Cornelia Boehm
11.07.2014
Audi Sommerkonzerte
Ausdrucksvoll und stimmgewaltig

Gustav Mahlers „Auferstehungssinfonie“ stand am Donnerstagabend im Mittelpunkt des Auftaktkonzerts des Audi „Vorsprung-Festivals“. Dirigent Kent Naganos übertraf mit seiner Inszenierung die Erwartungen des Publikums.

Ausdrucksvoll und Stimmgewaltig

Kent Nagano dirigiert konzentriert

Dass das „Vorsprung-Festival“ etwas Besonderes werden wird, war bei einem Künstlerischen Leiter wie Kent Nagano zu vermuten. Doch das Auftaktkonzert  am Donnerstagabend übertraf alle Erwartungen. Allein der Anblick von hundertzwanzig jungen Sängerinnen und Sängern der Audi Jugendchorakademie und der Tschechischen Philharmonie vor ausverkauftem Haus weckte große Erwartungen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die Musiker meisterten Mahlers berühmte und schwierige „Auferstehungsinfonie“ mit Bravour.

Nicht nur die Bekanntheit des Stückes, auch die Prominenz des Dirigenten hatte viele Zuhörer in den Festsaal des Ingolstädter Stadttheaters gelockt. Und Kent Nagano vermochte es, dem Stück seine ganz eigene Handschrift zu verleihen. Er dirigierte äußerst konzentriert und der Chor, der wegen seiner Größe noch einen Teil der Ränge in Anspruch nahm, folgte gespannt und absolut wach jeder seiner Bewegungen.

Schon bei den ersten Tönen verstummte der Saal komplett. Viele Gäste nickten zustimmend, als sie die Melodien erkannten. Bald war dem Publikum die durch das Stück hervorgerufene Ergriffenheit anzusehen. Durch die Stimmgewalt, die durch die Verschmelzung des Ensembles ChorWerk Ruhr und der Audi Jugendchorakademie hervorgerufen wurde, füllte sich der Saal auch bei den Pianissimi des Stückes bis in den letzten Winkel mit Klang. Das Publikum zeigte sich berührt und begeistert.

Audrucksvoll und Stimmgewaltig

Der Saal war bis auf den letzten Platz ausverkauft

Die Partitur der Sinfonie hat es in sich, doch die anspruchsvolle Dynamik und die häufigen Laustärkewechsel gelangen fast mühelos. Derlei Perfektion resultiert nicht zuletzt aus der intensiven Vorbereitung der Ensembles durch die Chorleiter Martin Steidler und Florian Helgath. Während der Soli von Sopranistin Genia Kühmeier und der Altistin Sarah Ferede zeigte sich die Tschechische Philharmonie zurückhaltend, um sich im nächsten Moment impulsiv in die dramatischen Melodien Mahlers zu stürzen.

Der fünfte Satz mit seinem melancholischen Inhalt, gesungen von den jungen Sängerinnen und Sängern von ChorWerk Ruhr und der Audi Jugendchorakademie überzeugte. „Was entstanden ist, das muss vergehen! Was vergangen, auferstehen“, sangen die hundertzwanzig Sänger einstimmig. So bleibt am Ende des Abends, ganz nach Mahlers Intention, nicht nur Wehmut, sondern auch Hoffnung. Denn dieser Abend lässt die Erwartungen für die kommenden Konzerte, die Kent Nagano noch für das „Vorsprung-Festival“ gestaltet, höher werden.

Kent Nagano wird im Rahmen des „Vorsprung-Festivals“ der Audi Sommerkonzerte zwei weitere Konzerte leiten: Am 13. Juli dirigiert er die Audi Jugendchorakademie mit Dvořáks Requiem op.89 und am 16. Juli die Tschechische Philharmonie sowie die Solisten Rudolf Buchbinder und Raphaela Gromez mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73. Weitere Informationen  finden Sie unter www.sommerkonzerte.de.


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