Andreas Wittke
04.09.2017
Die Veränderung der Bürowelt von den Audi-Anfängen bis heute
Der Schreibtisch auf Zeitreise. Teil II: Analog bis digital

Datenerfassung, Kommunikation oder Büromaterialien – das Aufkommen des Computers veränderte die Bürokultur in ihren Grundfesten. Audi Blog-Autor Andreas Wittke blickt im zweiten Teil der Zeitreise mit Audi-Historiker Thomas Erdmann zurück in die Audi-Büros der 1980er und 1990er Jahre in Ingolstadt.

Arbeiter an Schreibmaschinen.

Ob 1954 – wie auf dem Bild – oder in den 70ern: Der Chef diktierte, die Sekretärin tippte ab – normaler Arbeitsalltag.

 

In den 60er Jahren kamen die ersten elektrischen Schreibmaschinen auf, die das Arbeiten auch bei Audi erheblich beschleunigte. Dennoch waren Tinte und Papier bis weit in die 1970er Jahre omnipräsent – die meisten Dokumente wurden handschriftlich verfasst. Denn die Schreibmaschinen bedienten meist ausschließlich die darin ausgebildeten Sekretärinnen. Die Chefs gaben ihnen ihre Texte handschriftlich oder mündlich als Diktat zur Niederschrift weiter.

Der Arbeitsalltag vor dem Computer: Über Schreibmaschinen, Durchrufgeräte und Archive

Allgemein spielten die Sekretärinnen im Büroalltag eine zentrale Rolle. Sie waren das wichtigste Bindeglied zwischen den Führungsebenen und den Mitarbeitern und Ansprechpersonen für beide Seiten gleichermaßen. Um die Mitarbeiter erreichen zu können, befanden sich in allen Büros Durchrufgeräte. „Es war alles handgestrickt, aber es hat funktioniert“, erklärt Erdmann. „Mitte der 80er entwickelte sich bei Audi dann ein internes Kommunikationsmedium.“

„Der erste Computer war eine moderne Schreibmaschine mit Drucker.“
Thomas Erdmann, Audi-Historiker

Tastatur, kleiner Bildschirm, grüne oder orangefarbene Schrift auf schwarzem Untergrund. So sah das sogenannte AUBIS (Audi Büro-Informationssystem) aus und war ein von Audi selbst entwickeltes Computersystem mit zentraler Speicherfunktion im Audi Rechenzentrum. „Im Prinzip war es eine moderne Schreibmaschine mit angeschlossenem Drucker“, fasst es Erdmann zusammen. Für die schnelle Textkommunikation war es aber nicht zu gebrauchen – dafür stand einzig und allein das Fax zur Verfügung.

Frau vor Aktenordnern.

1954: Bis in die 80er Jahre wurden alle wichtigen Daten in der Registratur abgelegt.

Bis weit in die 80er Jahre hinein war in den Büros insgesamt noch viel „Handwerk“ gefragt. Bevor Computer zur Datenerfassung und Organisation aufkamen, sammelten die Mitarbeiter aus der Registratur alle Daten händisch in Akten und stellten diese in lange Regale – das Archiv als Festplatte sozusagen. „Aktenzeichen XY ungelöst“ war hier noch an der Tagesordnung.

Über den digitalen Wandel und das Überleben des Analogen im Büro

Das änderte sich aber rasant ab Ende der 1980er: Der digitale Wandel ist seitdem nicht mehr aufzuhalten. Mit den ersten Computern im Büro vereinfachten sich Datenerfassung und Kommunikation. Alle Arbeitsschritte vollzogen sich schneller und jeder konnte über E-Mail mit extern und intern diskret kommunizieren.

Mit dem Aufkommen des Internets in den 90ern wurde Wissen allen zugänglich. „Früher gingen die Mitarbeiter noch in eine der vielen Audi-internen Bibliotheken, um sich zu informieren und ihr Wissen zu verbreitern“, erzählt Erdmann. Noch immer gibt es diese Bibliotheken mit Fachliteratur, doch in Zeiten der einfachen Wissensbeschaffung über das Internet werden immer weniger Bücher ausgeliehen.

Lesen Sie jetzt unter diesem Link Teil I der Zeitreise.


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