Falk Hedemann
08.01.2014
Gastbeitrag
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Pilotiertes Fahren – für Falk Hedemann ist das mehr als eine Zukunftsvision. Der Blogger hat auf der CES das pilotierte Parken, das Ampelsteuerungssystem und den Audi-Staupiloten getestet – und hätte alles am liebsten schon jetzt im Auto.

Gastbeitrag CES 2014

In Las Vegas hatten Journalisten und Blogger die Möglichkeit, die neuen Techniken im Straßenverkehr zu testen

Die Halbwertszeit von technologischen Zukunftsvisionen sinkt immer weiter. Die Zeiten, in denen es von der ersten Idee für eine zukunftsweisende Innovation bis zu deren Marktreife auch mal mehrere Generationen dauerte, scheint endgültig vorbei. Ich hoffe sehr, dass das auch für die Zukunft des Autos gilt, denn hier gibt es einige Ideen, die ich nur allzu gerne schon bald nutzen würde.

Einer der großen Innovationstreiber der Automobilbranche ist sicherlich Audi. Connectivity und Piloted Driving sind zwei der wichtigsten Themen der Entwicklungsabteilung. Einen schönen Überblick über den aktuellen Stand sowie eine eindrucksvolle Demonstration der unmittelbaren Zukunft gewährte das Unternehmen Journalisten und Bloggern auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas.

Wer, wie ich, die CES-Themen von Audi mehr aus der IT-Sicht betrachtet, ist gleichermaßen begeistert wie enttäuscht. Begeistert, weil die ersten Technologien zum pilotierten Fahren bereits existieren – enttäuscht, weil die Vision des autonomen Fahrens doch noch einige Jahre brauchen wird, um Realität zu werden. Dass es irgendwann soweit sein wird, steht für mich allerdings seit der Audi-Präsentation auf der CES 2014 mehr denn je fest.

Gastbeitrag CES 2014

Im Stau übernimmt das Auto

Intelligente Assistenzsysteme, die den Autofahrern mehr Sicherheit und Komfort geben, gibt es bereits seit Jahren. Noch einen Schritt weiter gehen die Systeme, die den Fahrer soweit entlasten, dass er sich für eine gewisse Zeit komplett auf andere Dinge konzentrieren kann. In Las Vegas durfte ich mich zusammen mit anderen Journalisten und Blogger davon überzeugen, wie weit die Entwicklung bei Audi schon fortgeschritten ist.

Audi stellte gleich drei verschiedene Systeme vor, deren Prototypen derzeit in der heißen Erprobungsphase stecken. Alle drei Systeme haben für Autofahrer einen großen Nutzwert, da sie konkrete Problemsituationen lösen helfen. Zum einen ist da das pilotierte Einparken. Wir alle kennen Situationen, in denen wir verzweifelt einen Parkplatz suchen, aber dann nur einen finden, in der zwar das Auto passt, aber wenn man nicht über die Heckklappe aussteigen möchte, ist die Lücke doch zu klein. Das Pilotierte Parken löst dieses Problem, indem man nicht mehr im Auto sitzen muss, um einzuparken. Etwas weiter gedacht könnte ein Parkhaus in Zukunft über Parkpiloten deutlich mehr Fahrzeuge unterbringen als heute, denn der seitliche Abstand muss nicht mehr das Aussteigen ermöglichen.

Das zweite System kommuniziert mit dem Ampelsteuerungssystem und zeigt dem Fahrer als Information an, wie er seine Geschwindigkeit effizient und vorausschauend an die Schaltung der vorausliegenden Ampeln anpassen kann. Und das dritte System war für mich persönlich am beeindruckendsten: Der Staupilot bietet dem Fahrer bei einer bestimmten Geschwindigkeit die Übernahme der Fahrzeugkontrolle an, vor allem in Stausituationen und beim ungeliebten „zähflüssigen Verkehr“. Nimmt der Fahrer das Angebot wahr, kann er sich bequem zurücklehnen und das System übernimmt sowohl die Lenkung als auch die Geschwindigkeitskontrolle.

Gastbeitrag CES 2014

Die Ampelsteuerung

Eine ganze Reihe von Sicherheitsvorkehrungen sorgt dann dafür, dass der Fahrer beispielsweise E-Mails lesen oder eine Videokonferenz abhalten kann. Ganz ohne ihn kann und soll es aber noch nicht gehen. So kontrolliert eine Fahrerkamera die Augenbewegungen und warnt ihn, falls er sie für mehr als zehn Sekunden geschlossen hat. Reagiert der Fahrer nicht auf die Warnung, wird der Wagen automatisch sicher abgebremst und angehalten.

Wohin führt uns diese Entwicklung? Pilotiertes Fahren, wie es Audi auf der CES vorführte, ist sicher erst der Anfang. In Zukunft wird es auch um das Autonome Fahren gehen, bei dem der Fahrer gar nicht mehr eingreifen muss, wenn er das nicht möchte. Die Herausforderungen auf dem Weg in diese im wahrsten Sinne des Wortes „automobile Zukunft“ liegen nicht nur in der Weiterentwicklung der Technik, sondern auch in der Anpassung der dafür nötigen Rechtsgrundlage. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz selbstfahrender Autos muss erst noch hergestellt werden. Dennoch bin ich sicher, dass sich das Automobil in einigen Jahren tatsächlich auch wirklich so nennen darf, weil es automatisch fährt. Und wer weiß, vielleicht macht uns dann der Stau sogar mal richtig Spaß…

Mehr von Falk Hedemann können Sie in seinem Blog Wissenssucher lesen. Alle Informationen zum Auftritt von Audi auf der CES 2014 finden Sie in den Audi MediaServices. Einen Überblick über alle Kanäle bietet Ihnen der Audi Newsroom, auf Audi Media TV können Sie den Mitschnitt der Audi Keynote sehen. Weitere Eindrücke von der CES 2014 finden sie zudem auf den Blogs imaedia, SmartDroid, MotorBlog und Caschys Blog.

 

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A7 TDI

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,3-4,5**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 167-118**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.


2 Antworten auf Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

  1. Justin 09.01.2014 um 12:33 #

    Also ich persönlich weiß nicht, ob ich das unbedingt haben müsste, dass mein Auto von selbst fährt.

    Zum einen ist das eigene Fahren ja auch ein Erlebnis und zum anderen gibt es aktuell wohl noch einige Sicherheitsbedenken gegenüber dieser Systeme

  2. Falk Hedemann 11.01.2014 um 14:08 #

    @Justin: Man wird ja immer die Wahl haben, ob man als Fahrer die Kontrolle an Systeme wie den Jam Pilot angeben möchte oder nicht. Das was es momentan an Systemen zum Pilotierten Fahren gibt, ist aus meiner Sicht sehr darauf ausgelegt, die Sicherheit beim Fahren stark zu erhöhen. In Stausituationen passieren durch fehlende Aufmerksamkeit der Fahrer immer wieder Unfälle, die mit dem Staupiloten vermieden werden können. Und auch der Fahrspaß dürfte darunter nicht leiden, denn der ist im Stau ja eh nicht mehr vorhanden.

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