Susanne Mellinghoff
01.08.2017
Car-to-Car-Kommunikation
Wie Audi mit 5G kooperatives Fahren vorantreibt

Kommunikation zwischen Autos in Echtzeit: Notwendig dafür ist der neue Mobilfunkstandard 5G. Wie Audi den Weg fürs kooperative Fahren ebnet und den Straßenverkehr damit komfortabler, effizienter und sicherer macht.

Mobilfunkstandard 5G bei Audi

Mit 5G wird eine umfassende Car-to-X-Kommunikation möglich, die eine Kommunikation in Echtzeit zwischen den Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur ermöglicht.

 

Eine typische Situation beim Überholen auf der Autobahn: Unerwartet schert ein Fahrzeug auf die linke Spur aus und provoziert bei den nachfolgenden Fahrern einen plötzlichen Tritt auf die Bremse. Staus oder sogar Unfälle können die Folge sein.

Kommunikation von Autos in Echtzeit dank Mobilfunkstandard 5G

In absehbarer Zukunft lassen sich solche Situationen von vornherein vermeiden: Vollvernetzte Fahrzeuge warnen sich dann in Echtzeit gegenseitig vor Gefahren. Wesentliche Voraussetzung für die möglichst verzögerungsfreie Reaktion der Systeme sind eine extrem niedrige Latenzzeit und sehr hohe Datenraten. Und die bietet der neue Mobilfunkstandard 5G.

Mobilfunkstandard 5G bei Audi

Weniger Staus und weniger Unfälle: Wenn Fahrzeuge untereinander kommunizieren und sich rechtzeitig über Gefahrensituationen informieren, bedeutet das ein Mehr an Sicherheit, Effizienz und Komfort.

 

Egal ob noch ein Mensch am Steuer sitzt oder das Auto schon autonom fährt – in Zukunft werden selbst Fahrzeuge erfasst, die noch gar nicht in Sichtweite sind. Bremst etwa ein Verkehrsteilnehmer stark ab, werden die vernetzen, nachfolgenden Autos zeitgleich informiert und können schon reagieren, bevor der Fahrer die Situation sehen kann.

Die Basis für kooperatives Fahren: Schwarmintelligenz

Wie in der Tierwelt basiert das kooperative Fahren auf Schwarmintelligenz. Komplexe Informationen werden in der Gruppe geteilt und von allen genutzt. So lässt sich per Live-Video das Kamerabild des Vordermanns anfordern, um auch auf unübersichtlichen Strecken sicher überholen zu können. Und behindert ein defektes Fahrzeug oder ein Unfall die Strecke, erhalten die vernetzten Autos eine frühzeitige Gefahrenwarnung. Pilotiert fahrende Autos könnten dann sogar automatisch eine Rettungsgasse bilden, um Krankenwagen passieren zu lassen.

Mobilfunkstandard 5G bei Audi

Eine umfassende Vernetzung aller Fahrzeuge erfordert eine Verarbeitung von riesigen Datenmengen in hoher Geschwindigkeit, extrem zuverlässig und verzögerungsfrei. Mit 5G wird das erstmals möglich.

 

 Besonders relevant ist die Vernetzung in Echtzeit für das sogenannte Platooning: das pilotierte Fahren in dichtem Verkehr auf Schnellstraßen. Die zu Kolonnen angeordneten Autos regeln per direkter Kommunikation den idealen Abstand untereinander selbst. Beim Einfädeln in eine der Fahrzeugkolonnen wird automatisch der Abstand vergrößert und so Platz für das neue Auto geschaffen.

Car-to-X-Kommunikation für flüssigeren Verkehr

Nicht zuletzt profitiert auch der Stadtverkehr vom kooperativen Fahren. Denn die Fahrzeuge kommunizieren nicht nur untereinander (Car-to-Car), sondern auch mit der Verkehrsinfrastruktur (Car-to-X) und einer Leitstelle, in der alle Informationen zusammenlaufen. Autos fahren dann mit optimierter Geschwindigkeit auf einer „grünen Welle“ durch die Stadt.

Und wenn das Verkehrsaufkommen auf einer bestimmten Strecke steigt, werden die Verkehrsströme rechtzeitig umgeleitet. Auch Gefahren werden frühzeitig erkannt: Nähert sich aus einer Querstraße beispielsweise ein Einsatzfahrzeug, bereiten sich die Autos schon im Vorfeld auf eine Bremsung vor.

Das Video erklärt, was LTE-V ist und wie der Mobilfunkstandard funktioniert.

Audi erprobt bereits heute schon LTE-V, den Vorläufer von 5G, auf der A9 zwischen Nürnberg und München, dem „Digitalen Testfeld Autobahn“, um die Vision des vollvernetzten Fahrens Wirklichkeit werden zu lassen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona und der CeBit in Hannover hat Audi gemeinsam mit dem Mobilfunkprovider Vodafone und dem Hardwarespezialisten Huawei einige der Anwendungsbeispiele, wie etwa die Übertragung von Live-Videos, gezeigt.

5G ermöglicht mehr Komfort, Effizienz und Sicherheit

Die aktuellsten Modelle aus den Baureihen A4, A5, Q5 und Q7 verfügen bereits über die Services Lokale Gefahreninformation und Verkehrszeicheninformation. Sie melden als Teil eines Schwarms erkannte Tempolimits oder Gefahrenstellen über das Mobilfunknetz an einen Server in der Cloud und senden die Information so frühzeitig an andere Audi-Modelle mit entsprechender Ausstattung.

Mobilfunkstandard 5G bei Audi

Bei der Verkehrszeichenerkennung meldet zum Beispiel ein Audi Q7 ein erkanntes Tempolimit an den Server in der Cloud. Von dort aus geht die Informationen dann wiederum an andere Audi-Modelle.

 

Die umfassende Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur stellt hohe Anforderungen an das Mobilfunknetz: Riesige Datenmengen müssen in hoher Geschwindigkeit extrem zuverlässig und verzögerungsfrei verarbeitet werden. Mit dem kommenden Mobilfunkstandard wird dies erstmals möglich: 5G ebnet den Weg zum kooperativen Fahren – und damit zu mehr Komfort, Effizienz und Sicherheit im Straßenverkehr.

Weitere Technologiegeschichten rund um Audi finden Sie auch im Audi Dialoge-Magazin.


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