Sascha Pallenberg
13.06.2014
Gastbeitrag
Achtung Safety Car!

In wenigen Stunden startet das 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Techblogger Sascha Pallenberg hat sich mit einem Audi RS 6 Safety Car auf den Weg nach Frankreich gemacht – und berichtet im Audi Blog von seinem nicht ganz alltäglichen Roadtrip.

Le Mans Safety Car

Am Mittwochmorgen geht’s in Ingolstadt los

Jetzt bin ich es also endlich angegangen und durfte mir dank Audi einen Kindheitstraum erfüllen. Wer mit dem Virus Motorsport familiär vorbelastet ist (mein Onkel fuhr in den 70er Jahren Langstreckenpokal, weshalb ich unzählige Wochenenden an der Nordschleife, in Zolder und Spa verbrachte), der möchte früher oder später einfach mal die großen drei von der persönlichen Strichliste nehmen: den Grand Prix in Monaco, die 500 Meilen von Indianapolis und natürlich das traditionsreichste 24-Stunden-Rennen der Welt in Le Mans.

Jetzt also Le Mans – und ich bin dabei. Was ich durchaus schon als Superlativ in meiner bisherigen Motorsportevent-Historie ansehen könnte, wurde noch durch ein Sahnehäubchen mit den knackigen Namen Audi RS 6 abgerundet. Nicht nur sollte ich diesen 560 PS-Boliden nach Le Mans kutschieren, nein es handelte sich dabei auch um ein ganz spezielles Modell: das Safety Car des vergangenen Jahres.

Frisch aus Taiwan eingeflogen, ging es für mich am frühen Mittwoch Richtung Ingolstadt, wo das Objekt der Begierde auf mich wartete. Nach ersten Fotos und einer kleinen Einweisung machten wir uns dann auf den Weg nach Neckarsulm, um im dortigen Audi Forum einen stärkenden Snack einzunehmen, uns den Standort erklären zu lassen und mich somit weiter in die Faszination Audi einzuleben.

Next Stopp: Metz. Das erste Etappenziel unserer Tour nach Le Mans lag nicht weit hinter der deutsch-französischen Grenze. Wobei ich eigentlich einen der emotionalsten Parts der Reise damit komplett übersprungen hätte, denn die deutschen Autobahnen boten zum Teil genug „Auslauf“, um den Supersportwagen im RS 6 zu erwecken. 560 Pferdchen galoppieren nun einmal zügigst nach vorne und zeigen die Verwandlungsfähigkeit dieses Avant.

Le Mans Safety Car

Mit dem Safety Car im Pariser Feierabendstau

Eben noch braver Familienwagen, jetzt schon ein Racer, der das vor sich liegende Asphaltband nahezu inhaliert und fein säuberlich durch die beiden Endrohre ausspuckt. Ansprechverhalten und Elastizität dieses sensationellen Triebwerks trieben mir das ein oder andere mal Tränen in die Augen. Und das Gefühl, dass die Beschleunigungssymphonie selbst mit einem zu dreiviertel durchgetretenen Gaspedal schon derartige Resultate lieferte, beruhigten mich nicht nur, sie ließen mehr oder weniger meinen Unterkiefer Richtung Erdmittelpunkt fallen.

Die Grenze kam näher, die französische Geschwindigkeitsbegrenzung begrüßte uns mit einem lieb gemeinten „Bonjour“ und der RS 6 verwandelte sich umgehend wieder in ein gezähmtes Kätzchen. Das gab mir aber die Gewissheit, sich durch einen kleinen Kitzler mit dem rechten Fuß in einen 2.000 Kilo schweren Säbelzahntiger verwandeln zu können. Auch das ist Understatement.

Metz strahlte im schönsten Sonnenschein. 29 Grad lagen auf der Temperaturskala an und unser Safety Car sorgte für ähnlich viel Aufmerksamkeit und zustimmendes Kopfnicken wie ein unangekündigtes Gemeinschaftskonzert von Daft Punk und Charles Aznavour. Nach einer kurzen Erkundung der historischen Innenstadt hieß es, unseren Zwischenstopp in der Champagne anzusteuern, das Chateau De Fère.

Eingebettet in dieser malerischen Landschaft der Entschleunigung ließen wir den Abend bei Steak und diversen Weichkäsen ausklingen – und ja, selbstverständlich gehörte ein Glas Rotwein auch mit zum Programm. Wer noch nie in der Champagne war und nach einer unvergesslichen Übernachtungsmöglichkeit sucht, dem kann ich besagtes Chateau wärmstens empfehlen, vielleicht sogar mit dem Hinweis auf das RS 6 Safety Car. Denn der Hotelmanager wird sich daran lebhaft erinnern können, wollte er doch dass wir selbiges möglichst repräsentativ vor dem Hoteleingang parken.

Le Mans Safety Car

Für Blogger Sascha Pallenberg ging mit dem Roadtrip nach Le Mans ein Kindheitstraum in Erfüllung

Für den zweiten Tag stand unsere Weiterfahrt nach Paris auf dem Programm – aber natürlich nicht ohne noch einmal durch die Weinfelder der Champagne zu cruisen und die Comfort-Einstellung des Fahrwerks zu testen. Reisen ob der Reise willen – auch wenn wir ein klar definiertes Ziel hatten. Ja, ich mag Paris. Aber wer schon einmal für 500 Meter über eine Stunde benötigt hat, der vergisst die immer wieder erstaunten Blicke der Passanten. Schnell ein Foto auf dem Place de la Concorde geschossen – und ja, da war noch was: Le Mans blinkte nicht nur einmal Bildschirmfüllend auf dem Display des Navis auf.

Ich will jetzt endlich an diese Strecke und vielleicht noch ein paar Minuten der finalen Qualifying-Sessions erleben. Also raus aus dem Großraum Paris, ab auf die Autobahn und 80 Kilometer vor Le Mans noch einmal volltanken. Und da standen sie in ihren weißen Anzügen: Porsche hatte anlässlich seines Comebacks ein Pitstop-Crew-Team an eine Tankstelle befördert und fertigte erstaunte Fahrer professionell ab.

So eine Chance bietet sich nicht ein zweite Mal – und ergo fuhr ich unser Safety Car direkt in die entsprechende Spur, was bei dem von Porsche positionierten Kamerateam und den Fotografen nicht nur für Aufregung sorgte, sondern für helle Begeisterung. Wann wird man schon einmal mit einem Audi RS 6 vom Porsche-Racingteam abgefertigt? Für beide Seiten ein unvergessliches Erlebnis.

Und sonst? Das Audi RS 6 Safety Car hat die 1.200 Kilometer ohne auch nur einen einzigen Kratzer oder ein Speedticket überstanden. Wir haben direkt vor Ort in Le Mans das ein oder andere mal den Verkehr zum Stehen gebracht und Smartphone-Fotografen im Dutzend angezogen – und ich bin nun glücklich am Ziel meiner Motorsportträume angelangt. Danke Audi für dieses einmalige Erlebnis sowie die tolle Organisation – und den Entwicklern und Designern für diesen wunderschönen Wagen. Ich frage mich, wie ich den Schalter hinter meinem Ohr wieder auf rational umlegen kann, denn das nun kommende Rennwochenende wird es nicht leichter machen.

Mehr von Sascha Pallenberg lesen Sie in seinem Blog Mobile Geeks.

 

 

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RS 6

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 9,6**;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 223**

**Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz.


2 Antworten auf Achtung Safety Car!

  1. Daniel Behrendt 14.06.2014 um 13:00 #

    Eine einmalige Gelegenheit die du da hattest. Ich freue mich für dich. Der Reisebericht hätte von mir aus ruhig mehrere Seiten lang sein können. Alleine beim lesen trieb es mir Tränen in die Augen. Ich bin vom Rennen und der Landschaft mindestens genau so fasziniert wie du, darum habe ich mir für nächstes Jahr vorgenommen, das Land und das Rennen zu sehen.
    Weiterhin viel Spaß am geilsten Rennen der Welt, ich werde es mir zu Hause ansehen.

Reaktionen aus dem Netz (Trackbacks)

  1. Mit dem Safety Car nach Le Mans und erste Eindruecke von der Strecke | Mobilegeeks.de | Cars, Connected - 14.06.2014

    […] komplette Reise in aller Ausfuehrlichkeit kann uebrigens auf dem offiziellen Audi Blog nachgelesen werden und ich denke da kommt auch ganz gut rueber wie viel Spass mir diese Geschichte gemacht […]

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