Julian Fritsch
28.10.2016
Der Audi Innen(t)raum - Teil 2
Wie Audi die Schnittstelle Mensch-Auto gestaltet

Perfektion und Innovation – das gilt bei Audi auch für die Gestaltung des Innenraums. In der Artikelserie „Der Audi Innentraum“ hat Blog-Autor Julian Fritsch recherchiert, wie das Audi Interieur entsteht. Nachdem es im ersten Teil der Artikelserie viel zu sehen gab, beweisen die Entwickler in Teil 2 Gefühl.

Schnittstelle zwischen Mensch und Auto

Im Ergnonomie-Modell testet das Entwicklungsteam, wie sich die Bedienelemente am besten anordnen lassen.

 

Markentypisches Design und technische Qualität prägen die Innenwelt eines Audi. Genauso wichtig ist aber, dass der Fahrer das Auto perfekt bedienen kann. „Das Interieur muss für eine 1,50 Meter große Frau genauso geeignet sein wie für einen zwei Meter großen Mann“, sagt Marcus Schneid, seit 13 Jahren in der Ergonomieentwicklung bei Audi. „Das Gefühl muss einfach stimmen.“

Ergonomische Gestaltung als Schnittstelle zwischen Mensch und Auto

Weit vor dem ersten Prototyp experimentieren die Entwickler deshalb mit der Position der Bedienteile. Sie müssen intuitiv angeordnet und leicht erreichbar sein. „Die Ergonomie hat einen hohen Nutzwert“, sagt Schneid. „Hier liegt die Schnittstelle zwischen Mensch und Auto. Wir sind mitverantwortlich für das Raumgefühl und den Komfort.“

Schnittstelle zwischen Mensch und Auto

Mithilfe virtueller Simulationen können neue Interieure getestet werden.

 

Damit das gelingt, nutzen Schneid und seine Kollegen Simulationen. Mit einem variablen Ergonomie-Modell erproben sie ganze Interieure, die es noch gar nicht gibt. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zum Innentraum. Sechs Infrarotkameras erkennen beim Ergonomie-Modell Marker an einer Virtual Reality-Brille und Handschuhen. So kann der Computer die Position des Kopfes und der Hände im Raum bestimmen.

In der virtuellen Welt wird der exakte Bewegungsablauf errechnet – die Entwickler erleben die ersten Eindrücke und das Raumgefühl. „Das ist hilfreich, weil man schnell viel ändern kann“, erklärt Schneid. „Gerade für die Entwicklung des autonomen Fahrens ist das gut geeignet. Niemand weiß, wie dann der Innenraum aussieht.“

Wie das Design dem Fahrer das Gefühl gibt, beschützt zu werden

Beim Audi Q7 ist so und mit Hilfe des Designs ein Innenraum entstanden, in dem sich der Fahrer geborgen fühlt. Das Gefühl erklärt Audi Interieur Designer Jacques Helot: „Der Innenraum ist wie bei einem römischen Streitwagen in einem ‚Wrap‘ gestaltet. Eine prägende Linie zieht sich von den Türen über das gesamte Armaturenbrett durch. Das sorgt gemeinsam mit den Breitbandluftdüsen für ein breites Interieur und setzt den Fahrer in den Fokus.“

Schnittstelle zwischen Mensch und Auto

Wie beim einem römischen Wagen wird der Fahrer im Audi Q7 vom Cockpit umschlossen. Durch diesen sogenannten „Wrap“ fühlt man sich gut geschützt.

 

Neben der richtigen Position und der Ästhetik sind die Bedienteile möglichst praktisch. Der Schalthebel im Audi Q7 ist nicht nur ein Schalthebel. Er bietet dem Fahrer gleichzeitig eine Auflage für seine Hand, wenn er das MMI-Touchpad bedient. Bis zum finalen Design haben die Entwickler rund 40 Muster angefertigt, die immer weiter verfeinert wurden. „Wir haben das Design auf die Hand des Menschen optimiert“, sagt Helot. „Diese Variante hat sich in vielen Tests durchgesetzt. Sie gibt dem Fahrer das Gefühl der souveränen Kontrolle.“

Schnittstelle zwischen Mensch und Auto

Der Schalthebel im Q7 ist so gestaltet, das ihn der Fahrer bequem als Handauflage beim Bedienen des Touchpads nutzen kann.

 

Im Innenraum erwarten Audi-Fahrer das typische Flair. Jedes Bedienteil wurde extra für den Audi Q7 optimiert. Jede Linie passt zu den anderen Linien der Umgebung und nimmt diese auf. Einen großen Beitrag dazu leistet aber auch die Haptik und Akustik. Schalter und Drehsteller fühlen sich solide an, man kann sie ohne hinzusehen ertasten. „Auf dem Touchpad des Audi Q7 lassen sich die angedeuteten Tasten erfühlen“, sagt Manfred Mittermeier, zuständig für die Entwicklung der Haptik. „Wir haben hier einen hohen Qualitätsanspruch. Alles muss sich gleich anfühlen und anhören.“ Das Drücken auf das Touchpad fühlt sich dadurch an, wie das Betätigen einer Taste.

Mit Robotern zur identischen Haptik

Die Vergleichbarkeit lässt sich durch genaue Messungen herstellen. Ein Roboter macht beispielweise mikroskopische Aufnahmen von Oberflächen. Mit einer speziellen Prüfvorrichtung werden die Kräfte beim Druck auf Tasten und Schalter gemessen. Mit diesen Methoden definieren die Entwickler genau Werte – und in jedem Audi fühlen sich Schalter, Tasten und Drehsteller gleich an. Eines Innentraums absolut würdig.

Im ersten Teil der Artikelserie „Der Audi Innen(t)raum“ erfahren Sie, wie Optik und die richtige Beleuchtung den typischen Audi Innenraum gestalten. In der Zukunft wird das Interieur für seinen Fahrer noch wichtiger – und damit stehen weitere Entwicklungen bevor. Was das Autofahren schon bald noch angenehmer macht, erfahren Sie am Montag im letzten Teil der Artikelserie.

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Verbrauchsangaben Audi Q7: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,3 – 5,5; CO2-Emission kombiniert in g/km: 199 – 144. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis


Eine Antwort auf Wie Audi die Schnittstelle Mensch-Auto gestaltet

  1. josef 03.11.2016 um 12:00 #

    warum muß man heutzutage zur Betätigung der Lüftungsanlage den Blick von der Straße abwenden? dies ist massive Verkehrsgefährdung! früher ging es doch auch, drei Schiebe oder Drehregler. alles klar auch ohne hinzusehen!
    und wass soll diese 0,5°C Abstufung??? jede wette Ihr könnt die Innenraumtemperatur nicht mal auf 1 ° genau einstellen!

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