Sascha Pallenberg
22.06.2014
Gastbeitrag
24 Stunden auf der Nordschleife

Der zweite Audi-Sieg innerhalb von einer Woche bei einem 24-Stunden-Rennen: Sascha Pallenberg verfolgte das spannende Duell am Nürburgring und erinnert sich an eigene Erfahrungen in der „grünen Hölle“. Ein nostalgischer Rennbericht.

24h Nürburgring

Sascha Pallenberg in der Box des siegreichen Phoenix Racing Team

Nach genau zehn Jahren hatte ich dank Audi die Möglichkeit, zu den Wurzeln meiner Motorsportbegeisterung zurückzukehren und endlich wieder das 24-Stunden-Rennen auf der legendären Nordschleife zu erleben. 175 Teams hatten sich für das Rennen auf dem „Ring“ eingeschrieben, wobei die schnellsten bereits am Freitag im sogenannten Top-30-Qualifying die vorderen Startpositionen ausfuhren.

Angeführt vom bärenstarken McLaren MP4-12C wurde die Top drei durch den BMW Z4 GT3 und dem Audi R8 LMS ultra von Phoenix Racing abgerundet. Diesem GT3-Boliden mit der Startnummer 3 drückte ich besonders die Daumen. Einer der Fahrer, Christian Mamerow, lebt im beschaulichen Städtchen Waltrop am Rande des Ruhrgebiets, in dem ich aufgewachsen bin.

Ebenfalls ganz oben auf meiner „Beliebtheitsskala“: Der Audi R8 LMS ultra mit der Startnummer 502, denn damit fuhren neben den Le Mans-Legenden Marco Werner und Frank Biela der ultraschnelle Pierre Kaffer und der „Mann aus der Stratosphäre“ Felix Baumgartner, der sich über die gesamten 24 Stunden von seiner besten Seite zeigte und ein tadelloses Rennen ablieferte. Auch ein Grund, warum das Team auf einem hervorragenden neunten Platz ins Ziel kam.

Der Audi R8 LMS ultra #4 hat die Nase vorne im Kopf-an-Kopf-Rennen

Was sich knapp 24 Stunden zuvor auf der Nordschleife abspielte, dürfte wohl auf ewig in die Geschichte der nunmehr schnellsten Ausgabe dieses größten Autorennens der Welt eingehen. Da wurde vorne „angeblasen“ als würde dieses Rennen nur 15 Runden dauern, was leider auch den ein oder anderen Unfall provozierte, wohlgemerkt ohne dass Fahrer oder Streckenposten zu Schaden kamen. Ein Beweis für die Sicherheit der diversen Fahrzeugtypen.

Nachdem der lange führende McLaren sich nach einigen Stunden weiter hinten im Feld wiederfand, kristallisierten sich die beiden Hauptgegner heraus, die sich über die gesamte Distanz duellierten sollten. Der Mercedes des Black Falcon Teams mit der Nummer 1 und die bereits von mir vorgestellte Startnummer 4, also der Audi R8 LMS ultra von Phoenix Racing.

Über die gesamte Distanz schenkten sich diese beiden Teams überhaupt nichts, wobei die gesamte Dramatik dieses Rennens für mich um etwa 7.30 Uhr am Sonntagmorgen offenbar wurde. Der Wecker klingelt, ich schmeiße den Livestream an und der Black Falcon Mercedes liegt im Windschatten des Audi auf der Döttinger Höhe. Nach 15 Stunden über die Nordschleife trennten die ersten beiden nicht einmal vier Zehntel. Das ist Motorsport!

24h Nürburgring

Teamchef Ernst Moser mit den Siegern Rene Rast, Christian Mamerow, Christian Haase und Markus Winkelhock

159 Runden hat der Audi mit der Startnummer 4, der Sieger der 2014er-Ausgabe des ADAC 24-Stunden-Rennens auf der Nordschleife am Ende hinter sich gebracht und ja, das ist neuer Rekord. Für all die Entwickler und Techniker in Ingolstadt aber natürlich besonders für das Phoenix Racing Team mit der Fahrerpaarung Haase, Mamerow, Rast und Winkelhock, ist dies ein sensationeller Erfolg. Knapp drei Minuten vor dem Zweitplatzierten überquerte der R8 die Ziellinie. Das zeigt, wie eng es an der Spitze zuging.

Ein historisches Rennen hat ein würdiges Ende bei strahlendem Sonnenschein gefunden und ich durfte die einzigartige Atmosphäre im Schatten der Nürburg erleben. Was für ein gelungener Abschluss für meine Europatour der 24-Stunden-Rennen. Und wer hätte gedacht, dass Audi nach Le Mans auch auf der Nordschleife gewinnt? Gratulation an alle, die zu diesen beiden Siegen mit beigetragen haben.

Damit hat sich für mich der Kreis nach gut 38 Jahren geschlossen, denn mein erstes 24-Stunden-Rennen erlebte ich als Kind auf einem Klappstuhl sitzend im „Brünnchen“. Mein Patenonkel Manfred nahm damals übrigens am Rennen teil und zwar auf einem Audi 50. Das kann doch alles kein Zufall sein, oder?

Mehr von Sascha Pallenberg lesen Sie auf seinem Blog Mobile Geeks.


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