Sabrina Kolb
23.12.2016
Concept Cars
Audi Quartz

Als der Audi quattro 1980 präsentiert wird, ist der italienische Karosserie-Couturier Sergio Pininfarina begeistert von dessen technischer Finesse, das Design jedoch behagt ihm nicht. Im Geheimen schneidert er dem Sportwagen ein italienisches Sommerkleid – die Geburtsstunde des Audi Quartz.

Viele Showcars sind Designstudien, die nicht fahrbereit sind. Anders der Audi Quartz. Bei einer Testfahrt 1986 erreicht er mühelos Tempo 200. Fünf Jahre nach seinem Messedebüt hält er auf der Autobahn und im Straßenverkehr flüssig mit. Passanten halten den Wagen für einen ungetarnten Prototyp, ein neues Cabriolet auf seiner letzten Probefahrt. Nicht für eine Designstudie auf ihrer allerersten Ausfahrt. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.

Die Geburtsstunde: Wie aus dem Audi quattro der Audi Quartz wird

Als 1980 der Audi quattro auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt wird, begeistert sich der italienische Karosserie-Couturier Sergio Pininfarina sofort für die technische Finesse. Doch das Design gefällt ihm nicht – zu brav, zu unspektakulär. Es ist die Geburtsstunde des Audi Quartz. Über die Zeitschrift „Automobil Revue“ knüpft er Kontakte nach Ingolstadt. Er will dem Sportwagen ein italienisches Sommerkleid auf den Leib schneidern. Mit Erfolg: Eigens für ihn wird ein quattro aus der Vorserienproduktion genommen und im Geheimen nach Italien transportiert.

 

Audi Quartz

Typisch für den Stil von Pininfarina ist die Unterteilung in obere und untere Karosserieschale. Die Luftzufuhr zum Motor erfolgt über den Spalt.

 

Pininfarina lotet die Materialgrenzen für den Autobau aus und erschafft eine Hybridkarosserie, die von der Raumfahrt inspiriert ist. Leichtbauwerkstoffe wie Kevlar und Aluminium kommen zum Einsatz. Die Karosserie wird kürzer und niedriger. Es gibt keine sichtbaren Türgriffe, auch auf Außenspiegel sollte ursprünglich verzichtet werden. Alles, was den Luftwiderstand verringert, wird umgesetzt. Sogar den Innenraum kleidet Pininfarina mit Fallschirmseide aus, um den Eindruck eines schnittigen Coupés zu unterstreichen.

Die Tüftelei zahlt sich am Ende aus: In Temperament und Fahrverhalten steht der Quartz dem quattro in nichts nach. Der Klang des Fünfzylinders ist im Quartz sonorer und kräftiger. Für die Dauer einer Testfahrt ist er der aufregendste Sportwagen auf den Straßen Bayerns.


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