Sebastian Bauer
22.09.2016
Gastbeitrag Audi TT RS
Sportwagen mit Gänsehautsound und Herzschlagoptik

Fünf gewinnt: Blogger Sebastian Bauer testete den neuen Audi TT RS auf dem Circuito Permanente del Jarama in Madrid. Sein Fazit: Das neue Audi Coupé ist ein Sportwagen. Ein echter. Und ein guter noch dazu. Mit Gänsehautsound und Herzschlagoptik.

Gastbeitrag Audi TT RS

Blogger Sebastian Bauer testete den neuen Audi TT RS auf dem Circuito Permanente del Jarama in Madrid.

 

Eigentlich mag es schon fast seltsam erscheinen, dass Audi in Zeiten des Downsizings vor allem zwei Triebwerke immer noch fortführt: zum einen der Zehnzylinder, welcher weiterhin den Supersportwagen Audi R8 befeuert und zum anderen der legendäre Fünfzylinder, welcher nun auch im Audi TT RS weiter für Emotionen sorgen darf. Doch mit dem Fortführen der Tradition allein ist es nicht getan, denn es wurde auch fleißig gewerkelt, damit dem Fünfender noch ein paar weitere Zukunftsjahre gegönnt sind.

Der gesamte Motorblock wurde von Grund auf neu entwickelt, lediglich Bohrung und Hub sind gleich geblieben und damit auch der Hubraum von 2,5 Litern. Doch das Material des Blocks ist nun Aluminum statt Grauguss. Allein damit haben die Audi-Ingenieure 18 Kilogramm eingespart, weitere acht durch Anbauteile und andere Motorkomponenten. Seiner Stimmgewalt hat die Diät keinerlei Abbruch getan. Herzhaft warm und kehlig gurgelt der Audi TT RS vor sich her und offenbart jedem Coupé-Fan damit ein echtes Dilemma: Cabrio oder Coupé? Das ist hier die spielentscheidende Frage. Denn eigentlich möchte man nur noch offen fahren. Immer und zu jeder Zeit. Möglichst mit einer Mauer oder einer Felswand neben sich, um die Gänsehautakustik dauerhaft und so intensiv wie möglich auf’s Trommelfell gehämmert zu bekommen. Was gibt es eigentlich schöneres, als den feinen Fünzylinderbeat in Dauerbeschallung?

Audi TT RS: Coupé oder Cabrio?

Also: Dach runter, Launch Control aktivieren, Abgasklappen auf Durchzug stellen und Feuer! Zuschießen auf die nächste Serpentine, anbremsen, rein und aus dem zweiten Gang heraus auf einem fetten Drehmomentteppich von 480 Nm in die nächste Galerie einfliegen, um dort, begleitet von saftigen DSG-Schmatzern, einen Gang nach dem anderen durchzufeuern und die Wände der Galerie zum beben zu bringen. Von morgens bis abends Sonnenbrand, olé! So in etwa sehe ich mich schon auf einem der nächsten Roadtrips mit dem TT RS Cabriolet durch die Berge schneiden.

 

Und obwohl ein Audi eben kein Audi wäre, wenn er im Alltag nicht so komfortabel und fein fahren würde, wie er es eben tut, liegt dem TT RS die Sportlichkeit sehr am Herzen mehr als jedem seiner Vorgänger. Und das konnte “der Neue” auch auf dem Circuito del Jarama unter Beweis stellen.

Neben dem urgewaltigen Fünfzylinder ist eine weitere, ganz wichtige Zutat in der Sportfahrersuppe seine Gewichtsersparnis. Der Spruch “add lightness” kommt im Sportwagenbau ja nicht von irgendwo. Und so haben die Ingolstädter die “Leichtigkeit” geschickterweise genau dort hinzugefügt, wo es ein Fahrzeug sportlicher Machart auf Basis des modularen Querbaukastens am ehesten benötigt: an der Vorderachse. Das reduziert die Kopflastigkeit und beschert jedem Frontmotor-Sportwagen große Zugewinne bei der Fahrdynamik.

Gastbeitrag Audi TT RS

Die Matrix OLED-Heckleuchten, das Audi virtual cockpit und das umfangreiche Infotainmentangebot sorgen einmal mehr für „Vorsprung durch Technik“.

 

Und weil Theorie meist recht langweilig ist, gehen wir bereift mit den optionalen Sportgummis auf die Rennstrecke, lassen den Audi TT RS auf die erste Rechtskurve zufliegen, werfen den Anker und stellen nicht ganz ohne Grinsen und innerem Freudentanz fest: Wie diese Vorderachse hier einlenkt, sich mit der Strecke verzahnt und angenehm spitz auf jeden kleinen Lenkbefehl reagiert, lässt Stammtischegerede über untersteuernde Audi wie Ammenmärchen aus längst vergangenen Zeiten klingen.

Mehr noch: Wenn bisher die Hinterachse stoisch der von der Vorderachse vorgegebenen Spur folgte, zeigt sie nun deutlich mehr Eigensinn und beschert dem TT RS dank mehr Bewegungsfreiheit ein feines Eigenlenkverhalten. So ist es nun auch völlig in Ordnung, wenn “nur” bis zu 50 Prozent des Drehmoments an der Hinterachse landen. Wenn das Heck im Zusammenspiel mit der Vorderachse so gut harmoniert, wie ein altes Ehepaar in den hohen 90ern – nur eben agiler – dann ist es wie mit dem Tanzen: Statt teutonischer Steifigkeit, gilt nun “Headbanger meets Samba”.

Der neue Audi TT RS erzeugt Gänsehaut

Natürlich ist auch technologisch alles vom Feinsten: Das Audi virtual cockpit stellt den Fahrer in den Mittelpunkt und hält den übrigen Innenraum so klar und aufgeräumt, wie man es bei einem Design-Sportwagen eben haben will. Am Heck leuchten erstmals auch OLED-Rückleuchten in einem einzigartigen Design, bei welchem man Stunden damit zubringen könnte, die dreidimensionale Gestaltung aus der Nähe zu betrachten.

Und auch sonst wurde an Komfort und Hightech nicht gespart. In puncto Design und natürlich auch technologisch, gab es ohnehin keinen Grund, sich nicht auf den neuen TT RS zu freuen. Fahrdynamisch wurde er nun aber endlich auch konsequent darauf ausgelegt das zu sein, was die Zahlen auf dem Papier versprechen: ein Sportwagen. Ein echter. Und ein guter noch dazu. Mit Gänsehautsound und Herzschlagoptik.

Gastbeitrag Audi TT RS

400 PS Leistung, von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden, bis zu 280 km/h Top-Speed: Mit dem neuen Aluminium-Fünfzylinder-Motor liefern TT RS Coupé und TT RS Roadster eine überragende Performance ab.

 

Ich persönlich freue mich schon jetzt auf die nächste Begegnung mit dem TT RS. Hoffentlich auf einer Rennstrecke in der Eifel. Oder auf einem Roadtrip. Oder beidem. Eigentlich aber auch egal, denn Hauptsache, es ist irgendwo, wo es Felswände, Tunnel, Galerien und unzählige Kurven hat. Im Fall Nordschleife verzichte ich auch gern auf die Tunnel…

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Verbrauchsangaben Audi TT RS Coupé: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,4 – 8,2; CO2-Emission kombiniert in g/km: 192 – 187; Audi TT RS Roadster: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,5 – 8,3; CO2-Emission kombiniert in g/km: 194 – 189 // www.audi.de/DAT-Hinweis


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