Kathrin Lettner
11.10.2016
Nachtdesign-Audit Audi Q2
Es werde Licht

Fotografieren im Dunkeln. Eigentlich unmöglich. Doch für die Mitarbeiter der Qualitätssicherung ist es ganz normaler Alltag. Im sogenannten Nachtdesign-Audit prüft Analyseexperte Alexander Eineder Farbintensität, Kontrast und Sättigung der Schalter im Innenraum eines Serienfahrzeugs.

Nachtdesign-Audit

Im sogenannten Nachtdesign-Audit prüft Analyseexperte Alexander Eineder Farbintensität, Kontrast und Sättigung der Schalter im Innenraum des Audi Q2.

 

Schwarz wie die Nacht. Und das am helllichten Tag. Stockdunkel. Das ist das Attribut des Audi-Nachtdesign-Audit. Es ist kein Raum, in dem Audi-Ingenieure ihre Kreativität ausleben: Denn jeder einzelne Quadratmillimeter ist schwarz gestrichen.

Dieser besondere Raum ist der Arbeitsplatz von Alexander Eineder. Er ist der einzige bei Audi in Ingolstadt, der für das Nachtdesign-Audit zuständig ist. „Beim Nachtdesign-Audit prüfe ich alle Funktionen, Knöpfe und Tasten, die im Innenraum eines Autos Licht abgeben auf richtige Farbintensität, Kontrast und Sättigung.“

Nachtdesign-Audit in der Serienprüfung

Zweimal in der Woche scannt Eineder rund 270 Leuchtpunkte in einem Audi-Serienfahrzeug. Mit einer LMK-Color-Kamera misst er Sättigung, Kontrast und Helligkeit jedes einzelnen Bauteils. „Da ich mit einer bloßen Sichtprobe die Unterschiede nicht eindeutig feststellen kann, führe ich für jedes Bauteil die Messungen durch“, sagt Eineder. Die Messung findet stichprobenartig in der Serienprüfung der Qualitätssicherung statt. Dabei benötigt er für jeden Schalter knapp drei Minuten. Zusammengerechnet sitzt Eineder dadurch zwei Arbeitstage in der Woche im Dunkeln.

Heute scannt er alle Schalter, die im neuen Audi Q2 im Innenraum Licht abgeben. Beim kleinsten Audi-SUV können Kunden sieben Farbbereiche im Innenraum einstellen.

Der rote Audi Q2 ist in dem sechs Mal acht Meter großen Raum platziert. Der Raum ist komplett abgedunkelt, selbst das Standlicht der Front-Scheinwerfer ist abgehängt und die Rauchmelder sind schwarz lackiert. Nur der Bildschirm, der die Messwerte anzeigt, wirft etwas Licht in den Raum.

Nachdem alle Geräte in Position und störende Lichtquellen beseitigt sind, beginnt Eineder mit der ersten Messung. Seine Kamera ist an einem langen Metallarm befestigt. „Durch die Befestigung an der langen Stange kann ich die Kamera exakt platzieren und ein einwandfreies Bild erzeugen“, sagt Eineder.

Nachtdesign-Audit

Ob das Bauteil im richtigen Messbereich liegt, zeigen Eineder drei Balken auf dem Computermonitor. Erst wenn diese grün sind, kann die Messung beginnen.

 

Er positioniert den Kameraarm vor dem Schalter für die Kindersicherung an der Fahrertür und prüft dann am Bildschirm, ob das Bauteil im richtigen Messbereich liegt. Drei Balken auf dem Computermonitor geben ihm das vor. „Erst wenn alle Balken grün sind, kann die Messung ordnungsgemäß durchgeführt werden“, sagt Eineder. Denn Fokus, Kontrast und Sättigung müssen in dem Bereich, den Eineder vor der Messung per Mausklick am Bildschirm festlegt, sichtbar sein.

Alles im grünen Bereich. Nun klickt Eineder auf „Aufnehmen“. Das Programm geht alle Farbfilter durch und setzt das Bild zusammen. Der Candela-Wert misst dabei die Lichtstärke und gibt das genaue Maß vor. „So kann ich am Computer feststellen, ob zum Beispiel die Taster am Lenkrad auf beiden Seiten gleich hell sind und die Farben zu 100 Prozent zueinander passen“, erklärt Eineder.

Lichtkomfort sicherstellen

Nicht nur die Funktionsleuchten im Innenraum werden auf richtige Farbabstimmung getestet. Der Qualitätssicherer überprüft außerdem mit seinem geschulten Auge, ob die Gradzahlen im Klimabedienteil den Anforderungen entsprechend dargestellt werden.

Die Basis für das Nachtdesign-Audit sind exakte Messdaten, daher gibt es bei der Messungen einiges zu beachten: „Das wichtigste ist, dass keine anderen Lichtquellen das Messergebnis verfälschen. Und ich brauche auch eine sehr ruhige Hand, damit ich die Kamera in den richtigen Messbereich platzieren und einstellen kann,“ erzählt Eineder.

Nachtdesign-Audit

Zweimal in der Woche scannt Eineder rund 270 Leuchtpunkte in einem Audi-Serienfahrzeug. Mit einer LMK-Color-Kamera misst er Sättigung, Kontrast und Helligkeit jedes einzelnen Bauteils.

 

Sollte es dennoch Abweichungen geben, muss Eineder erst abklären, ob diese noch in dem Toleranzbereich liegen. Denn die Kollegen der technischen Entwicklung im Lichtlabor geben für jedes Bauteil einen genauen Candela-Wert vor. Ansonsten prüft er, ob das Bauteil zu hell oder zu dunkel leuchtet, ob dieser Fehler bei anderen Modellen auch schon vorkam und gibt diese Informationen dann an die technische Entwicklung weiter.

Für den Fall, dass der Schalter vom vorgegeben Candela-Wert abweicht, beanstandet Eineder das Bauteil, baut es aus und gibt es mit einem Fehlerbericht an den verantwortlichen Einkäufer oder Modell-Betreuer weiter. „Nur so können wir den Lichtkomfort auch im Interieur für unsere Kunden sicherstellen – und den Audi-Anspruch für hohe Qualität.“

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Verbrauchsangaben Audi Q2: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 5,7 – 4,4; CO2-Emission kombiniert in g/km: 130 – 114 // www.audi.de/DAT-Hinweis


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