Julian Fritsch
06.07.2016
Audi Fit Driver
Dein Audi wird lebendig

Das Auto, der beste Freund. Was viele Autofans schon lange leben, wird bald für uns alle Realität. Audi entwickelt gerade das einfühlsame Auto – es weiß, wie es seinem Fahrer geht. Beim Event #MyAudiCares schaute sich Audi Blog-Autor Julian Fritsch das Projekt genauer an.

Audi Fit Driver

Dank ruhiger Musik und entspannender Massage beruhigt sich der Puls von Blog-Autor Julian Fritsch im Auto.

 

„Wie Sie wünschen Mr. Knight. Aber da ich feststelle, dass Sie sich in einer müden, reizbaren Stimmung befinden, darf ich vorschlagen, dass Sie das Auto auf die automatische Steuerung umschalten? Der Sicherheit wegen.“ So begrüßt K.I.T.T. in der ersten Folge von Knight Rider mit blecherner Computerstimme seinen Fahrer Michael Knight alias David Hasselhoff. Wow, Science-Fiction, denkt man sich noch heute. Aber ein sprechendes Auto, das darüber hinaus noch gesunde Ratschläge gibt, ist nicht mehr länger Zukunftsmusik.

Vision vom empathischen Audi

Audi entwickelt mit dem Projekt Audi Fit Driver die Vision von einem empathischen Auto, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Durch Fitness- und Gesundheitsmonitoring während der Fahrt soll in Zukunft das Stresslevel des Fahrenden aktiv gesenkt werden. Der Audi fängt an, sich um seinen Fahrer zu kümmern. Ein lebendiges Wesen, das aktiv an seiner Umwelt teilnimmt und auf sie reagiert – eben ein Partner auf der Straße.

 

„Das Gesundheitsbewusstsein steigt in allen Altersgruppen weltweit“, erklärt mir Christiane Stark, die Projektleiterin von Audi Fit Driver. Sie hat das Thema bei Audi ins Leben gerufen und sieht einen klaren Kundennutzen. Denn in einer ersten Studie mit rund 80 Teilnehmern hat Audi 2015 herausgefunden: Stress während der Autofahrt, vor allem im Stadtverkehr, ist klar messbar. Hinzu kommt, dass sich jeder fünfte Erwachsene in Deutschland, also 13,2 Millionen Menschen, häufig gestresst fühlt. Das belegt eine Studie der Techniker Krankenkasse. Entspannung ist also dringend nötig.

Audi Fit Driver sorgt für Wohlbefinden und Sicherheit

Bei Audi Fit Driver wird mithilfe eines Wearables über eine App der Puls gemessen. Mit Bluetooth werden die Signale von einem mobilen Gerät ans Auto übermittelt. So stellt der Audi fest, ob der Fahrer unter Stress steht – und reagiert mit Gegenmaßnahmen wie Atemübungen oder einer entspannenden Massage. Nach der Fahrt steigen die Insassen fitter und entspannter aus ihrem Audi aus, als sie eingestiegen sind. Das Auto wird zur fahrenden Wohlfühloase, zum Lieblingsraum. Gleichzeitig erhöht Audi Fit Driver aber auch die Sicherheit. Verliert der Fahrer zum Beispiel das Bewusstsein, wird ein pilotierter Nothalt eingeleitet und der Notruf alarmiert.

Audi Fit Driver

Der Audi Q7 leitet Blog-Autor Julian Fritsch durch die Atemübung.

 

Ich probiere das System im neuen Audi Q7 aus. „Atmen Sie der Anleitung folgend tief ein und aus. Stellen Sie sich vor, wie jeder Atemzug frischen Sauerstoff in Ihren Körper bringt“, so beginnt die Atemübung. Begleitet wird sie von einer Lichtinszenierung. Die Lichtleisten im Armaturenbrett und den Seitentüren leuchten dezent in grün und blau. „Das Licht hat einen starken Einfluss auf Biorhythmus und das Befinden“, erklärt Stark. Ich konzentriere mich auf meinen Atmung und siehe da, meine Herzfrequenz wird deutlich ruhiger. Ich werde lockerer und genieße die Massage im Sitz, die sich langsam meinen Rücken hinabtastet und in den Beinen endet. „Die Vibrationselemente sitzen genau dort, wo sich die Muskeln befinden. Das wirkt belebend“, erklärt mir Lars Ellermann, zuständig für die Vorentwicklung des Konzepts. Und die Massage passt sich sogar dem Takt der Musik im Auto an. Im Radio läuft jetzt „Can‘t hold us“ von Macklemore, die Massage wird belebender, mein Puls steigt wieder.

Wohlbefinden im Auto dank besserer Luft

„Wir arbeiten mit lernenden Algorithmen und stellen uns so auf jeden Menschen ein. Denn jeder wird von anderen Dingen gestresst. Das System wird also besser, je länger man es nutzt.“ Das klappt tatsächlich. Nach dem Ende des Programms beschleicht mich ein dumpfes Gefühl: Das wird mir auf der Heimfahrt in meinem Auto fehlen!

 

Zusätzlich zu Atemübungen, Licht und Massage erprobt Audi noch bessere Luftfilter. Das soll die Luftqualität im Innenraum weiter steigern. Schon heute werden so beispielsweise im Audi Q2 ein Großteil der Allergene ausgeschaltet. Doch das ist noch lange nicht genug. „Wir wollen im Innenraum eine angenehme Frische erzeugen“, sagt Ralf Blaschke, Leiter der Entwicklung von Heiz- und Klimageräten. „Dafür entwickeln wir hochkonzentrierte Öle, die in einer winzigen Dosis in der Luft zerstäubt werden.“

Serienstart von Audi Fit Driver innerhalb der nächsten zwei Jahre

Schon innerhalb der nächsten zwei Jahre wird es erste Funktionen von Audi Fit Driver in neuen Audi-Modellen geben. Die App wird dann mit Wearables aller Art, zum Beispiel einer Pulsuhr oder einem Brustgurt, kombinierbar sein. Dass es ein Erfolg wird, davon ist auch Alexander Pointer überzeugt. Der ehemalige Cheftrainer der österreichischen Skisprungnationalmannschaft unterstützt das Projekt und bringt seine Erfahrung aus dem Spitzensport ein. „Wenn der Autofahrer fitter und leistungsfähiger ist, ist er auch sicherer im Verkehr unterwegs“, erläutert Pointner. Er ist davon überzeugt, dass das Produkt richtig erfolgreich wird, wenn das pilotierte Fahren in Serie geht: „Wir können dann noch besser regenerieren. Die Funktionen sind noch effektiver, weil wir weniger Ressourcen fürs Fahren brauchen. Man steigt dann deutlich fitter aus dem Auto, als man eingestiegen ist.“

Audi Fit Driver

Alexander Pointer ist von der Audi Fit Driver-App überzeugt: Audi-Fahrer können mit ihr fitter und erholter aus dem Auto aussteigen, als sie eingestiegen sind.

 

Bis dahin wird Audi Fit Driver weiter entwickelt. Aktuell läuft bereits die zweite Studie, um weitere Erkenntnisse zu sammeln. Bald soll auch ein Kooperationspartner für die Wearables gefunden werden. Denn je besser das digitale Gerät, desto höher die Messgenauigkeit. Trotzdem soll die App langfristig für alle digitalen Geräte offen bleiben. So hat der Kunden den höchsten Nutzen. „Man muss den Mut haben, unsicheres Terrain zu betreten und neue Erfahrungen zu machen“, sagt Pointner. „Nur so kann man das Produkt weiterentwickeln.“ Und dann gibt schon bald ein Audi den freundlichen Hinweis, wenn es mal wieder Zeit für eine Entspannungspause ist. Ganz wie K.I.T.T in Knight Rider, der beste Freund und Schutzengel von Micheal Knight.


Eine Antwort auf Dein Audi wird lebendig

  1. Lutmayr 17.03.2017 um 14:54 #

    Hallo,

    ich fände gut, wenn das Auto automatisch den Fahrer erkennt. Es gäbe auch ganz praktische Zusatzfunktionen, z. B. den Sitzmemory Schalter durch Stimmerkennung oder Sprachsteuerung zu aktivieren. Damit könnten Kosten und gleichzeitig auch den Stresspegel gesenkt werden, wenn der grössere Sohn wieder den Sitz etc. verstellt hat.. Ausserdem ist es ein Schritt in Richtung „Kitt“, wenn das Auto mich mit meinem Namen begrüsst o.ä.

Schreibe einen Kommentar

Benötigte Felder sind markiert. *

Nach dem Absenden Ihres Kommentars wird dieser durch die Redaktion überprüft und freigegeben.

Wenn Sie zum ersten Mal im Blog kommentieren, müssen Sie einmalig Ihre Identität bestätigen. Dazu erhalten Sie eine E-Mail mit einem personalisierten Link, den Sie für die Verifizierung Ihrer Angaben bitte aufrufen. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.