Agnes Happich
14.06.2014
Le Mans 2014
Im Audi-Sportstudio

Le Mans ist das größte Autorennen der Welt. Überraschende Wendungen und Unvorhergesehenes gehören zum Mythos. Damit die internationalen Journalisten den Überblick behalten, gibt es den Audi Race Talk, eine Livesendung für Journalisten.

Audi Race Talk

Als Moderator muss Moody ständig auch auf Unvorhersehbares reagieren können

13. Juni 2011, 22.41 Uhr. Audi-Pilot Mike Rockenfeller kracht mit 300 Kilometern pro Stunde in die Leitplanke. Toby Moody stockt der Atem. Der britische Moderator berichtet live vom Rennen. „In solchen Momenten ist es nicht einfach, richtig zu reagieren“, sagt Moody. Man dürfe nie den Fehler machen, zu spekulieren, müsse immer das offizielle Statement abwarten.

Das kommt kurze Zeit später: Rockenfeller steigt aus eigener Kraft aus seinem Rennwagen aus, es geht ihm gut. Moody und die Zuschauer atmen auf und er gibt die gute Nachricht sofort an die Fans weiter. Der Motorsportexperte bekommt heute noch eine Gänsehaut, wenn er von diesem Unfall vor drei Jahren in Le Mans erzählt.

Dieses Jahr ist seine Aufgabe, als Anchorman gemeinsam mit der Deutschen Eve Scheer den Audi Race Talk zu moderieren, eine dreißigminütige Livesendung, eine Art Audi-Sportstudio, die an allen Audi-Locations in Le Mans übertragen wird.

Audi Race Talk

In der Regie laufen alle Fäden zusammen

Sieben solcher Sendungen bestreiten die beiden Moderatoren während des 24-Stunden-Rennens. Sie informieren die Journalisten, die bei Audi zu Gast sind, über den Rennverlauf, liefern Hintergründe und ordnen das Renngeschehen ein. Das erfordert eine Menge Flexibilität, immer wieder müssen die beiden auf Überraschungen reagieren. Moody hat viel Erfahrung im Motorsport, er geht mit dieser Herausforderung gelassen um: „Gib mir die Bilder, den Rest erledige ich.“

„In jeder Stunde spielen sich in Le Mans 100 Geschichten ab. Du musst sie nur finden“, sagt Moody. Für das Aufspüren dieser Geschichten ist beim Race Talk eine ganze Mannschaft zuständig. Sie beobachtet das Rennen, schneidet wichtige Sequenzen raus und sortiert sie. Neuigkeiten gibt das Team direkt an Toby Moody weiter, der über einen Knopf im Ohr mit der Redaktionsmannschaft verbunden ist. Das ist aber nur ein Bruchteil der Arbeit, die Regie und Redaktion des Audi Race Talk leisten.

Audi Race Talk

Thomas Hofmann steuert die Bildregie

Das A und O sei die Planung, so Thomas Hofmann, der Bildregisseur. Zwei Monate vor Le Mans sammeln die Race Talker bereits Informationen, geben Filme in Auftrag, entwickeln den Redaktionsplan. Der ist heute, zum Rennstart, 47 Seiten lang, die Schriftgröße auf Telefonbuchniveau. Vorproduziertes Material, Rückblicke, Liveschalten in die Boxen und Interviews mit Spezialisten und Rennfahrern müssen eingeplant und in die richtige Reihenfolge gebracht werden. In den Tagen vor dem Rennen schläft das Team selten mehr als vier Stunden. Die Komplexität ist enorm.

Nicht alles an so einem Rennen lässt sich vorbereiten. Das Team und die Moderatoren müssen vor allem spontan reagieren können. „Ich genieße den Druck einer Livesendung“, sagt Motorsportenthusiast Moody. Um 22.15 Uhr senden sie heute zum letzten Mal. „Danach gehen wir an die Rennstrecke und fiebern richtig mit“, sagt Thomas Hofmann. Morgens um 9.30 Uhr geht es am Sonntag weiter: Dann fassen Toby Moody und Eve Scheer live die Geschehnisse der Rennnacht zusammen.


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