Florian Zimmermann
15.09.2014
Hinter den Kulissen
Virtuelle Realität

Platz für einen XXL-Becher im Getränkehalter oder Stauraum für den geliebten Teddybär. Audi erfüllt die speziellen Wünsche der internationalen Kunden mit Hilfe eines Tools, das die Entwicklerteams in einem digitalen Raum zusammenbringt.

An verschiedenen Audi-Standorten kann gleichzeitig auf das digitale Modell zugegriffen werden

Der chinesische Audi-Kunde sitzt am liebsten auf einem besonders weichen Polster und benötigt spezielle Halter für seine viereckige Wasserflasche. In Amerika wünschen sich die Kundinnen zusätzlichen Stauraum für ein Extra-Paar Schuhe, um nach der Fahrt schnell und unkompliziert bequeme Ballerinas gegen modische Highheels einzutauschen. Außerdem wird Platz in der Mittelkonsole für die großen XXL-Getränkebecher der Fastfood-Ketten benötigt.

Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, verfügt Audi über einen riesigen physikalischen und virtuellen Warenkorb, der alle Gegenstände beinhaltet, die später einmal ihren Platz im Audi finden könnten. Vom Kinderwagen über den geliebten Teddybären oder der klassischen Aktentasche ist alles vorrätig und kann in das digitale Fahrzeug eingeladen werden – sowohl virtuell als auch in der realen Welt. Neben der genauen Abmessung des Stauraums geht es dann auch um die Frage, welches Material später einmal im Interieur verarbeitet werden soll.

Als Premiumhersteller verfolgt Audi den Anspruch, alle Anforderungen von Anfang an mit in die Konzeption eines neuen Fahrzeugs einzubeziehen. In der Vergangenheit waren dazu lange Dienstreisen und Meetings der internationalen Teams notwendig. Heute bringt das Tool „Audi Virtual Connect“ die Entwickler in einem digitalen Raum zusammen. Die gemeinsame Fahrzeugentwicklung kann schnell und parallel an mehreren Standorten erfolgen. Über Landesgrenzen hinweg wird in Echtzeit an den Modellen gearbeitet: Mit einem Mausklick werden Interieur und Exterieur beliebig visualisiert und an die besonderen Wünsche der internationalen Kunden angepasst.

Auf einer fünf Meter breiten Powerwall können die Teams in höchster Auflösung die Details des virtuellen Echtzeitmodells gestalten und jede Abmessung noch einmal genau unter die Lupen nehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei so genannte Nutzungsszenarien. Das heißt, die Entwickler überlegen bereits im Vorfeld, welche Gegenstände und Stauräume später relevant sein könnten. So erhält der Golfspieler genügend Stauraum für seine Schlägertasche oder der Geschäftsreisende einen Kofferraum, der sich optimal eignet, um sein Gepäck zu verstauen.


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