Jo Fischer
14.04.2014
Gastbeitrag
Melancholie und schräge Momente

Vier Wochen lang war der Fotograf und Abenteurer Jo Fischer mit dem Audi SQ5 unterwegs im nördlichsten Norden: In seinem Gastbeitrag im Audi Blog berichtet er nun von den Erlebnissen auf seiner Reise bis zum Polarkreis.

Nordtour

Der Audi SQ5 an einem einsamen Fjord

Der heimatliche Boden hat mich wieder – und das viel schneller als gedacht. Diese Reise kam mir vor wie ein Film im Zeitraffer. Ich selbst kam mir vor wie eine Flipperkugel, die ununterbrochen von unten nach oben und dabei noch von links nach rechts geschossen wird. Als ich morgens um 6.30 Uhr aus Trelleborg kommend die Fähre in Rostock verließ, fuhr ich durch den Frühling nach Berlin. Alles ist schon grün und mindestens 20 Grad wärmer. Kurz zuvor fuhr ich noch von den Lofoten zurück über Kiruna nach Piteå, meterhoher Schnee und minus zehn Grad tagsüber.

Diese Fahrt werde ich so schnell nicht vergessen, denn zu Beginn meiner Reise war ich der Meinung, dass tagelanges Alleinsein überhaupt kein Problem sei. Jetzt bin ich anderer Meinung. Einsame, zermürbende Stunden auf noch einsameren weißen Strassen, die sich schier endlos durch dichte Wälder ziehen. Die einzige Ablenkung sind die Rentier- und Elchkadaver, die unter tauendem Schnee zum Vorschein kommen. Ich habe gefühlt vier Wochen gesessen. Kleine Lobhudelei auf den Audi SQ5 – hätte ich nicht wenigstens den üppigen Komfort im Innenren gehabt, was mir auf der Reise wie ein zu Hause war, dann wäre ich bei diesen Temperaturen wahrscheinlich schreiend verzweifelt.

Nach gut 10.000 Kilometern auf teils schwer vereisten Pisten bin ich ein besserer Autofahrer, ob die technischen Helferlein dazu beigetragen haben möchte ich nicht bezweifeln. Hätte ich diese nicht gehabt, läge ich jetzt ganz sicher immer noch irgendwo in einem lappländischen Strassengraben und müsste mich von meinen übrig gebliebenen Ravioli in Dosen am Leben halten.

Nordtour

Fotograf Jo Fischer war mit dem Audi SQ5 unterwegs Richtung Polarkreis

Diese Reise in eine kurze Geschichte zu fassen, fällt mir etwas schwer, zu viele Eindrücke und Erlebnisse, die ich erstmal verarbeiten muss. Doch eines kann ich mit Gewissheit behaupten: NORD unterscheidet sich zu meinen vorherigen Reisen erheblich. Temperaturbedingt sieht man auf den Straßen nur wenig Menschen. Meine gewohnte Herangehensweise bei Straßenportraits musste ich komplett über den Haufen werfen und mir eine neue Strategie einfallen lassen. Nicht wie sonst üblich finde ich Situationen in den entlegensten Winkeln, ich musste sie Erschaffen.

Also fuhr ich gezielt zu Häusern und Höfen abseits der Hauptstraßen und klopfte an die Türen oder stoppte mit halblegalen Überholmannövern Autos mit filmreifen Insassen. Daraus ergaben sich teilweise aufgrund der Verständigungsprobleme sehr schräge Momente, da nicht alle Bewohner nördlich des Polarkreises auch automatisch Englisch sprechen. Einmal habe ich mit Hilfe einer Freundin aus Piteå ein kleines Fotostudio vor einem Supermarkt aufgebaut und die Menschen gebeten, sich davor zu stellen und sich für mein Buchprojekt fotografieren zu lassen. In Deutschland kaum denkbar, da sofort jeder seine Persönlichkeitsrechte aufzählt und das Ding damit gegessen wäre. Die Schweden hingegen waren alle sehr interessiert und stellten sich bereitwillig vor meine Leinwand.

Nordtour

Unendliche Straßen durch Schnee und Eis

Der Fotograf und der SQ5: Ich fuhr ihn zu einer Werkstatt. Ein paar echte Nordgesichter schraubten an Autos, an denen der deutsche TÜV seine wahre Freude hätte. Bei einem Kaffee fragte mich Thomas, warum ich zu dieser Jahreszeit hier durch die Gegend fahre, zeigte dabei auf den Audi und die Leicas, die ich um den Hals trug, und fragte noch, ob ich Millionär wäre. Dies glaubwürdig zu erklären fiel mir etwas schwer.

Unterwegs wurde mir klar, welche Entfernungen ich zurücklegen muss, um die Fotos zu bekommen, die ich für das Buch brauche. Deshalb habe ich beschlossen, NORD in drei Teilen zu erschaffen. Demnächst fliege ich noch mal nach Kiruna, um in der Mine zu fotografieren, nach Helsinki muss ich auch noch unbedingt, der rotzige Rock’n’Roll-Teil für mein Buch versteckt sich genau dort.

Den SQ5 werde ich auch wieder abgeben müssen. Der Gedanke daran macht mich etwas traurig. Das ist so, als müsste man einen guten Freund verabschieden. Wir sind fast verwachsen, gingen zusammen durch Kalt und Kälter und Melancholie ist normalerweise überhaupt nicht meine Baustelle.

Mehr Bilder des Dauerreisenden Jo Fischer sehen Sie auf seinem Blog http://blog.jofischer.com/ und auf der Homepage http://jofischer.com/

 

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SQ 5

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,7-6,6**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 177-174**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.


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