04.09.2015
Audi A4
Meister der Kleinserie

Kleine Autos, große Faszination: Marc Hufenbecher kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um Modellautos. Auch die Miniaturversion des neuen Audi A4 kommt aus seinen Händen. Wir haben bei ihm vorbeigeschaut und Vier Ringe im Kleinformat erlebt.

Meister der Kleinserie

Herr der Ringe: Marc Hufenbecher entwickelt alle Miniaturautos der AUDI AG – so viel, dass sie eine Wand bilden.

 

Wenn bei anderen die Urlaubszeit beginnt, geht’s bei Marc Hufenbecher erst richtig los. Denn pünktlich zur IAA im September wird nicht nur der neue Serien-A4 präsentiert, sondern auch ein kleiner Bruder – im Maßstab 1:87. Genau der ist Hufenbechers Geschäft. Der 54-Jährige ist bei Audi für die Autos im Kleinformat zuständig, für Modellautos. Und da heißt es meistens: Kommt der Große – kommt auch der Kleine. Zwei Monate vor der IAA laufen die Arbeiten an den A4-Modellautos auf Hochtouren. Schließlich will Audi auch die Sammler von Miniaturen glücklich machen.

Wie der Miniaturexperte bei der Suche nach Fälschungen hilft

Marc Hufenbecher ist der Miniaturexperte im Audi-Konzern. Sein Fachwissen hilft auch bei der Suche nach Fälschungen und Lizenzbetrügern: „Manche Anbieter kopieren Audi-Modelle und verletzen dadurch Markenrechte“, sagt er. Oft gefälscht werden Audi R8, Audi TT und Audi Q7. Extrem sei es auf der zentralen Messe der asiatischen Hersteller in Hongkong. „Dort habe ich schon Audi-Modelle mit fünf Ringen entdeckt“, erzählt der Experte. „Chinesische Hersteller versuchen so, den Designschutz zu umgehen.“ Die Plagiatejagd ist nur ein kleiner Teil von Marc Hufenbechers Arbeit: Er entwickelt alle Miniatur­autos der Vier Ringe.

Wie entsteht die Faszination Miniaturauto?

Schon von klein auf war Hufenbecher von Autos im Miniformat fasziniert. „Die großen Modelle konnte ich mir als Jugendlicher nicht leisten“, sagt er und lacht. „Also habe ich angefangen, die Miniaturen zu sammeln.“ Die Begeisterung für Autos in jeder Größe wurde ihm in die Wiege gelegt: Sein Vater und sein Großvater arbeiteten in der Automobilbranche. So kam es, dass auch er vor über 20 Jahren in der quattro GmbH mit Audi-Accessoires anfing – Fahrräder und Autos in Miniaturform, aber auch bei der Entwicklung von Uhren wirkte er mit. 1999 wechselte er zur Audi Tradition, seitdem sind die Modellautos exklusiv seine Welt.

Meister der Kleinserie

Lieblingsstück: In der Hand hält er den IMSA GTO von 1989 im Maßstab 1:43

 

Der Arbeitsalltag als Miniaturexperte bei Audi

Sein Arbeitsalltag? Hufenbecher entwickelt die Modelle, vergibt Lizenzen, tauscht sich ständig mit Modellauto­herstellern aus und überprüft die Produktion. Mithilfe der gelieferten Informationen erstellen die externen Modellautobauer ein Werkzeug – die Druckgussform, in der die Miniaturkarosserie gefertigt wird. Hufenbecher überprüft gemeinsam mit den Kollegen von Audi Design jedes Detail akribisch. „Wenn ein Schriftzug nur ein paar Millimeter falsch positioniert ist, erkennen wir das sofort.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Wir gelten in der Branche als sehr penibel.“

Marc Hufenbecher bringt jedes Audi-Automobil, ob Serie oder Motorsport, für den Sammlerschrank in Form. So auch ab September den neuen A4. Bei den Oldtimern gibt es freilich noch Lücken. Hier blutet Hufenbecher ein bisschen das Herz: Den Horch 855 Spezialroadster von 1938 im Maßstab 1:18 würde er gerne noch realisieren. „Das ist mein Wunschauto. Weltweit gibt es das Fahrzeug in Originalgröße nur drei Mal.“ Doch die schönsten Träume sind die, die sich nicht erfüllen. Hufenbecher weiß: „In der richtigen Qualität müssen wir für das Modell mindestens 250 Euro verlangen. Da kommen selbst hartge­sottene Sammler ins Grübeln.“

 


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