29.11.2013
Hinter den Kulissen
Generationswechsel

Wolfgang Duschek und Diana Pischinger sind Vater und Tochter. Sie arbeiten beide bei Audi in Neckarsulm – und doch in einer anderen Welt. In unserem Artikel erzählt Vater Wolfgang Duschek, was sich in den vergangenen 30 Jahre verändert hat.

Generationswechsel

„Ohne Werkzeuge keine Autos“, wissen Diana Pischinger und Wolfgang Duschek aus der Werkzeugwartung

Alles hat einen Anfang. Im Presswerk ist es ein Stück Blech. Erst hier verwandeln Maschinen die planen, mattsilber glänzenden Metallplatten zu Karosserieteilen. Bis zu 50 Tonnen schwere Werkzeuge formen aus Aluminium und Stahl die charakteristische Hülle eines jeden Audi. „Ohne Werkzeuge keine Autos“, wissen Wolfgang Duschek und Diana Pischinger aus der Werkzeugwartung. Vater und Tochter trennt eine Generation – rund 30 Jahre, in denen „Vorsprung durch Technik“ ihren Arbeitsplatz genauso verändert hat wie das Gesicht der Autos auf der Straße.

„Als ich in den 70er Jahren hier mit der Arbeit begann, mussten die Mitarbeiter das Blech nach jedem Arbeitsschritt auf separate Förderbänder ablegen, von wo aus es zur nächsten Presse transportiert wurde“, erinnert sich Wolfgang Duschek. Die vollautomatische Großraumsaugerpresse des 21. Jahrhunderts könnte eine Sporthalle füllen und erledigt sechs Arbeitsschritte hintereinander. Im Inneren heften Roboterarmeihre Saugnäpfe an das Blech und bewegen es im Gleichtakt von einer Station zur nächsten – sekundenschnell. „Früher haben wir drei bis vier Bodenteile in der Minute geschafft, heute zwölf“, so der Aud-Mitarbeiter. Wie von Zauberhand läuft auch der Werkzeugwechsel ab. Was den Betrieb vor Jahren eine Schicht lang lahmlegte, dauert heute kaum länger als Zähneputzen. Die Hightech-Presse erledigt ihr Handwerk äußerst sauber: Anfallende Materialreste verschwinden sofort im Keller, werden dort in Stahl und Aluminium getrennt, in Würfelform komprimiert und wiederverwertet.

In der Endkontrolle muss jedes Teil dem prüfenden Blick zweierAugenpaare standhalten, bevor es seine Reise fortsetzt. Gibt es Grund zur Klage, ist Diana Pischinger zur Stelle. Als Gruppenleiterin ist das ihr Job. Auch ihr Vater ist dann einer von 45 Kollegen in ihrem Bereich. „An meinem Beruf ist er schuld“, sagt sie und lacht. Es war seine Werkbank, auf der Pischinger schon als Mädchen mit Hammer und Nagel experimentierte. Er spornte sie an, ihre Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. Heute ist der Vater stolz auf das, was seine Tochter erreicht hat.

Der Artikel ist auch im Magazin “Einblicke”, dem Standortmagazin aus Neckarsulm, enthalten.


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