Susanne Killian
19.07.2016
Schüler testen Prototypen im Audi-Windkanal
Jugendwettbewerb Audi future lab easy

Wie lässt sich die Aerodynamik eines Fahrzeugs verbessern? Diese Frage stellen sich nicht nur Audi-Ingenieure, sondern jetzt auch Schüler aus dem bayrischen Weißenburg. Beim Jugendwettbewerb Audi future lab easy erstellen sie zusammen mit TV-Moderator Willi Weitzel eigene Clay-Modelle und testen wie die Profis.

Audi future lab easy

Testen wie die Audi-Ingenieure: Im Mini-Windkanal dürfen die Schüler auch selbst Hand anlegen.

 

Mit zittrigen Fingern positioniert Marlene das Claymodell auf zwei kleinen Schrauben vor einem Tunnel. „Bereit?“ wird sie gefragt. Ihre Teamkameradinnen und sie nicken zaghaft. Per Mausklick wird der Miniwindkanal gestartet. Das Gebläse surrt. Mit 21 Metern pro Sekunde strömt Wind nun um das Fahrzeug aus rotem Plastilin. Gebannt starren die Mädchen auf den Bildschirm, wo gleich der finale Messwert stehen wird. Wie wird ihr Modell abschneiden?

Audi future lab easy führt Jugendliche an Technikthemen heran

Wir stehen im Audi Windkanalzentrum in Ingolstadt. Wo sonst Prototypen und Serienfahrzeuge aerodynamisch entwickelt und geprüft werden, erlebt die 10a des Weißenburger Werner-Von-Siemens-Gymnasiums einen ganz besonderen Testtermin. Heute im Fokus: ihre eigenen Kreationen.

„Das Format Audi future lab easy bietet eine hervorragende Gelegenheit, Jugendliche an die Fragen und Lösungen der Mobilität der Zukunft – ihrer eignen Zukunft – heran zu führen“, sagt Pirmin Anselmann, zuständig für die Junge Kommunikation bei Audi. Im Wettbewerb geht es für die Weißenburger Schüler darum, ein möglichst aerodynamisch optimiertes Fahrzeug aus Clay im Maßstab 1:18 zu modellieren und ein Fahrzeugkonzept vorzuschlagen. Das Modell mit dem geringsten Luftwiderstand gewinnt. Als prominente Unterstützung ist TV-Moderator Willi Weitzel beim Wettbewerb dabei.

Audi future lab easy

Da weht ein anderer Wind: Die 10a des Werner-von-Siemens-Gymnasiums im Audi Windkanal.

 

„Ich bin der Vermittler zwischen Ingenieuren und Schülern und will es natürlich mal wieder ganz genau wissen. Deswegen hake ich bei allen Parteien genau nach“, sagt Weitzel. Im engen Austausch mit den Audi-Spezialisten bekommen die Schüler Tipps, worauf sie achten müssen und einen exklusiven Einblick, wie die Profis arbeiten.

Per Fadentest zur bestmöglichen Form

Für eine Best in Class Aerodynamik muss das Gesamtpaket stimmen. Das weiß auch Aerodynamik-Ingenieur Robby Pyttel. Exklusiv für den Wettbewerb hat er mit seinem Team einen maßstabsgetreuen Mini-Windkanal erstellt. In diesem wird jetzt getestet. „Der Klassiker für störende Geräusche sind Anbauteile und zu steile Flächen. Sie sorgen dafür, dass Luft nicht gleichmäßig der Fahrzeugkontur folgen kann und abdriftet“, erklärt er.

Audi future lab easy

Beratung vom Profi: Der Fadentest zeigt, was noch verbessert werden kann.

 

Welche Auswirkungen das hat, vermittelt er den Schülern plastisch durch einen einfachen Faden an einem kleinen Draht. Mit dieser Fadenlanze fährt er bei eingeschaltetem Wind das Modell ab. So lassen sich schnell Problemstellen identifizieren. „Tanzt“ der Faden bedeutet das, dass hier Verwirbelungen entstehen. „Diese können den Luftwiderstand erhöhen und das wirkt sich direkt auf die Wettbewerbsplatzierung aus. Je nach Fahrzeug raten wir den Schülern dann zum Beispiel die Kanten im richtigen Winkel noch zu schärfen oder das Heck steiler zu machen“ erklärt der Experte.

Das Ergebnis im Windkanal: „Best in Class“

Die Ratschläge der Profis haben sich auch Marlene und ihre Gruppe zu Herzen genommen. Ihr sogenannter „AX“ ist ein Familiensportwagen mit drei Türen, der sich an der Form eines Tropfens orientiert. Nach den Tipps der Ingenieure haben die Mädchen die C-Säule immer wieder abgeschliffen und die Kanten ihres Modells geschärft. Auch haben sie eine kleine Vertiefung am Heck eingebaut, in der sich Verwirbelungen fangen sollen. Aber ob das reicht?

Die Anzeige auf dem Messbildschirm des Mini-Windkanals hört auf zu zählen. Ein finaler Wert bleibt stehen: 0,51 Newton. Prüfend wirft Robby Pyttel einen Blick auf das Fahrzeug und auf die Tafel, auf der die Werte der einzelnen Modelle notiert werden. „Best in Class“, meint er und nickt den Mädels zu. Was sonst die Audi-Ingenieure versuchen, haben jetzt auch die Schülerinnen geschafft: Sie haben den Bestwert in ihrer Klasse geholt. Marlene springt in die Höhe. Sie klatscht sich mit ihren Teamkameradinnen ab und strahlt.

Audi future lab easy

Sie haben es geschafft: Nina, Marlene, Johanna, Jasmin und Melanie (v.l.n.r.) haben ein Schülerpraktikum gewonnen.

 

„Es ist beeindruckend, wie viel Mühe in den Konzepten steckt. Die Gruppen haben nicht nur unsere Ratschläge berücksichtigt, sondern zum Teil sogar über die Vermarktung des Wagens nachgedacht. Letztendlich hat die Aerodynamik entschieden“, so Robby Pyttel.

Der Preis für die Sieger: Die fünf Schülerinnen rund um Marlene verbringen im Rahmen eines Schülerpraktikums eine Woche bei Audi.

Wie die Schüler das Audi future lab easy im Audi-Windkanal mit Unterstützung von Willi Weitzel erlebt haben, sehen Sie im Video:


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