Julian Fritsch
15.10.2015
Vorschau DTM Finale
In der Ruhe liegt die Rundenzeit

Vor dem Meisterschaftsfinale der DTM am Hockenheimring ist die Spannung hoch wie nie. Noch vier Fahrer können Meister werden. Mittendrin: Audi-Pilot Mattias Ekström. Kein Grund für den Schweden, die Lässigkeit zu verlieren.

In der Ruhe liegt die Rundenzeit

Mattias Ekström fährt seit 2001 in der DTM und hat seitdem zwei Meisterschaften gewonnen und 21 Rennsiege gefeiert.

 

Ein knallrotes Feuerwerk begleitet die Siegesfahrt eines Audi. Auf der Tribüne jubeln die Fans – im Auto der Fahrer. Das war das Finale der vergangenen DTM-Saison. Sieger damals: Mattias Ekström. Geht es nach dem schwedischen Routinier, wiederholen sich diese Bilder beim diesjährigen Finalrennen am Hockenheimring. Mit dem Unterschied, dass Ekström dann auch Meister werden könnte. Dazu muss er aber einen Rückstand von 38 Punkten auf den Führenden aufholen – bei noch maximal 50 zu vergebenden Punkten in den letzten zwei Rennen kein leichtes Unterfangen.

Trotzdem ist die Spannung vor dem letzten Rennwochenende am 17. Und 18. Oktober extrem. Noch vier Fahrer haben rechnerische Chancen auf den Titel. Für Mattias Ekström dennoch kein Grund, die Ruhe zu verlieren. „Es ist sehr wichtig, sich in den Tagen vor dem Rennen mit viel Schlaf zu versorgen. Außerdem hat man Termine beim Physiotherapeuten, damit der Körper in perfektem Zustand ist. Eigentlich das Übliche“, sagt Ekström.

In der Ruhe liegt die Rundenzeit

Vergangene Saison führte Ekström das Feld als Sieger über die Zielgerade. Dieses Jahr soll neben dem Sieg im finalen Rennen die Meisterschaft gefeiert werden.

 

Die Erfahrung spricht aus ihm. Der Schwede weiß zwar genau, worum es geht – trotzdem bleibt er entspannt. Das kommt auch im Gespräch sofort rüber. „Ich komme aus Schweden, da ist man per du. Auch mit dem König bin ich per du. Ich bin Mattias, das ist einfacher“, begrüßt mich Mattias Ekström. Trotz aller Erfolge überzeugt der Audi-Fahrer auf Anhieb durch Bodenständigkeit.

Je weniger Routine, desto einfacher ist es

Deshalb läuft die Vorbereitung des 37-jährigen auch vor diesem entscheidenden Höhepunkt nicht anders als sonst. „Vor jedem Rennen habe ich dieselbe Vorbereitung. Das fängt damit an, dass ich mit meinem Fahrzeugingenieur über die Abstimmung des Autos spreche. Dann schaue ich mir Filme vom letzten Rennen auf der jeweiligen Strecke an und gehe die Rennen im Kopf durch“, erklärt Mattias. „Ich fahre mental ein paar Runden. Wenn ich dann an der Strecke ankomme, bin ich so darauf vorbereitet.“ Bestimmte Rituale, um die Konzentration hochzufahren, braucht der Routinier dabei nicht. „Ich mache oft Witze und sage: Ich ziehe zuerst die Unterhose an und dann den Rennanzug darüber“, schmunzelt der Schwede. „Spaß beiseite. Ich habe über die Jahre eines gelernt – je weniger festgefahrene Routinen ich mir aneigne, desto einfacher ist es für mich.“

In der Ruhe liegt die Rundenzeit

Der Hockenheimring bietet eine Kombination aus schnellen und langsamen Kurven, Bodenwellen, lange Geraden und harten Bremspunkten. Dadurch ergeben sich für die Fahrer viele Überholmöglichkeiten.

 

Fehlerfreier Angriff beim DTM-Finale

Die Strategie, um den Rückstand auf den Tabellenführer aufzuholen, ist simpel, erklärt Mattias: „Pascal Wehrlein hat Vorsprung, deshalb muss man fehlerfrei fahren. Das Wichtigste ist, schon am Samstag gut zu fahren, um viele Punkte zu holen und ihm Druck zu machen.“ Angriff war schon immer die beste Verteidigung.
Obwohl der Schwede im Laufe der Saison die Meisterschaftsführung verloren hat, ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil, jetzt erst recht, heißt es für Mattias. „Das hat vielleicht auf junge, unerfahrene Fahrer eine Wirkung. Aber ich weiß: Es zählt nur, wer am Ende oben steht. Wie man dahin kommt, ist eigentlich unerheblich.“

Bevor es aber soweit ist, genießt Mattias die Zeit zuhause. Der Vollblutrennfahrer ist nämlich Familienmensch. „Ich spiele gerne ein bisschen Duplo mit den Kindern und im Garten haben wir einen großen Sandkasten. Oder wir spielen Fußball“, erzählt er. „Ich bin kein guter Fußballer, aber ich spiele gerne ein bisschen mit meinem Sohnemann.“

In der Ruhe liegt die Rundenzeit

Zum Saisonauftakt bejubelte Mattias Ekström den Sieg im Sonntagsrennen am Hockenheimring. Geht es nach dem 37-jährigen Schweden, steht er beim Finale wieder ganz oben auf dem Podest.

 

Bei Audi zuhause

Auch im Beruf ist ihm diese Entspanntheit wichtig. Dazu kommt ein ausgeprägter Sinn für Loyalität. Seit 2001 fährt Ekström für Audi, Wechselgedanken hatte er nie: „Ich fühle mich hier zuhause. Wir haben die gleiche Einstellung, das Image der Marke gefällt mir. Ich habe über die Jahre gute Performance gezeigt. Wenn man Spaß und Erfolg zusammen hat, gibt es keinen Grund das zu ändern.“
Was nach seiner Karriere mit bisher zwei DTM-Meisterschaften bei Audi Sport passiert, weiß Mattias Ekström noch nicht. Das ist dem zweifachen Vater auch noch nicht wichtig. Erst geht es mal um eines – die Rennen am Hockenheimring gewinnen, Punkte holen und die Meisterschaftschance erhalten.


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