Sascha Pallenberg
16.06.2014
Le Mans 2014
24 Stunden Dramatik pur

Spannung bis zum Ende und schließlich ein Doppelsieg für das Team von Audi Sport: Blogger Sascha Pallenberg hat das 24-Stunden-Rennen in Le Mans live verfolgt und beschreibt in seinem Gastbeitrag die Ausgabe 2014 des Rennsportklassikers.

Le Mans 2014

Glückliche Sieger

Nun ist es schon wieder einen Tag her, dass die Zielflagge des 24-Stunden-Rennens in Le Mans fiel, und ich muss zusammenfassend eingestehen, dass mein Adrenalin-Spiegel immer noch auf Höchstwerten pendelt.

Das traditionsreichste Rennen rund um die Uhr ist nicht nur Geschichte. Und es hat vor allen Dingen wieder einmal Geschichte geschrieben – und zwar auf eine Art und Weise, dass wir noch über Jahre von der 2014er Ausgabe reden werden. Was für eine Dramatik, welche Spannung und final dann ein anfänglich nicht für möglich gehaltener Doppelsieg. Nach 379 Runden ging der Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer 2 mit 3 Runden Vorsprung auf den Audi mit der Startnummer 2 über die Ziellinie und der Jubel auf der den Tribünen und in den Audi-Boxen kannte keine Grenzen mehr.

Anlässlich der Siegesserie der Ingolstädter in Le Mans muss ich mich langsam aber sicher fragen, wann denn die erste motorsportliche Abwandlung des berühmten Gay Lineker Zitats veröffentlicht wird. Erklärte Lineker den Fußball noch als ein Spiel zwischen jeweils elf Personen bei dem schließlich Deutschland gewinnt, so könnte man dies durchaus auch auf Le Mans übertragen: Ein Rennen rund um die Uhr, bei dem letztendlich ein Audi die Nase vorn hat.

Dabei sah dies anfangs mal gar nicht danach aus. Das Qualifying wurde von Toyota und Porsche bestimmt und in den ersten Minuten zeigte der überragende Alexander Wurz wie schnell die Prototypen der Japaner den Kurs umrunden können. Porsche und Audi mussten sich auf die Plätze einreihen, bis nach knapp zwei Stunden ein heftiger Regenschauer zum ersten Mal das Feld durcheinander würfeln sollte. Leider mit einem tragischen Ausgang für den Audi mit der Startnummer 3. Der plötzlich eintretende Platzregen ließ einen GT-Ferrari die Kontrolle verlieren, was eine Kettenreaktion auslöste, in deren Folge der Toyota mit der Nummer 8 dem besagten R18 e-tron quattro ins Heck schoss. Zum Glück blieben alle Fahrer unverletzt, für den Audi mit der 3 bedeutete dies aber das Rennende.

Le Mans 2014

Die Audi R18 e-tron quattro auf der Strecke

Effizienz, gleichmäßige Rundenzeiten und sich möglichst aus den kleinen und größeren Scharmützeln raushalten. Audi beherzigte mit den verbliebenen beiden R18 wieder einmal dieses Mantra für Langstreckenrennen und konnte nach etwas mehr als 14 Stunden die Führung übernehmen. Denn der der Toyota mit der Startnummer 7 fiel mit einem technischen Defekt aus, was den Audi mit der 2 an die Spitze brachte – wohlgemerkt aber auch nur für etwa zwei Stunden.

Marcel Fässler musste an die Box, um den Turbolader seines Boliden wechseln zu lassen, wodurch er gut 20 Minuten auf die Konkurrenz verlor. Diese Führung sollte dann die Le Mans-Legende Tom Kristensen mit seinem Team übernehmen und für einige Stunden souverän verteidigen. Bis auch Kristensen auf einmal zum Schrecken aller Audi-Fans auf der Strecke ohne Vortrieb stehen blieb. Zum Glück gelang es dem neunfachen Le Mans-Sieger, seinen Wagen noch bis an die Boxen zu bringen, wo dann auch sein Turbolader ausgetauscht wurde.

Der jetzt führende Porsche sah somit gut vier Stunden vor Schluss wie der sichere Sieger aus, hatte aber die Rechnung ohne den entfesselnd fahrenden Andre Lotterer auf dem Audi Nummer 2 gemacht. Der holte zum Teil pro Runde bis zu zehn Sekunden auf, brannte Bestzeit um Bestzeit in den Asphalt und konnte letztendlich auch die schnellste Rennrunde für sich verbuchen. Beeindruckend!

Le Mans Safety Car

Für Blogger Sascha Pallenberg ging mit dem Roadtrip nach Le Mans ein Kindheitstraum in Erfüllung

Auch Porsche blieb nicht von technischen Defekten verschont, weshalb der 919 mit der Nummer 20 gut zwei Stunden vor Rennende aufgeben musste. Sehr schade. Aber dies bedeutete auch eine Doppelführung für das Team aus Ingolstadt, das es bis zum Fallen der schwarzweiß-karierten Zielflagge nicht mehr hergeben sollte.

Ein grandioses Wochenende, ja ein Kindheitstraum von mir ging wie im Flug vorbei und lässt mich begeistert zurück. Audi hat nicht nur die Philosophie des „niemals Aufgeben“ verinnerlicht, sondern mehrmals gezeigt wie man Fairplay und Fairness interpretiert.

Sportchef Wolfgang Ullrich sprach vor dem Start mit den Piloten und Teamchefs der Konkurrenten von Rebellion, Porsche und Toyota und wünschte ihnen viel Glück. Als dann eine Runde vor Rennende der Porsche 919 mit der Startnummer 14 noch einmal auf die Strecke ging, stand die komplette Audi-Crew auf und applaudierte. Trotz aller Konkurrenz und eines hart geführten Wettbewerbs zeigte das Team aus Ingolstadt wahre Größe – und auch das macht Le Mans so besonders.

Alle Informationen rund um Audi in Le Mans finden Sie in den Audi MediaServices. Die besten Bilder haben wir Ihnen außerdem auf Flickr zusammengestellt. Mehr von Sascha Pallenberg lesen Sie in seinem Blog Mobile Geeks.


Kein Kommentar bisher.

Schreibe einen Kommentar

Benötigte Felder sind markiert. *

Nach dem Absenden Ihres Kommentars wird dieser durch die Redaktion überprüft und freigegeben.

Wenn Sie zum ersten Mal im Blog kommentieren, müssen Sie einmalig Ihre Identität bestätigen. Dazu erhalten Sie eine E-Mail mit einem personalisierten Link, den Sie für die Verifizierung Ihrer Angaben bitte aufrufen. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.