionszeit zum Bremsen.

„Außerdem sind LEDs wartungsfrei. Mit einer Lebensdauer von mehr als 10.000 Stunden übertreffen sie die Fahrzeuglebensdauer.“ Ganz nebenbei sparen sie noch eine Menge Energie. Das Abblendlicht verbraucht pro Einheit weniger als Halogen- oder gar Xenonscheinwerfer. Trotzdem werden LEDs verhältnismäßig heiß und damit zur Herausforderung für die Entwickler: „Der sehr kompakte LED-Scheinwerfer hat ein eigenes Thermomanagement mit aufwendigen Kühlkörpern erfordert.“

Neun Hochleistungs-LED-Chips in zwei Freiformreflektoren erzeugen das Abblend-, acht Hochleistungs-LEDs das Fernlicht des A3. Das Abbiege- und Allwetterlicht beansprucht ein eigenes Modul für sich. Nicht nur optisch, sonder auch technisch ein Highlight ist das Tagfahr-, Stand- und Blinklicht. Von einem nur acht Millimeter breiten Lichtleiter gebildet, umläuft es den Scheinwerfer oben und innen als schmale Kontur.

Die Intelligente Elektronik der Scheinwerfer bietet weiteren Komfort: „Die Lichtauslegung kann flexibel gestaltet werden, da nun mehr als eine Lichtquelle zur Verfügung steht“, erklärt Berlitz. Wie von selbst passen sich die Scheinwerfer verschiedenen Straßensituationen an: In Kombination mit den Streckendaten der MMI Navigation plus wird so die Ausleuchtung zum Beispiel an Kreuzungen nochmals verbessert.

Audi A3-Modelle

Alles still? Aeroakustik-Expertin Carole Ratel horcht im Audi Windkanal mit einem Sondenmikrofon nach störenden Windgeräuschen

Auch die  Aeroakustik überzeugt. „140 bitte“, ruft Carole Ratel ihrem Kollegen per Walkie-Talkie zu. Sekunden später fegt ein Sturm über die weiße A3 Limousine. Willkommen im Aeroakustik-Windkanal bei Audi in Ingolstadt. Im Inneren des Autos hält Ratel ein längliches Sondenmikrofon nah an den Fensterschacht. Über Kopfhörer nimmt sie das Rauschen des Windes nun vielfach verstärkt wahr. „Störungen wie Pfeifen und Schiebedachwummern sind unerwünscht“, erklärt sie.

Das Windgeräusch gilt als wichtiges Komfortkriterium, weil es ab Tempo 120 die Geräuschkulisse im Auto dominiert. Es entsteht, wenn die Luft Fugen und Karosseriespalten überströmt oder stark verwirbelte Strömung auf die Fahrzeugoberfläche trifft. „Das ist so ähnlich, wie wenn man über einen Flaschenhals bläst“, erklärt Ratel. Im Windkanal gehen die Aeroakustiker den Ursachen auf den Grund. Mit ihrer Hilfe konnten die störenden Windgeräusche der neuen A3-Generation deutlich hörbar gesenkt werden.

„Unsere Aufgabe hat mit der Designphase des A3 begonnen. Schon ein Clay-Modell im Maßstab eins zu eins gab uns eine erste Idee von der Außenakustik.“ Mit Mikrofonen bestückte Hohlspiegel und Mikrofon-Arrays orten die Geräusche, spezielle Software macht die Störquellen sichtbar. „Ab dem ersten Prototypen lässt sich die Aeroakustik auch von innen testen. Wir beginnen mit subjektiven Hörtests durch uns selbst. Zur präzisen Messung verwenden wir dann vier sogenannte Kunstköpfe mit Mikros in den Ohren. Für eine vollständige Abdeckung aller Insassen platzieren wir sie auf allen Sitzpositionen.“ Die Ergebnisse werden fachbereichsübergreifend besprochen und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht.

„In unserem neuen A3 haben wir ein so gutes Innengeräusch-Niveau erreicht, dass die Insassen es mit dem Premiumgefühl einer Business-Limousine vergleichen“, fasst Ratel stolz zusammen. Alles in allem beruht dieses Ergebnis auf drei entscheidenden Optimierungen. Erstens: Die neuen, auf der Türbrüstung montierten Außenspiegel. Durch ihre strömungsoptimierte Form erzeugen sie weniger Verwirbelung und der sogenannte Nachlauf im Innenraum ist deutlich weniger hörbar. Zweitens kommt im Türbereich neben der karosseriefesten eine weitere, türfeste Dichtlinie zum Einsatz. Drittens besitzt jeder A3 serienmäßig eine ultradünne, in die Frontscheibe integrierte Akustikdämmfolie aus Polyvinylbuteral.

Außerdem: Ob Facebook, Twitter oder Google-Suche: Nie bot der kompakte Audi so viele komfortable Infotainment-Features wie heute. Trotzdem dürfen diese Finessen den Benutzer nicht vom Autofahren abhalten. „Die große Herausforderung für uns war, das vorhandene Audi-Bedienkonzept auf dem im A3 verfügbaren Raum umzusetzen“, sagt Philip Rigley, Mitarbeiter Bedienkonzepte in der Technischen Entwicklung.

Audi A3-Modelle

Im Lichtkanal prüft Peter Schenkel an dieser A3 Limousine, ob die Lichtverteilung
der LED-Frontscheinwerfer im Normbereich liegt

Noch vor der ersten Designskizze legt die Ergonomie auf Basis des Maßkonzeptes den geometrischen Lebensraum für die Insassen fest, danach definiert sie das Anzeige- und Bedienlayout. Im sogenannten Variablen Ergonomiemodell wird beides in die Praxis überführt. Die Hightech-Konstruktion bildet ein Cockpit samt aller wichtigen Bedienelemente nach. Damit gewinnen die Entwickler schon sehr früh im Produktentstehungsprozess einen realistischen Eindruck von Maßkonzept und Ergonomie.

Alle Bedienelemente des A3 sind so positioniert, dass sie sich bequem aus dem Fahrersitz erreichen und bestmöglich ablesen lassen. Die horizontale Schalttafelarchitektur vermittelt Klarheit und Übersichtlichkeit. „Zusätzlich haben wir darauf geachtet, dass genügend Raum für Ablageflächen bleibt“, erklärt Jörg Wendrinsky von der Entwicklung Ergonomiekonzepte. Indem etwa die Cupholder ans vordere Ende der Mittelkonsole wanderten, kommen sie dem Fahrer nun nicht mehr beim Schalten in die Quere.

„Bei Platzierungen wie diesen geht es oft um Millimeter“. „Das grundsätzliche Bedienkonzept des MMI im Audi A3 haben wir aus unseren Oberklasse-Modellen übernommen“, erklärt Andre Ebner, Leiter der Abteilung Bedienkonzept Infotainment & Connect. Zudem bietet es erstmalig moderne 3D- Animationen im Bereich der Fahrzeugeinstellungen. So kann bereits vor dem Aufruf einer Funktion anschaulich die jeweilige Bedeutung vermittelt werden. Über dem Armaturenbrett thront der versenkbare LED-Bildschirm, der die MMI-Menüstruktur zeigt, über die der Fahrer alle Funktionen erreicht, die sich per Schalter aufrufen lassen.

Dank der intuitiven Bedienlogik und guten Ergonomie hat der Fahrer sein Auto jederzeit sicher im Griff. Sein Blick bleibt, wo er hingehört: Auf der Straße Richtung Ziel.

Der Text ist im Audi-Technologiemagazin 2013 erschienen, das weitere spannende Einblicke in die Technologie bei Audi liefert.

 

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A8 W12

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 11,2-11,0**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 259-254**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.


Eine Antwort auf Alles Gute kommt von oben

  1. Markus Draber 23.12.2013 um 14:50 #

    Danke für die ausführliche und informative Beschreibung vom Audi A3. Schon beeindruckend, wie viel Forschung heute in so ein Auto fliesst. LED Lichter sind ja quasi zum Markenzeichen für Audi geworden. Sehr clever von VW, Audi durch die Scheinwerfer ins Premium Segment zu heben. Die LEDs sind sicherlich ein Argument, welches den Verkauf steigert.

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