05.09.2016
Zukunft der Mobilität
PIA: Der persönliche, intelligente Assistent von Audi

Digitale Assistenten gibt es einige. Noch fehlt der ganzheitliche Assistent im Auto, der die Komplexität für den Nutzer vereinfacht. Doch bald kommt PIA. Auf dem Audi TechDay „Connectivity“ lernen Journalisten den Rundum-Assistenten kennen. Blog-Autorin Claudia Rülke durfte sich eine Zeit lang unterstützen lassen.

PIA

PIAs Anzeige auf dem MMI – nach meinem Verhalten personalisiert

 

„Claudia, der Tank ist in 70 Kilometern leer. Damit schaffst du es morgen früh nicht bis zu deinem Termin nach München. Soll ich jetzt die Navigation zur Shell-Tankstelle starten?“ Die freundliche Stimme gehört meinem Auto, genauer dem persönlichen, intelligenten Assistent (PIA), den ich testen darf.

Es ist Donnerstagabend und ich habe morgen wirklich um 9 Uhr einen Termin in München. Die Benzinpreise sind momentan abends günstiger, wahrscheinlich ist es eine gute Idee, jetzt noch zu tanken. Dann spare ich mir morgen früh den Stress und ein paar Euro.

Zukunft der Mobilität

Ich drücke am Lenkrad auf die OK-Taste. Schon erscheint auf dem MMI die Routenführung zur Tankstelle. Und warum hat er mir die Shell-Tankstelle vorgeschlagen, frage ich Dr.-Ing. Andreas Blattner, der neben mir sitzt. „Du tankst meistens hier“, sagt der Projektverantwortliche des Vorentwicklungsprojekts PIA von der Audi-Tochter Audi Electronics Venture. „Auch wenn du nicht darauf achtest, PIA schon. Er hat aus deinem Verhalten gelernt und führt dich zu deiner Lieblingstankstelle“

Das beeindruckt mich. Damit ist PIA eines der ersten Systeme im Auto, das weiterlernt. Die Technologie, die dahinter steckt, heißt „Machine Learning“. Das bedeutet, PIA erkennt Muster im Verhalten des Nutzers und nutzt dieses erlernte Wissen. Wow, mein erster eigener Assistent – eine künstliche Intelligenz. Was die wohl noch alles kann?

PIA

Auf dem MMI zeigt PIA mir an, auf welchem Weg ich heute am schnellsten zur Arbeit komme, wenn ich wie gewohnt meinen Kollegen David mitnehme

 

Wir fahren gerade auf die Autobahn. Ich fädele mich ein. Auf dem Display poppt ein neues Fenster auf. „Wenn du möchtest, kannst du das Fahrerassistenzsystem adaptive cruise control jetzt einschalten.“ Ich folge PIAs Vorschlag. Mysteriöser Weise setzt der Versuchsträger die Zielgeschwindigkeit auf 140 km/h. Fragend schaue ich Blattner an. „Aus der Erfahrung weiß PIA, dass du mit dem ACC am liebsten bei dieser Geschwindigkeit und mit diesem Abstand fährst. Du hast seine Frage, ob er die Geschwindigkeit und den Abstand halten soll, mehrmals bestätigt. Deshalb nimmt er die Einstellungen heute von alleine vor“, erklärt der 32-Jährige.

Warum ist mir das noch nicht selbst aufgefallen? Blattner klärt mich auf: PIA geht erstmal konservativer heran. Zuerst beobachtet er mein Verhalten nur und lernt mich kennen, bevor er mir selbst Vorschläge macht. Und die fragt er ein paar Mal an. PIA merkt sich meine Entscheidungen und sobald ein Muster erkennbar ist, beginnt er selbstständig danach zu handeln. „Aber damit hört es nicht auf. Das System lernt stetig weiter“, sagt der Ingenieur. Ich bin erstaunt, was mein Assistent alles über mich weiß.

 

Natürlich kann PIA auch „einfachere“ Sachen: Er stellt personenbezogen Sitz, Spiegel, die Klimaanlage und den bevorzugten Radiosender ein. Ein Glück, dann höre ich in Zukunft beim Einsteigen nicht mehr den Klassik-Sender meiner Mutter, wenn sie mal vergisst, das Radio umzustellen. Vergesslich ist PIA nicht. Über myAudi kann ich einstellen, was PIA alles speichern soll und meine Daten ändern oder löschen.

Auf dem Weg zu meinem Termin am nächsten Morgen sehe ich das Ende eines Staus vor mir. Na super. Aber PIA hat einen Vorschlag: „Der Unfall ist gerade erst passiert. Wenn du die Autobahn an dieser Ausfahrt verlässt, schaffst du es rechtzeitig zu deinem Termin. Wenn du möchtest, kannst du noch einen kurzen Halt bei Starbucks einlegen“. Wunderbar, jetzt nimmt mir mein persönlicher Assistent nicht nur den Staustress, ich komme sogar noch zu einem Kaffee!

PIA stellt sich vollkommen auf den Fahrer ein

Als ich den Audi später wieder an Blattner übergebe, bin ich wirklich traurig. PIA ist mir echt ans Herz gewachsen. Ein bisschen muss ich mich noch gedulden, bis mein Alltag so aussehen kann: Bis zum Jahr 2020 soll der Assistent von einem Vorentwicklungsprojekt zum Serienunterstützer werden. Bis dahin, danke PIA!

Wie der persönliche, intelligente Assistent von Audi bald unseren Alltag beeinflussen kann, sehen Sie im Video:

 


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