Don Dahlmann
11.11.2013
Audi A3 Cabriolet
Vom Wunsch, nichts zu verändern

Blogger Don Dahlmann ist mit dem Audi A3 Cabriolet an der Côte d’Azur entlang gefahren – und möchte das Auto am Ende am liebsten gar nicht wieder hergeben. Woran das liegt, das erzählt er in seinem Gastbeitrag im Audi Blog.

Audi A3 Cabriolet

Don Dahlmann mit dem Audi A3 Cabriolet

Wenn Dinge gut sind, dann verändern sie sich nur wenig. Schon vor mehr als 100 Jahren galt die französische Riviera als einer der schönsten Küstenlandschaften in Europa. Daran hat sich, trotz eines immer noch anhaltenden Baubooms, nicht viel geändert. Noch immer ist die Côte d’Azur teuer, noch immer zieht sie die sehr Reichen und Schönen dieser Welt an.

Man kann das verstehen. Die Steilküsten sind atemberaubend, die Sandstrände schmiegen sich sanft an das stahlblaue Meer, auf dem im Hintergrund Segelschiffe ihre Bahnen ziehen. Und obwohl der Verkehr dicht ist, liegt in der Luft der Duft von Salzwasser, Orangen und Kräutern. Man muss wirklich nichts an diesem Fleckchen Erde verändern.

Zwischen all den Luxusvillen, Jachthäfen und teueren Restaurants steht das neue Audi A3 Cabriolet vor uns. Ich habe mich für den 1.4-Liter-TFSI mit 120 PS entschieden. Nicht nur wegen des ebenso kräftigen wie sparsamen Motors, sondern vor allem wegen der schönen Farbe. Das dunkle Gelb wirkt etwas provozierend, gleichzeitig aber auch erfrischend und anders. Ja, man fällt damit auf, aber an der Côte d’Azur ist das selbstverständlich erlaubt.

Das neue Cabriolet basiert auf der A3 Limousine und die Audi-Designer haben es sich in Sachen Linienführung kräftig zur Brust genommen. Auffällig ist vor allem, dass die Überrollbügel fehlen. Die liegen nun versteckt hinter dem Rücksitz und schnellen bei Gefahr im winzigen Bruchteil einer Sekunde heraus. Das verschafft dem A3 Cabriolet eine einzigartige Linie. Die Seitenansicht wird nicht mehr unterbrochen, die Linien werden ins wohlgeformte Heck weiter geführt und laufen in einer hübschen Abrisskante auf dem Kofferraum aus.

Audi A3 Cabriolet

Das Audi A3 Cabriolet im Vordergrund, hinten die hügelige Landschaft

Aber was soll man lange reden – Cabrios fährt man am besten, vor allem bei perfektem Wetter. 21 Grad, Sonne, ein wolkenloser blauer Himmel sind die idealen Voraussetzungen für eine schöne Ausfahrt. Los geht es in Nizza, der Stadt in der Cary Grant im Alfred Hitchcock Klassiker „Über den Dächern von Nizza“ als vermeintlicher Juwelendieb das Herz von Grace Kelly eroberte. Cap Ferrat , wo Gunter Sachs und Brigitte Bardot‎ nächtelang barfuß tanzten, fließt vorbei, es folgen Villefranche und Beulieu Sur Mer, wo man auf einem kleinen Markt direkt am Meer frisches Gemüse kaufen kann.

Die kleine Küstenstraße windet sich die Steilküste entlang, vorbei an Palmen, alten Häusern mit verwitterten Werbeaufschriften und immer unterhalb der prachtvollen Villen, die sich in die steilen Berge klammern. Sie ist perfekt für das A3 Cabriolet, in dem man die südfranzösische Lebensart ganz unmittelbar hören, schmecken und riechen kann. Mit dem Auto taucht man in die Côte d’Azur ein, man lebt und erlebt die französische Riviera unmittelbar.

Die bietet im Hinterland aber noch ganz andere Dinge. Einmal nach links abgebogen und schon erwarten einen nach wenigen Kilometern die noch sanften Ausläufer der französischen Seealpen. Kleine, enge Straßen, auf denen im Januar oft die Rallye Monte Carlo ausgetragen wird, schlichtweg das Highlight für die Rallyeprofis. Die Straßen sind alt, haben Buckel, Schlaglöcher und das Wort „Leitplanke“ scheint hier nicht zu existieren. Die gewundenen Wege sind maximal mit einer nicht gerade vertrauenswürdigen Steinmauer eingefasst, die den Fall ins Tal aufhalten soll.

Ganz so schnell wie Walter Röhrl, Michel Mouton und Hannu Mikkola, die ziemlich genau 30 Jahre vor uns mit dem legendären Audi Quattro A2 durch die Landschaft schossen, will man es aber nicht angehen lassen. Wir sitzen in einem Cabrio und gewinnen können wir auch nichts. Was aber nicht bedeutet, dass man mit dem A3 Cabriolet nicht auch sportlich unterwegs sein kann.

Audi A3 Cabriolet

Don Dahlmann unterwegs in Südfrankreich

Per „Audi Drive Select“ wird das „Dynamic“ Programm gewählt und schon lassen sich die Haarnadelkurven attackieren. Die sehr direkte Lenkung gibt das nötige Feedback, und die Gänge flutschen durch die wunderbare kurz gehaltene 6-Gang-H-Schaltung. Auch in Sachen Leistung gibt es keine Klagen. Die 120 PS reichen völlig aus um das Fahrwerk zu testen. Doch das gibt sich weder auf den Bodenwellen noch in den engen Kurven eine Blöße. Ein leichtes Untersteuern kündigt sanft die physikalischen Grenzen an und im Nu hat man den 1002 Meter hohen Col de Braus überquert von dem man sich wieder ins Tal stürzen kann, das zurück ans Meer führt.

Und damit ist dann auch mal gut mit der Hektik. Ein Cabrio ist ein Fahrzeug, in dem man gleitet, den Wind spürt und das Leben genießt. Man sitzt, wie immer bei Audi, auf perfekt geformtem Gestühl, im Radio laufen französische Chansons und von hinten wärmt die Sitzlüftung den Nacken mit einem warmen Luftstrom. Derart umsorgt fährt man gerne wieder etwas ruhiger nach Monaco, noch so ein fast mythischer Ort der Côte d’Azur.

Man taucht ein in die Häuserschluchten, vorbei am Hafen, wo jedes Jahr im Mai die Formel Eins Piloten um den Sieg zwischen den Leitplanken kämpfen. Den Gewinner begrüßt der Fürst von Monaco seit jeher immer mit den Worten „Ich bin froh, dass Sie gewonnen haben“. Und so etwas Ähnliches denkt man auch, wenn man das A3 Cabriolet am Abend im Hotel wieder abgibt: „Ich bin froh, dass Du es warst, mit dem ich hier unterwegs sein konnte.“ Bei einem kurzen Spaziergang durch Monaco, vorbei an den Jahrhunderte alten Fassaden zum Meer hinunter, wünscht man sich dann, dass nicht nur die Côte d’Azur so bleibt, wie sie ist. Auch am A3 Cabriolet gibt es nichts, was man verändern möchte.

Mehr von Don Dahlmann können Sie im Racingblog und bei Racingcarz lesen.

————————————–

A3 Cabriolet 1.4 TFSI

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,8-4,8**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 130-109**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.



9 Antworten auf Vom Wunsch, nichts zu verändern

  1. reininger 11.11.2013 at 17:55 #

    120 PS da hat jemand aber viel ahnung , ich würde es mal mit 140 PS versuchen !

  2. DonDahlmann 12.11.2013 at 00:59 #

    Es sind laut der Audi-Broschüre 125 PS. Die fehlenden 5 PS sind einem Tippfehler zu verdanken. 🙂

Reaktionen aus dem Netz (Trackbacks)

  1. » Audi A3 Cabriolet – Blogschau - autoaid.de blog - 11.11.2013

    […] Don Dahlmann – Audi-Blog (Gastbeitrag) […]

  2. Fahrevent Audi A3 Cabrio 2.0 TDI Quattro (8V, 2013): Den Wind des Mittelmeeres meistern | BYCAN Autokultur-Blog - 12.11.2013

    […] Don Dahlmann auf dem Audi-Blog: Ich habe mich für den 1.4-Liter-TFSI mit 120 PS entschieden. Nicht nur wegen des ebenso kräftigen wie sparsamen Motors, sondern vor allem wegen der schönen Farbe. Das dunkle Gelb wirkt etwas provozierend, gleichzeitig aber auch erfrischend und anders. Ja, man fällt damit auf, aber an der Côte d’Azur ist das selbstverständlich erlaubt. Nicole Y Männl auf auto-diva: Ganz außergewöhnlich gefreut hat mich die “Kopfraumheizung”. Andere Hersteller sagen auch “Airscarf”, was sich stylischer anhört, aber dasselbe meint. Seitdem ich kurze Haare habe, merke ich sogar etwas im Nacken von der kuscheligen Heizung, die im Sitz eingebaut ist. […]

  3. 2014 Audi A3 Cabriolet Fahrbericht aus Monaco x Nizza | WORLDTRAVLR - 12.11.2013

    […] Vom Wunsch, nichts zu verändern – von Don […]

  4. Vorstellung: Audi A3 Cabrio › Mein Auto Blog - 12.11.2013

    […] Vom Wunsch, nichts zu verändern […]

  5. 2013 Audi A3 1.4 TFSI Cabriolet gefahren – Fahrbericht meiner Probefahrt › "Auto .. geil" - 14.11.2013

    […] bei Jens, Mario (1.8 TFSI S tronic), Christina (1.8 TFSI S tronic), Can (2.0 TDI quattro), Don (1.4 TFSI) und […]

  6. Audi A3 Cabrio Blogschau › Mein Auto Blog - 25.11.2013

    […] audi blog, by don dahlmann […]

  7. Fahrevent Audi A3 Cabrio 2.0 TDI Quattro (8V, 2014): Den Wind des Mittelmeeres meistern | Driver's Groove Driver's Groove - 10.07.2014

    […] Don Dahlmann auf dem Audi-Blog: Ich habe mich für den 1.4-Liter-TFSI mit 120 PS entschieden. Nicht nur wegen des ebenso kräftigen wie sparsamen Motors, sondern vor allem wegen der schönen Farbe. Das dunkle Gelb wirkt etwas provozierend, gleichzeitig aber auch erfrischend und anders. Ja, man fällt damit auf, aber an der Côte d’Azur ist das selbstverständlich erlaubt. Nicole Y Männl auf auto-diva: Ganz außergewöhnlich gefreut hat mich die “Kopfraumheizung”. Andere Hersteller sagen auch “Airscarf”, was sich stylischer anhört, aber dasselbe meint. Seitdem ich kurze Haare habe, merke ich sogar etwas im Nacken von der kuscheligen Heizung, die im Sitz eingebaut ist. […]

Schreibe einen Kommentar

Benötigte Felder sind markiert. *

Nach dem Absenden Ihres Kommentars wird dieser durch die Redaktion überprüft und freigegeben.

Wenn Sie zum ersten Mal im Blog kommentieren, müssen Sie einmalig Ihre Identität bestätigen. Dazu erhalten Sie eine E-Mail mit einem personalisierten Link, den Sie für die Verifizierung Ihrer Angaben bitte aufrufen. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.