Ann Harder
10.10.2014
Audi piloted driving
Fahrerlos am Limit

Auf Hochtouren arbeitet Audi am sportlichsten pilotiert fahrenden Auto der Welt. Am 19. Oktober zeigt sich, was der Audi RS 7 piloted driving concept wirklich kann. Wir haben uns mit Projektleiter Peter Bergmiller unterhalten.

Audi piloted driving

Peter Bergmiller und sein Team arbeiten auf Hochtouren am neuesten Technikclou

Der Audi RS 7 piloted driving concept jagt mit Spitzengeschwindigkeit über den Hockenheimring. Präzise wie nie liegt der Technikträger in den 16 Kurven des Kurses, der Top-Speed reicht bis zu 240 Stundenkilometer. Mit dieser Performance bezwingt das Auto den Grand Prix-Kurs in nur knapp zwei Minuten – ohne Fahrer am Steuer.

Dass dieses Szenario keine Zukunftsmusik bleibt, daran arbeitet derzeit das Entwicklerteam rund um Projektleiter Peter Bergmiller. „Audi hat beim Thema pilotiertes Fahren bereits kräftig vorgelegt, in den USA testen wir inzwischen unter Realbindungen im öffentlichen Straßenverkehr“, erklärt der Ingenieur. „Mit unserem neuesten Clou wollen wir zeigen, wie sicher, hochpräzise und zentimetergenau unsere neuesten fahrerlosen Systeme funktionieren. Das wird am deutlichsten, wenn wir ans physikalische Limit gehen. Und wo geht das besser als auf einer Rennstrecke?“

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Audi an pilotierten Technikträgern, 2012 ging es erstmals auf eine Rennstrecke: Auf dem fünf Kilometer langen Kurs des Thunderhill Race Tracks nördlich von Sacramento fuhr ein fahrerloser Audi TTS eine Rundezeit von unter zweieinhalb Minuten ein. Bereits hier stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich ein pilotiert fahrendes Auto unter hohen Belastungen und extremen Bedingungen verhält.

Audi piloted driving

Audi bringt am 19. Oktober das sportlichste pilotiert fahrende Auto an den Start

Die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet vereint nun der Audi RS 7 piloted driving concept, ein Technikträger, der fahrerlos am Limit fährt: Speziell korrigierte GPS-Signale sorgen für die hohe Orientierungsfähigkeit des Autos bei Spitzengeschwindigkeit, parallel werden in Echtzeit Kamerabilder mit im Auto hinterlegten Bildinformationen abgeglichen. Zudem sichert eine umfassende Vernetzung und die hochpräzise Steuerung aller fahrrelevanten Aktoren an Bord die verlässliche Fahrzeugbeherrschung auch im Grenzbereich.

„Die verschiedenen Erkenntnisse, die wir aus dieser Erprobung am Limit ziehen, sind für die Serienentwicklung unserer pilotierten Systeme Gold wert,“ erklärt Bergmiller. Beispielsweise für die Entwicklung von automatischen Ausweichfunktionen in kritischen Fahrsituationen, an deren Serienreife Audi aktuell arbeitet.

Der Tag der Wahrheit für Bergmiller, sein Team und den Technikträger: der 19. Oktober 2014. Vor dem Abschlussrennen der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) auf dem Hockenheimring geht der Audi RS 7 piloted driving concept an den Start, um fahrerlos im Renntempo den Kurs zu umrunden. Das erklärte Ziel: „In punkto Geschwindigkeit, Präzision und Fahrzeugbeherrschung an die Performance eines Rennprofis heranzureichen“, so Projektleiter Peter Bergmiller.

Die Fahrt des sportlichsten pilotiert fahrenden Autos der Welt wird am 19. Oktober ab 12.45 Uhr live auf Audi MediaTV übertragen.


Reaktionen aus dem Netz (Trackbacks)

  1. Ein fahrerloser RS 7 soll über den Hockenheimring rasen | Frank Lang - 13.10.2014

    […] in dem Audi-Blog berichtet, soll der Audi den Kurs in einer Zeit absolvieren, die den menschlichen Fahrern […]

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