Sebastian Bauer
18.05.2016
Gastbeitrag: Audi SQ7 TDI
Alles andere als ein gewöhnliches SUV

Auto-Blogger Sebastian Bauer liebt Rennstrecken. Das sind die Vogesen in Ostfrankfreich nicht. Aber Gas gab er dort trotzdem. Seabstian hatte schließlich das stärkste Diesel-SUV unterm Hintern, das der Markt aktuell zu bieten hat: den Audi SQ7 TDI mit 435 PS und 900 Nm. Doch das alleine überzeugte ihn nicht.

Audi SQ7 TDI

Sebastian Bauer testete den Audi SQ7 im Mittelgebirge in Frankreich.

 

Man hätte es sich natürlich einfach machen können. Einen altbekannten Motor in ein SUV verbauen, um selbiges kräftig aufzuplustern. Oder man entwickelt einen komplett neuen Motor, einen feinen noch dazu, und verpflanzt ihn in ein SUV, das nicht nur geradeaus gut kann. Et voilà! So entsteht ein Fahrzeug, das vielleicht keine dringenden Massenbedürfnisse befriedigt, aber doch ungemein viel Spaß macht: der Audi SQ7 TDI.

Auf Effizienz und Fahrspaß getrimmt: der Audi SQ7 TDI

Ganz offensichtlich ist es vor allem der Motor, welcher hier als Alleinstellungsmerkmal heraussticht. Denn statt auf sechs oder weniger Zylinder abzurüsten, bleibt acht die Zahl der Stunde. Acht Zylinder sind es, aus denen der SQ7 TDI schöpft. Acht Zylinder, die mit hohem technischen Aufwand auf Effizienz und Fahrspaß getrimmt wurden.

Audi SQ7 TDI

Nach ein paar Dutzend Kilometern war für Blogger Sebastian Bauer klar: Fahrdynamik kann der Audi SQ7 TDI.

 

Drei Lader setzen das Triebwerk unter Druck. Zwei konventionelle Abgasturbolader, welche für möglichst kurze Strömungswege zwischen die Zylinderbänke gewandert sind, sowie ein elektrisch angetriebener Verdichter (EAV), welcher vor allem im Bereich von deutlich unter 2.000 Umdrehungen dafür sorgt, dass in weniger als 250 Millisekunden das stramme Drehmoment von 900 Newtonmetern anliegt.

Audi SQ7 TDI

Die Beschleunigung des Audi SQ7 TDI mit und ohne elektrisch angetriebenen Verdichter.

 

Nein, die Schlacht gegen das Turboloch ist immer noch nicht endgültig geschlagen. Viel beeindruckender ist allerdings der massive Drehmomentschub, welcher auch bereits bei niedrigsten Drehzahlen vollständig zur Verfügung steht. Die spannendere Frage ist also eher, wann der SQ7 TDI eben mal nicht mit maximaler Gewalt gen Horizont rauscht. Und die passende Antwort wäre darauf wohl etwas wie: „eigentlich nie“. Denn obwohl bei hohen Drehzahlen aus einem Drehmoment-Himalaya die Drehmoment-Alpen werden, ist dank der dieseluntypischen Drehfreude hiervon kaum etwas zu spüren.

Um die Kurve wie eine Sportlimousine: der Audi SQ7 TDI

Was gut vorwärts geht, muss allerdings auch gut ums Eck und mindestens noch besser verzögern. Optional gibt es daher eine Keramik-Verbundbremsanlage, welche den Audi SQ7 auch während der Kurvenhatz über das Mittelgebirge in Ostfrankreich, die Vogesen, mehr als zuverlässig verzögert.

 

Überhaupt: Dass das Fahrwerk funktioniert, weiß man bereits seit dem der neue Audi Q7 seinen Weg auf die Straßen gefunden hat. Denn bereits der normale Q7 gibt eine gute fahrdynamische Figur ab. Der SQ7 legt da allerdings noch einmal ein, zwei Briketts nach. Nicht zuletzt dank der elektromechanischen aktiven Wankstabilisierung. Sie übernimmt die Funktion konventioneller Stabilisatoren und erlaubt es, aktiv in die Arbeit der Stabilisatoren einzugreifen, um so einerseits den Fahrkomfort zu erhöhen, andererseits aber Dinge zu ermöglichen, die mit einem SUV eigentlich nicht möglich zu sein scheinen: Dynamisch und mit ordentlich Tempo über kurvige Bergstraßen rauschen, ohne spürbare Wankneigung zu erleben. Zusätzlich wird das System genutzt, um bei dynamischer Gangart auch Untersteuern im Keim zu ersticken, indem die vorderen und hinteren Stabilisatoren getrennt gesteuert werden.

Ein Auto mit fahrdynamischem Talent: der Audi SQ7

Das Ergebnis ist ein Fahrverhalten, das sich nicht nur für SUV-Verhältnisse sehen lassen kann. Fahrzeuge auf diesem Komfort- und Luxusniveau sind schließlich nicht unbedingt für ihre fahrdynamischen Talente bekannt. Präzise lässt sich der Audi SQ7 vor Kurven zusammenstauchen, folgt dem Piloten dann motiviert mit neutralem Fahrverhalten in die gewünschte Richtung und zieht dank Hinterachslenkung seine Bahnen.

Audi SQ7 TDI

Auf den Bergstraßen zeigt sich: Der Audi SQ7 TDI fährt nicht wie ein normales SUV, sondern wie eine Sportlimousine.

 

Ab dem Kurvenscheitelpunkt kommt dann wieder das grandiose Antriebspaket ins Spiel. Die Reaktion auf den Gasbefehl kommt sofort, schiebt den Koloss von Ingolstadt kräftig an und dank Sportdifferenzial kommt die Leistung dorthin, wo sie in einem solchen Moment gebraucht wird: Nicht nur an der Hinterachse, sondern dort verteilt ans kurvenäußere Rad. Kurzum: der SUV fährt, wie ein SUV normalerweise nicht fährt.

Und der Sound? Ein echter V8.

Auf der Soundskala kann der SQ7 TDI nicht nur punkten, sondern die nagelnde Dieselkonkurrenz recht entspannt in den Schatten stellen. Innen wummert der V8-Beat, ganz ohne artifizielle Zusätze, außen dürfen aktive Soundkomponenten das Klangbild verstärken. So oder so klingt er trotz dieseligem Unterton aber eben so, wie es nur ein V8 wirklich kann.

 

Und so hat man in der Neckarsulmer Sport-Dependance einen SUV mit Zutaten zusammengemischt, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten: Sport und Komfort, Leistung und Effizienz, Sound und Diesel, Dynamik und SUV. Die Mischung aber ist mehr als geglückt: ein Menü, das man sich gern schmecken lässt.

———————————–

Verbrauchsangaben Audi SQ7 TDI: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,6 – 7,2; CO2-Emission kombiniert in g/km: 199 – 189 // www.audi.de/DAT-Hinweis Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz


Kein Kommentar bisher.

Schreibe einen Kommentar

Benötigte Felder sind markiert. *

Nach dem Absenden Ihres Kommentars wird dieser durch die Redaktion überprüft und freigegeben.

Wenn Sie zum ersten Mal im Blog kommentieren, müssen Sie einmalig Ihre Identität bestätigen. Dazu erhalten Sie eine E-Mail mit einem personalisierten Link, den Sie für die Verifizierung Ihrer Angaben bitte aufrufen. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.