Marko Belser
16.03.2015
Audi Sport TT Cup
Mit Vollgas Richtung Profi-Karriere

Was muss man mitbringen, um professioneller Rennfahrer zu werden? Das Audi Blog war dabei, als die 18 Nachwuchsfahrer des Audi Sport TT Cup in Barcelona ihre ersten Testrunden drehten und dabei ihrem großen Traum einen Schritt näher kamen.

Audi Sport TT Cup

Auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona drehen die Nachwuchsfahrer ihre ersten Testrunden im Audi TT cup

In der Boxengasse des Circuit de Catalunya riecht es nach Benzin und Reifengummi. Neun Audi TT cup stehen in den Startlöchern. Ein kurzes Tippen aufs Gas, und schon machen sich die 310 PS bemerkbar. Mit einem tiefen Grollen geht es raus aus der Box. Die Rennwagen biegen nacheinander auf die Start-Ziel-Gerade ab. Und dann Vollgas, vorbei an den steilen Tribünen.

So riecht, so klingt und so sieht sie aus – die große, weite Welt des Motorsports. Die Nachwuchsfahrer, die auf der Formel-1-Strecke von Barcelona Gas geben, wollen alle Teil dieser aufregenden Welt sein. Und sie sind auf einem gutem Weg dorthin, denn sie haben es ins Starterfeld des Audi Sport TT Cup geschafft. Dieser Markenpokal startet in diesem Jahr erstmals im Rahmenprogramm der DTM. „Der Audi Sport TT Cup ist für uns die ideale Basis für eine internationale Nachwuchsförderung“, sagt Projektleiter Rolf Michl.

165 Bewerbungen kamen aus der ganzen Welt. Die 50 vielversprechendsten wurden von Audi nach Neuburg eingeladen. Im Motorsportzentrum absolvierten sie in Serienmodellen Fahrübungen. Die 18 besten Fahrer aus 13 Nationen sitzen nun in Barcelona am Steuer. Sie drehen ihre ersten Testrunden in den Rennwagen. „Schon als wir in Barcelona gelandet sind, hatte ich Schmetterlinge im Bauch“, sagt Gosia Rdest.

Audi Sport TT Cup

Coach Markus Winkelhock (re.) gibt den Fahrern Gosia Rdest und Joonas Lappalainen Tipps

Die 22-jährige Polin ist eine von zwei Frauen im Starterfeld. Wie die meisten der Nachwuchsfahrer kommt sie aus dem Kartsport, sie fuhr auch schon im VW Golf- und im Polo-Cup mit. Aber der Audi TT cup ist das stärkste Auto, das sie je über eine Rennstrecke gelenkt hat. „Das Gefühl ist großartig, noch besser als ich es erwartet habe“. Auf Knopfdruck schaltet das „Push-to-pass“-System zu den 310 PS kurzzeitig 30 zusätzliche Pferdestärken – für Überholmanöver. Überholt wird an den beiden Test-Tagen allerdings nicht. Jeder dreht hinter einander seine Runden. Es geht darum, das Rennauto kennenzulernen und das individuelle Set-up zu finden. Am Ende der zwei Tage wird jeder Fahrer mehr als 400 Test-Kilometer gefahren sein.

Bevor die Nachwuchsfahrer mit Topspeed über den Circuit de Catalunya jagen, fuhren sie mit Serienautos ganz langsam die Strecke entlang. An besonders heiklen Stellen bekamen sie Tipps von den Fahr-Trainern. „Die meisten kennen zwar die Strecke schon“, sagt Coach Markus Winkelhock, „aber nur von der Playstation“. Der erfahrene Audi-Pilot ist bereits nach den ersten Testfahrten sehr angetan von seinen Schützlingen. „Sie machen einen sehr professionellen Job“, sagt Winkelhock. „Die neue Generation von Rennfahrern ist sehr, sehr reif für ihr Alter.“

Audi Sport TT Cup

Im Cockpit des Audi TT cup

Für alle Fahrer gelten dieselben Bedingungen. Die Rennwagen beim Audi Sport TT Cup sind identisch. „Wir wollen das fahrerische Können ermitteln“, erklärt Projektleiter Rolf Michl. Und was muss man mitbringen, um ein professioneller Rennfahrer zu werden? „Talent braucht man schon“, sagt Coach Winkelhock. Das heißt? „Ins Auto rein sitzen und schnell fahren.“ Aber das allein reicht nicht „Man muss auch mentale Stärke, Konstanz und Teamfähigkeit mitbringen“, betont Michl.

Wer nach zwölf Rennen den Audi Sport TT Cup gewinnt, bekommt in der nächsten Saison eine Förderung im GT3-Programm von Audi. Nach einem weiteren Fahrtest Ende April geht es am ersten Maiwochenende zum Saisonauftakt nach Hockenheim. Dort werden die Tribünen mit Tausenden Zuschauern besetzt sein, es wird noch mehr nach Motorsport riechen, klingen und auch so aussehen. Und die Nachwuchsfahrer werden ihrem Traum von einer Profi-Karriere wieder einen Schritt näher sein. Die Vorstellung daran zaubert Gosia Rdest ein Lächeln aufs Gesicht : „Ich kann es kaum noch erwarten.“


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