Stefanie Lang
06.02.2017
Absicherungsfahrt mit dem Audi A6 L e-tron
Qualitätscheck im Reich der Mitte

Monate vor Produktionsstart wird jeder Audi unter Realbedingungen einem Qualitätscheck unterzogen. Und zwar vor Ort, denn die Anforderungen an ein Auto variieren stark von Land zu Land. Blogautorin Stefanie Lang hat die Audi Qualitätssicherung in China begleitet.

Qualitätscheck im Reich der Mitte

 

Ein Blick in den Himmel und man ahnt schon, was gleich passieren wird. Und tatsächlich: Wenige Sekunden später prasseln dicke Regentropfen auf die Windschutzscheibe. Wenige Minuten später haben sich die Straßen in riesige Wasserlachen verwandelt, die Gischt spritzt zu allen Seiten und die Scheibenwischer werden den Wassermaßen nur mit Mühe Herr.

Audi hat jährlich 600 Vorserienfahrzeuge im Qualitätscheck

Weltuntergangsstimmung in Foshan im Süden Chinas. Und genau das richtige Wetter für Kurt Simmerl. Der Qualitätssicherer ist bei Audi für die Absicherung von Autos für den Markt China zuständig. Seit 1995 führt die Audi Qualitätssicherung im Reich der Mitte sogenannte Absicherungsfahrten mit neuen Modellen durch. Hier geht es darum, alle Aspekte am Fahrzeug gründlich zu untersuchen. „Dazu zählen Fahrfunktionen wie Bremsen oder Lenkung ebenso wie Infotainment– und Fahrerassistenzsysteme sowie Komfortfunktionen wie die Standheizung“, erklärt Simmerl.

 

Etwa ein halbes Jahr vor Produktionsstart beginnt der Absicherungslauf. Dabei bewegen die Mitarbeiter pro Jahr etwa 600 Vorserienfahrzeuge zwischen 50.000 und 100.000 Kilometern – weltweit und unter realen Kunden-Bedingungen. Dabei gibt es verschiedene Fahrprofile: Viel- und Wenigfahrer, sportliche und eher verhaltene Fahrer. Wichtige technische Neuerungen werden mit speziell zugeschnittenen Prüfprogrammen abgesichert.

Deshalb bringt China extreme Testbedingungen mit sich

So auch beim neuen Audi A6 L e-tron. Produziert wird der Plug-in-Hybrid, der nur auf dem chinesischen Markt angeboten wird, in Changchun. Abgesichert wird das Modell in ganz China. „Wir finden hier eine extreme Testumgebung mit großen Temperaturunterschieden zwischen den Landesteilen und den Jahreszeiten“, erklärt Simmerl am Steuer des A6 L e-tron, während er einem entgegenkommenden Motorroller ausweicht – mitten auf der Autobahn Richtung Guangzhou, der Hauptstadt der Region.

 

Qualitätscheck im Reich der Mitte

Mit seinen großen Temperaturunterschieden je nach Landesteil und Jahreszeit bringt China extreme Testbedingungen mit sich.

 

„Außerdem gibt es in China große Höhenunterschiede mit Bergpässen bis zu 5.000 Meter Höhe, Staub, Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Und in den chinesischen Metropolen vor allem Stop-and-Go-Verkehr mit einem sehr hohen Standanteil.“ Wie um seiner Aussage Nachdruck zu verleihen, leuchten einige Kilometer später rote Bremslichter im Regen auf und der Verkehr kriecht nur noch dahin: Rush-Hour in der elf Millionen-Metropole Guangzhou.

Bei Audi gilt ein Qualitätsstandard weltweit

Zeit für einen Fahrzeugwechsel. Denn neben dem A6 L e-tron sind zum Vergleich auch ein A3 e-tron aus Ingolstadt und ein Q7 e-tron aus Bratislava mit dabei. Ebenso ein A3 Sportback aus Foshan. „Bei Audi gilt ein Qualitätsstandard weltweit“, erklärt Werner Zimmermann, Leiter der Audi Qualitätssicherung. „Egal aus welchem Werk ein Audi kommt oder für welchen Markt er bestimmt ist – die Qualität muss überall stimmen.“ Deshalb überzeugt der Qualitätschef sich auch immer wieder selbst vor Ort von der Qualität der Fahrzeuge.

Darüber hinaus organisiert die Qualitätssicherung mehrmals im Jahr sogenannte Abnahmefahrten mit dem Vorstand sowie Topmanagern. Ziel der Fahrten ist es, den aktuellen Qualitätsstand der Fahrzeuge darzustellen und zu bewerten. Erst bei einer finalen Abnahmefahrt wird die Gesamtfahrzeugfreigabe für die Serienfertigung offiziell erteilt.

Die Qualitätssicherer testen auch die Infrastruktur für Elektroautos

Bei Modellen mit Elektroantrieb spielt auch die Infrastruktur eine wichtige Rolle, etwa die Möglichkeit das Fahrzeug aufzuladen, oder die Reichweite und unter welchen Bedienungen sich diese verringert. Auch das prüfen die Mitarbeiter des Absicherungslaufs akribisch ab. Ebenso den Einsatz von digitalen Angeboten. Etwa die Audi-App, die Kunden von Elektroautos wie dem A6 L e-tron den Batteriestand ihres Fahrzeugs auf dem Handy anzeigt.

„Im Fokus unserer Arbeit steht dabei vor allem eines: dem Kunden ein perfektes Fahrzeug zu übergeben.“

„Wir probieren deshalb neben den klassischen Fahrzeugfunktionen auch die Smartphone-Anbindung und App-Nutzung aus“, erklärt Simmerl. „Das macht unsere Arbeit noch umfangreicher und komplexer als früher.“ Auch, weil durch die Vernetzung im Fahrzeug die Fehlersuche länger dauern kann. So kann etwa das Motorsteuergerät eine Fehlermeldung anzeigen, die eigentlich auf eine Störung in einem Komfortsteuergerät zurückzuführen ist.

Qualitätscheck im Reich der Mitte

Beim Qualitätscheck arbeitet Audi neben den subjektiven Berichten der Qualitätstester auch mit konkreten Datenanalysen, die von einem Datenlogger im Fahrzeug aufgezeichnet werden.

 

Alle Fahrzeuge auf der Testfahrt durch das südliche China sind deshalb mit einem Datenlogger ausgestattet, der alle Funktionen im Fahrzeug aufzeichnet. So kommt zur subjektiven Wahrnehmung der Testfahrer bei Themen wie Komfort und Bedienbarkeit auch die konkrete Datenanalyse mit hinzu. „Im Fokus unserer Arbeit steht dabei vor allem eines“, erklärt Simmerl am Ende der Fahrt: „Dem Kunden ein perfektes Fahrzeug zu übergeben.“

 

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Verbrauchsangaben Audi A3 Sportback: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,1 – 3,8; CO2-Emission kombiniert in g/km: 163 – 99; Audi Q7 3.0 TDI e-tron quattro: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 1,9 – 1,8; Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 19 – 18,1; CO2-Emission kombiniert in g/km: 50 – 48. Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. // www.audi.de/DAT-Hinweis


Eine Antwort auf Qualitätscheck im Reich der Mitte

  1. Wind 06.02.2017 um 23:46 #

    Qualität wurde schon immer bei Audi besonders Große geschrieben, da können andere Autohersteller sich einen Beispiel nehmen.

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