Kathrin Lettner
19.09.2016
Audi Sport racing academy
Talentschule für den Rennsport-Nachwuchs

Kindheitstraum Profirennfahrer. In der Audi Sport racing academy kommen talentierte Nachwuchspiloten ihrem Ziel näher. Mentoren mit viel Erfahrung im Motorsport unterstützen sie dabei. Bei den Testtagen am Lausitzring erzählen Sheldon van der Linde und Nicklas Nielsen von ihrem Alltag in der Rennfahrerschule.

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Sheldon van der Linde, Vivien Keszthelyi und Nicklas Nielsen sind die drei jungen Gesichter der Audi Sport racing academy.

 

Morgens, sieben Uhr. Der Nebel wabert über den EuroSpeedway Lausitz und vergräbt die Rennstrecke unter einem weißgrauen Mantel. Das einzige, was die malerische Stimmung am Morgen unterbricht, ist das laute Aufheulen der Rennmotoren. Ich habe Benzingeruch in der Nase. In der Boxengase werkeln die Mechaniker. Die Audi Sport racing academy macht sich bereit für zwei Testtage auf dem Lausitzring.

Audi Sport racing academy

Audi ergänzt seit 2015 das Programm der Audi driving experience um ein Projekt für junge Piloten im Rennsport. Die Audi Sport racing academy setzt für die Nachwuchsförderung auf erfahrene Mentoren wie Sepp Haider, der selbst viele Jahre erfolgreich im Rennsport war. Seine Schützlinge sind die drei jungen Piloten Sheldon van der Linde, Nicklas Nielsen und Vivien Keszthelyi. „Die beiden Jungs haben wir bei der Sichtung für den Audi Sport TT Cup fahren sehen“, sagt Sepp Haider. „Uns haben dabei nicht nur die Rundenzeiten interessiert. Bei den beiden hat einfach das Gesamtpaket gestimmt.“ Seitdem nehmen die jungen Talente an dem zweijährigen Programm teil, welches von der Audi driving experience koordiniert wird.

 

Der 17-jährige Sheldon und 19-jährige Nicklas haben Benzin im Blut. Schon die Väter und Großväter waren begnadete Rennsportler. „Mein Vater fuhr viele Rennen. Von klein auf war ich dabei an der Rennstrecke und habe die Atmosphäre genossen,“ sagt Sheldon. Gerade macht er sich fertig für seine erste Fahrt mit dem Audi R8 LMS. Bisher hat er am Audi Sport TT Cup teilgenommen und soll schon bald in eine höhere Klasse aufsteigen. Ihm ist die Nervosität ins Gesicht geschrieben. Seine Wangen sind gerötet, als Sepp Haider ihm das Go für die erste Fahrt gibt. Jetzt ist es also soweit. Sheldon zieht sich seinen Rennanzug an, streift sich den eigens kreierten Helm über den Kopf und zieht die Handschuhe über.

Die erste Fahrt im Audi R8 LMS

Der Audi R8 LMS heult Sheldon entgegen. Der Rennbolide steht startklar in der Boxengasse. Er nimmt Platz und Sepp Haider setzt sich neben seinen Schüler auf die Türschwelle, um ihm noch einige Tipps zu geben. Auch Nicklas darf seine erste Fahrt mit dem Audi R8 LMS bestreiten und macht sich bereit. Pierre Kaffer, Mentor und erfahrener Rennfahrer, gibt ihnen per Funkgerät das Zeichen zum Starten. Los geht’s. Mit erheblicher Geschwindigkeit brettern die Beiden in die erste Kurve.

 

Die Mentoren haben ein waches Auge auf ihre Schützlinge. Mit Funkgeräten in den Händen stehen sie am Zaun und fragen regelmäßig, wie es läuft und geben Tipps. Parallel werden die ersten Rundenzeiten gemessen. „Als Mentor bringe ich ihnen nicht nur bei, schnell zu fahren. Ich will ihnen auch eine bestimmte Lebensweise nahe bringen. Benehmen, richtiges Verhalten im Team und zum Beispiel auch der Umgang mit den Medien. Das Gesamtpaket muss man als Mentor im Auge behalten,“ sagt Haider. Bei bis zu zwölf festen Terminen pro Jahr werden die Nachwuchsfahrer durch Fachleute umfangreich geschult. „Schwerpunkte des Programms sind vor allem Themen wie Presse- und Sponsorenarbeit, Fahrzeugtechnik, Fitness, Ernährung und Mentaltraining. Aber eben auch fahrpraktische Einheiten zur Verbesserung der Fahrzeugbeherrschung wie heute am Lausitzring gehören dazu,“ sagt Haider.

Ein Traum geht in Erfüllung

Nachdem Sheldon seine ersten zehn Runden mit dem Audi gedreht hat, kommt er freudestrahlend in die Boxengasse zurück. „Das war bisher mein schönstes Erlebnis in der Audi Sport racing academy. Der LMS ist viel schneller und wendiger als das TT Cup Auto. Da ist schon viel mehr Nervenkitzel mit im Spiel.“ Nach der ersten Testfahrt schaut sich Sheldon zusammen mit Sepp Haider die aufgezeichneten Daten an. Per On-Board-Kamera sieht Sepp, wie sich Sheldon während der Fahrt verhält und wo er auf der Strecke Fehler gemacht hat. „Dank der Datenanalyse kann ich noch besser auf Sheldon und seinen Fahrstil eingehen. Gerade bei der Fahrt mit einem neuen Auto“, sagt Haider. Doch viel gibt es nicht zu bemängeln: „Für ihre ersten Runden waren die beiden schon sehr schnell und sind sauber gefahren. Jetzt müssen sie das Setting noch besser abstimmen und dann hoffen wir, dass die beiden bald in eine schnellere Klasse aufsteigen können“, sagt Haider.

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Sheldon van der Linde und Nicklas Nielsen im Interview mit Blog-Autorin Kathrin Lettner.

 

Wenn die jungen Piloten sich nicht auf die nächste Testfahrt oder ein Rennen vorbereiten, leben sie ein ganz normales Leben. „Am Abend nach dem Fitnesstraining lerne ich oft noch für meine nächste Prüfung. Ich bekomme den Lernstoff online und muss meine Prüfungen per E-Mail an die Lehrerin schicken“, sagt Sheldon. Ansonsten genießen die jungen Fahrer natürlich die Zeit mit ihren Familien und Freunden, die sie bei ihrem Traum unterstützen. „Natürlich fange ich gerade erst an, Karriere zu machen. Mein nächstes Ziel ist auf jeden Fall, mit dem Audi R8 LMS Rennen fahren zu dürfen,“ sagt Sheldon.

Weitere Informationen zu Sheldon van der Linde in der Audi Sport racing academy im Video:


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