Timo Pape
30.08.2016
Praxis-Test auf Sparsamkeit
So funktioniert der Prädiktive Effizienzassistent

Fuß vom Gas – dieser freundliche Hinweis im virtual cockpit bedeutet bei Audi Spritsparen. Denn der Prädiktive Effizienzassistent (PEA) sagt Streckenprofile voraus, um den Schwung genau im richtigen Moment auszunutzen und auszurollen. Timo Pape hat den PEA für das Audi Blog getestet.

Effizienzassistent

Der Prädiktive Effizienzassistent ist derzeit im Audi A4*, Audi A5 und Audi Q7 erhältlich.

 

Zwölf Prozent Sprit soll der Prädiktive Effizienzassistent von Audi durchschnittlich einsparen. Ein beeindruckender Wert – vor allem wenn man ihn auf den Kraftstoffverbrauch pro Jahr hochrechnet. Die neue Funktion, die derzeit im Audi A4, A5 und Q7 sowie künftig in weiteren neuen Modellen erhältlich ist, weist den Fahrer darauf hin, wann er vom Gas gehen kann. Dann nutzt das Auto äußere Gegebenheiten wie Gefälle, Tempolimits und Vorderfahrzeuge effizient aus. Doch wie genau funktioniert der PEA, wie fühlt er sich an, und wie viel Sprit spart er?

Der Prädiktive Effizienzassistent im Praxistest

Um diese Fragen zu beantworten, bin ich mit dem Audi A4 zweimal dieselbe Strecke im Altmühltal nahe Ingolstadt gefahren. Mit an Bord: Daniel Lepczyk, Entwickler für Fahrzeugfunktionen bei Audi. Auf unserer gut 50-minütigen Route begegnen mir alle Funktionen des PEA. Besonders häufig sehe ich den Hinweis „Gefälle“: Über ein grünes Fuß-Symbol im virtual cockpit zeigt mir der PEA ein gutes Stück vor einer Bergkuppe an, dass ich den Fuß vom Gas nehmen soll. Ich gehorche, der Audi A4 schaltet den Motor in den Leerlauf. Wir rollen zunächst über die Kuppe hinweg, dann das ganze Bergabstück dahinter hinab. Erst als die Straße wieder ansteigt, erlischt die PEA-Anzeige. Ich trete aufs Gas, der Antriebsstrang verbindet sich wieder mit dem Motor.

Effizienzassistent

Der Prädiktive Effizienzassistent lässt sich je nach Bedarf an- und ausschalten. Zudem passt er sich an den aktuell gewählten Fahrmodus an (Audi drive select).

 

„Der Prädiktive Effizienzassistent meldet sich aber nicht nur bei anstehendem Gefälle“, sagt Lepczyk, der an der Funktion mitgewirkt hat. Tatsächlich signalisiert der PEA wenig später, dass wir auf eine Kurve zusteuern, bei der ich das Auto abbremsen müsste. Zwar verdecken mir Bäume die Sicht, doch ich vertraue dem Hinweis und gehe vom Gas. Mit exakt der richtigen Geschwindigkeit kommen wir schließlich in der Kurve an – wieder ein paar hundert Meter Sprit gespart. Während meiner Probefahrt lerne ich noch weitere Symbole kennen. So meldet der PEA, wenn auf meinem Weg Tempolimits – etwa am Ortseingang –, Kreisverkehre, Kreuzungen oder langsamere Verkehrsteilnehmer auftauchen.

Viele Daten führen zu einem perfekten Ergebnis

Damit ein Streckenprofil so exakt wie möglich vorhergesagt werden kann, greift der Prädiktive Effizienzassistent auf verschiedene Datenquellen zurück und führt sie zusammen. „Herzstück sind die Prädiktiven Streckendaten (PSD), die aus dem Navigationsgerät stammen“, erklärt Lepczyk. Hinzu kommen Radarsensoren am Auto, die das Umfeld beobachten, außerdem eine Frontkamera, die für die Verkehrszeichenerkennung zuständig ist. „Schon bald speichert das Backend im Auto das erkannte Tempolimit und stellt diese Information anderen Fahrzeugen zur Verfügung. Dadurch weiß das Auto immer aktuell, wann der Fahrer verlangsamen sollte.“

In Zukunft soll der Prädiktive Effizienzassistent noch einiges mehr können. „Im neuen Audi A8 wird ein aktives Gaspedal den Fahrer auch haptisch durch leichtes Anklopfen auf Spartipps hinweisen“, sagt Lepczyk und kommt ins Schwärmen: „Besonders effektiv wird der PEA bei elektrifizierten Antrieben sein, weil er eine aktive Rekuperation – etwa beim Auffahren auf ein vorausfahrendes Auto – möglich macht.“ Im Audi Q7 e-tron plant der Algorithmus bereits die gesamte Streckenführung vorab und entscheidet, wo das Auto elektrisch und wo mit Verbrennungsmotor fährt.

Der Prädiktive Effizienzassistent spart zehn Prozent

Nach rund zwei Stunden ist mein Test für das Audi Blog zu Ende. Gestört hat mich der Prädiktive Effizienzassistent keinesfalls. Im Gegenteil: Durch ihn hat sich die Fahrt noch entspannter angefühlt. Ich vergleiche die Verbrauchsanzeigen im virtual cockpit: Während der ersten Runde – ohne Hinweise des PEA – haben wir auf 100 Kilometer im Schnitt 6,4 Liter Benzin benötigt. Dann der Blick auf den Wert nach Runde zwei: 5,8 Liter. Tatsächlich haben wir fast zehn Prozent Benzin gespart. Fazit: Der PEA lässt sich auf Anhieb intuitiv einsetzen, bringt mich als Fahrer entspannt ans Ziel und spart wirklich eine Menge Sprit – gut für Portemonnaie und Umwelt.

Weitere Infos finden Sie im Video:

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Verbrauchsangaben Audi A4: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 6,7 – 3,7; CO2-Emission kombiniert in g/km: 154 – 95; Audi A5: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 10,7 – 4,1; CO2-Emission kombiniert in g/km: 249 – 107; Audi Q7: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,3 – 5,5; CO2-Emission kombiniert in g/km: 199 – 144. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis


2 Antworten auf So funktioniert der Prädiktive Effizienzassistent

  1. Tile Schröder 08.05.2017 um 11:16 #

    Hallo, seit Juni 16 fahre ich einen derartigen A4 vor allem um künftig Geschw.-übertretungen zu vermeiden. Stelle aber fest, dass die Software – auch die neueste – immer mal wieder falsche und manchmal abwegige Geschwindigkeiten vorgibt und natürlich auch umsetzt. Gelegentlch frage ich mich, andere,hintere Verkehrsteilnehmer sicherlich auch, woher kommen diese falschen Einträge im System eigentlich? Da gibt es keinerlei Ausschilderung und man wird plötzlich eingebremst oder manchmal auch auf kurzen Strecken auf 100 beschleunigt. Kann man hier nicht keine Verbesserungen nacharbeiten?

    • Stephanie Huber 31.05.2017 um 14:25 #

      Hallo Herr Schröder, das System greift bei eingeschalteter Audi adaptive cruise control auf prädiktive Streckendaten (inklusive Geschwindigkeitsbegrenzungen, Steigungen und Kurvenradien) des Navigationssystems zu. Für die Erkennung der Verkehrsschilder werden zusätzlich auch Informationen der kamerabasierten Verkehrszeichenerkennung herangezogen, insofern verbaut. Die Navigationsdaten, die in unseren Fahrzeugen zum Einsatz kommen, sind keine Entwicklung der AUDI AG, sondern stammen von Karten-Lieferanten, denen damit auch die Aktualität dieser Digitalisierungsdaten obliegt. Selbstverständlich wird bei der von Audi verwendeten Navigationssoftware fortlaufend an der Vervollständigung und Korrektur der digitalen Daten gearbeitet, jedoch ist es unmöglich, das gesamte Streckennetz regelmäßig komplett zu überprüfen. Bitte berücksichtigen Sie auch, dass die Aktualität der Daten immer einer gewissen „Halbwertszeit“ unterliegt. Freundliche Grüße aus Ingolstadt

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